Im Landkreis Unterallgäu, Bayern: Borna-Virus fordert Todesopfer - was schützt vor einer BoDV-1-Infektion?
Im Raum Bad Wörishofen (Landkreis Unterallgäu, Bayern) ist eine Person infolge einer Infektion mit dem Borna-Virus gestorben - es ist nicht der erste Todesfall im Freistaat (Symbolfoto). Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Erstellt von Claudia Löwe
30.04.2026 15.58
- Behörden melden Todesfall nach Bornavirus-Infektion im Landkreis Unterallgäu (Bayern)
- Gesundheitsamt forscht nach Infektionsquelle
- Person in Bad Wörishofen am Borna-Virus gestorben - so gefährlich ist der Erreger
Im bayerischen Unterallgäu hat das Borna-Virus ein weiteres Todesopfer gefordert. Wie das Landratsamt am 30. April 2026 mitteilte, wurde die Infektion im Raum Bad Wörishofen nachgewiesen. Der genaue Ansteckungsweg ist bislang ungeklärt.
Todesfall nach Borna-Virus-Infektion im Landkreis Unterallgäu bestätigt
Das zuständige Gesundheitsamt arbeitet derzeit gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) daran, die Infektionsquelle zu ermitteln. Wo und wie sich die verstorbene Person mit dem Erreger angesteckt hat, bleibt vorerst unbekannt.
Borna-Virus-Infektionen sind sehr selten - aber häufig tödlich
Ansteckungen mit dem Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) kommen äußerst selten vor – deutschlandweit werden pro Jahr weniger als zehn Fälle registriert. Die meisten davon treten in Bayern auf. Trotz der geringen Fallzahlen verläuft die Erkrankung nahezu immer lebensbedrohlich und endet häufig tödlich.
Wie wird das Borna-Virus BoDV-1 auf Menschen übertragen?
Das Borna-Virus hat seinen natürlichen Wirt in der Feldspitzmaus gefunden. Diese scheuen, nachtaktiven Insektenfresser tragen den Erreger in sich, ohne selbst daran zu erkranken. Mit ihren auffallend spitzen Schnauzen unterscheiden sie sich deutlich von anderen Mäusearten. Die Ansteckung erfolgt nach Einschätzung von Fachleuten über den Kontakt mit Ausscheidungen der infizierten Tiere. Über Kot, Urin, Speichel und auch die Haut geben die Feldspitzmäuse das Virus an ihre Umgebung ab, ist bei "Focus online" zu lesen. Besonders gefährdet sind Menschen, die in Schuppen, Scheunen oder auf Dachböden arbeiten, wo sich die Tiere aufhalten können. Auch Hauskatzen könnten nach Angaben des LGL Bayern als Zwischenglied fungieren, wenn sie Spitzmäuse jagen und anschließend infektiöse Gewebereste an Pfoten oder Maul tragen.
So schützen Sie sich vor einer Ansteckung mit dem Borna-Virus
Gesundheitsbehörden raten dringend zu Vorsichtsmaßnahmen bei Arbeiten in potenziell kontaminierten Bereichen. Wer in Schuppen, Scheunen oder auf Dachböden kehrt oder aufräumt, sollte Gummihandschuhe, eine Schutzbrille und eine Feinstaubmaske tragen. Tote oder lebende Feldspitzmäuse dürfen keinesfalls mit bloßen Händen angefasst werden. Nach staubaufwirbelnden Tätigkeiten empfehlen Experten, zu duschen und die getragene Kleidung zu waschen. Auch die betroffenen Flächen sollten gründlich gereinigt werden. Verendete Tiere gehören in eine verschlossene Plastiktüte und können dann über den Hausmüll entsorgt werden, wie unter anderem "oe24.at" empfiehlt. Wer beobachtet, dass die eigene Katze eine Spitzmaus gefangen hat, sollte für einige Stunden den direkten Kontakt zum Tier meiden – auch wenn diese Übertragungsmöglichkeit bislang nicht wissenschaftlich belegt ist.
Mehrere tödliche Bornavirus-Infektionen in Bayern - Heilungschancen nach Infektion gering
Der aktuelle Todesfall reiht sich in eine besorgniserregende Folge von Borna-Erkrankungen im Freistaat ein. Bereits im März dieses Jahres wurde ein Infektionsfall im Landkreis Erding registriert. Im Herbst 2025 erlag ein 57-Jähriger im Landkreis Tirschenreuth dem Virus. Kurz zuvor hatten zwei Menschen aus dem oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm ihr Leben durch den Erreger verloren – eine Häufung, für die es keine Erklärung gab.
Obwohl antivirale und immunsupprimierende Behandlungsansätze existieren, bleiben die Heilungschancen gering. Nach Einschätzung von Medizinern löst eine überschießende Abwehrreaktion des Körpers die schweren, meist tödlichen Symptome aus. Die Gehirnentzündung endet in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich. Wissenschaftler wiesen erst 2018 nach, dass BoDV-1 Menschen infizieren kann. Seit 2020 unterliegt die Erkrankung der Meldepflicht.
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