Auch Urlauber betroffen: Türkei plant Rauchverbot - bis zu 200.000 Euro Bußgeld
Eine Kippe am Strand genießen? Das kann in Zukunft auch für Touristen in der Türkei teure Bußgelder zur Folge haben. Bild: picture alliance/dpa | Clara Margais
Erstellt von Felix Schneider
16.04.2026 09.30
- Die türkische Regierung plant ein Rauchverbot für öffentliche Plätze
- Das Verbot ist Teil einer Strategie, bis 2040 völlig rauchfrei zu werden
- Wer an öffentlichen Plätzen raucht, riskiert bald hohe Bußgelder
Mehr zum Thema Tourismus finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Schluss mit der Kippe am Strand: Ein radikaler Gesetzentwurf der Regierungspartei AKP sieht vor, die Türkei bis zum Jahr 2040 vollständig rauchfrei zu machen. Ab diesem Zeitpunkt sollen Produktion, Verkauf und Import von Tabakwaren komplett untersagt sein. Noch vor dem endgültigen Verbot plant die Regierung die schrittweise Einführung von Verboten an öffentlichen Plätzen. Wer gegen die Verbote verstößt, riskiert Bußgelder in dramatischer Höhe - auch Touristen sind davon betroffen.
Rauchverbot an fast allen öffentlichen Orten
Die Liste der betroffenen Bereiche ist umfangreich: Wie die Zeitung "Hürriyet" berichtet, solldas Rauchen künftig an Stränden, auf Spielplätzen und Sportanlagen untersagt sein. In der Gastronomie gelten ebenfalls strenge Vorgaben. Separate Raucherräume sind nicht mehr zulässig. Erlaubt bleiben lediglich klar abgetrennte Zonen, die höchstens zehn Prozent der Gesamtfläche ausmachen dürfen. Der Verzehr von Speisen und Getränken ist dort jedoch untersagt.
Auch in Kindergärten, Schulen, Universitäten und Krankenhäusern wird das Qualmen verboten. Kurios: Selbst Gotteshäuser fallen unter die neuen Regelungen. An Stränden können Raucherkabinen eingerichtet werden - allerdings nur mit einem Mindestabstand von 200 Metern. Die Definition des Begriffs "Tabakprodukt" wird dabei im Gesetz deutlich weiter als bisher gefasst. Neben klassischen Zigaretten fallen auch E-Zigaretten, Vapes, Wasserpfeifen und Tabakerhitzer unter das Verbot.
Strafen bis zu 200.000 Euro bei Verstößen
Die türkische Regierung setzt bei der Entwöhnung auf ein abgestuftes Sanktionssystem - mit teils drastischen Konsequenzen. Bei Verstößen gegen das vollständige Tabakverbot drohen Geldbußen zwischen einer und zehn Millionen Türkischen Lira - umgerechnet etwa 20.000 bis knapp 200.000 Euro. Betrieben kann zusätzlich die Lizenz entzogen oder sogar die Schließung angeordnet werden.
Für die Überwachung der neuen Vorschriften sollen lokale Verwaltungsbehörden spezielle "Tabakkontrollteams" einsetzen. Diese sind befugt, Verstöße direkt vor Ort zu ahnden. Wer in verbotenen Zonen raucht, muss mit einer Geldstrafe von 5.000 Türkischen Lira rechnen - umgerechnet 94,50 Euro. Tabakprodukte dürfen zudem künftig nur noch bargeldlos bezahlt werden, um Transaktionen nachvollziehen zu können. Wer Tabakwaren an Minderjährige verkauft, der riskiert eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu einem Jahr.
Touristen drohen bis zu 5.000 Euro Strafe für Zigaretten im Gepäck
Auch für Urlauber aus dem Ausland gelten die neuen Vorschriften. Ab dem 1. Januar 2040 kann zudem bereits der Besitz, Erwerb oder die Einfuhr von Tabakprodukten im Reisegepäck äußerst teuer werden. Die vorgesehenen Verwaltungsstrafen liegen zwischen 50.000 und 250.000 Türkischen Lira - das entspricht umgerechnet bis zu rund 5.000 Euro.
Unwissenheit schützt dabei nicht vor Strafe: Die türkischen Behörden haben angekündigt, die Einhaltung der Vorschriften konsequent zu kontrollieren. Eine Sonderbehandlung für ausländische Besucher ist nicht vorgesehen. Für Raucher ist es daher empfehlenswert, sich beim Reiseveranstalter oder Hotel vorab über die geltenden Regelungen zu informieren.
Türkei zählt zu den Ländern mit dem höchsten Raucheranteil
Der Hintergrund für die drastischen Maßnahmen: Die Türkei gehört zu den Staaten mit besonders hohem Tabakkonsum. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi leben derzeit zwischen 18 und 19 Millionen Raucher im Land. Mit dem geplanten Gesetz orientiert sich Ankara an den ambitionierten Zielen der Europäischen Union, die bis 2040 eine tabakfreie Generation anstrebt.
Die Weltgesundheitsorganisation beziffert die jährlichen Todesfälle durch Tabakkonsum auf mehr als sieben Millionen Menschen weltweit. Darunter sind etwa 1,6 Millionen Personen, die dem Rauch passiv ausgesetzt waren. Ob und wann der Gesetzentwurf tatsächlich verabschiedet wird, steht derzeit noch nicht fest. Sollte das Vorhaben umgesetzt werden, würde die Türkei zu den Ländern mit den weltweit strengsten Anti-Tabak-Regelungen gehören.
Hier können Sie mehr Nachrichten rund um Tourismus lesen:
- Das müssen Urlauber zu den neuen Ostsee-Verboten wissen
- Ballermann-Verbote: Diese Regeln gelten auf Mallorca
- Reisewarnung für insgesamt 50 Urlaubsziele wegen Iran-Krieg
- Inselparadies Bali will Kontoauszüge von Urlaubern sehen
- Deutscher schleppt Affenpocken-Virus in Mexiko ein