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Madeleine McCann vermisst: Ist Maddie nicht mehr am Leben? Ex-Ermittler macht Familie schwere Vorwürfe

Die damals dreijährige Madeleine McCann verschwand im Mai 2007 aus einer Ferienanlage in Portugal - seitdem fehlt von Maddie jede Spur. Bild: picture alliance / Steve Parsons/PA Wire/dpa | Steve Parsons

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  • Vermisstenfall Madeleine McCann bis heute ungelöst
  • Ex-Ermittler überzeugt: Vermisste Maddie McCann ist nicht mehr am Leben

Seit 19 Jahren fehlt jede Spur von Madeleine McCann: Das damals dreijährige Mädchen verschwand am 3. Mai 2007 aus der Ferienwohnung ihrer Familie im portugiesischen Praia da Luz. Seitdem suchten britische Ermittler mit ihren europäischen Kollegen fieberhaft nach dem verschwundenen Kind - bislang ohne Erfolg.

Vermisstenfall Madeleine McCann seit 2007 ungeklärt - Ex-Ermittler glaubt, dass Maddie tot ist

Ein ehemaliger Ermittler der Metropolitan Police ist inzwischen überzeugt, dass Madeleine McCann nicht mehr am Leben ist. Mike Neville, früher Detective Chief Inspector, äußerte sich in einem Interview mit dem "Daily Express"-Podcast "Daily Expresso" zu dem Fall, der seit fast zwei Jahrzehnten die Öffentlichkeit beschäftigt. Neville, der den Fall gemeinsam mit einem Journalisten der "Sun" analysiert hat, begründet seine düstere Einschätzung mit der allgegenwärtigen Präsenz von Kameras und sozialen Medien in der heutigen Zeit.

Ex-Ermittler im Fall Maddie McCann: Markantes Augenmal von vermissten Mädchen hätte auffallen müssen

Der frühere Ermittler stützt seine Überzeugung auf ein einfaches Argument: In einer Welt voller Smartphone-Kameras und sozialer Netzwerke sei es nahezu unmöglich, unentdeckt zu bleiben. "Heutzutage kann man nicht vermeiden, auf Bildern aufzutauchen", erklärte Neville. "Wenn sie am Leben wäre, wäre die Welt überschwemmt mit Bildern." Besonders das auffällige Merkmal in Madeleines Auge – ein seltenes Kolobom der Iris – hätte nach seiner Einschätzung längst auf irgendeinem Foto im Hintergrund erkannt werden müssen. Auch der gemusterte Schlafanzug, den das Kleinkind beim Verschwinden trug, sei unverwechselbar gewesen.

Familie McCann ignorierte nach Maddies Verschwinden dreimaliges Hilfsangebot

Neville zeigt sich enttäuscht über die fehlende Reaktion der Familie McCann auf seine Unterstützungsangebote. Dreimal habe er schriftlich angeboten, sämtliche Facebook-Bilder mithilfe von künstlicher Intelligenz und sogenannten Supererkennern – Menschen mit außergewöhnlicher Fähigkeit zur Gesichtserkennung – nach Spuren von Madeleine zu durchsuchen. "Sie haben mir nie geantwortet, und ich finde das etwas seltsam", sagte der Ex-Ermittler. Wenn sein eigenes Kind vermisst wäre, würde er jede noch so ungewöhnliche Hilfe annehmen. "Das enttäuscht mich, dass ich meine Dienste angeboten habe – ich war ein Experte auf diesem Gebiet und werde weltweit als solcher anerkannt."

Hauptverdächtiger im Fall Maddie darf Deutschland verlassen

Der Fall bleibt weiterhin offen. Christian B. gilt nach wie vor als Hauptverdächtiger im Zusammenhang mit Madeleines Verschwinden. Der Deutsche wurde im September nach Verbüßung einer siebenjährigen Haftstrafe wegen Vergewaltigung einer älteren Frau in Praia da Luz aus dem Jahr 2005 aus dem Gefängnis entlassen. Im November hob ein deutsches Gericht eine der ihm auferlegten Beschränkungen auf – die Pflicht, in seinem Heimatland zu bleiben. Christian B. wurde nie wegen Madeleines Verschwinden angeklagt, steht jedoch weiterhin im Fokus deutscher und britischer Ermittler.

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/news.de/stg

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