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Kälte-Knall beendet Frühlingswetter: Wetterdienst warnt vor Frost, Schnee und Sturm

Eine Kaltfront legt den Frühling vorerst lahm. Bild: AdobeStock / mpix-foto

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  • Eine kräftige Kaltfront beendet am Mittwoch das milde Frühlingswetter in Deutschland
  • Es drohen Sturm, Graupelgewitter, Frost und Schnee ab 400 bis 600 Metern
  • Der DWD warnt vor gefährlichen Böen, Glätte und winterlichen Verhältnissen im Bergland

Der Frühling macht in Deutschland eine abrupte Vollbremsung. Am Mittwoch (25.03.2026) zieht eine kräftige Kaltfront quer über das Land und beendet die milde Wetterlage der vergangenen Tage mit einem Schlag. Verantwortlich ist ein Sturmtief über Südskandinavien, das maritime Polarluft in die Bundesrepublik schaufelt. Die Folge: deutlich sinkende Temperaturen, kräftige Schauer, Graupelgewitter, stürmischer Wind und in manchen Regionen sogar Schnee. "Das milde Frühlingswetter ist vorbei", erklärt Meteorologin Jacqueline Kernn vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

DWD warnt vor Schauern, Graupel und spürbar kälterer Luft

Die Kaltfront zieht am Mittwoch rasch von Nordwesten nach Südosten. Im Südosten kann es am Vormittag zunächst noch freundlich und trocken bleiben – doch im Laufe des Tages kippt auch dort die Lage. Hinter der Kaltfront wird es nicht nur nasser, sondern auch deutlich unbeständiger. Laut DWD strömt hochreichend labile Luft ins Land. Also genau die Wetterlage, die zahlreiche Schauer und örtliche Graupelgewitter begünstigt. Die Temperaturen brechen dabei regelrecht ein: Statt frühlingshafter Werte werden nur noch 8 bis 16 Grad erreicht. Damit ist klar: Der freundliche Frühlingsabschnitt ist erst einmal vorbei.

Besonders heikel wird die Lage beim Wind. Der kann am Mittwoch in vielen Regionen gefährlich stark werden. Auf exponierten Gipfeln wie dem Brocken und dem Feldberg im Schwarzwald sind laut DWD orkanartige Böen um 120 Kilometer pro Stunde möglich. Auch an den Küsten und in höheren Lagen des Berglands wird es stürmisch. Dort drohen schwere Sturmböen zwischen 80 und 100 Kilometern pro Stunde, in tieferen Lagen häufig 60 bis 70 Kilometer pro Stunde. Vor allem im Norden und südlich der Donau rechnet der DWD mit besonders kräftigen Böen. Dazu kommen kurze Graupelgewitter, die im gesamten Bundesgebiet auftreten können – oft begleitet von stürmischen Windspitzen. Erst am Abend soll der Wind langsam nachlassen.

Winter-Comeback im Bergland: Schnee fällt teils schon ab 400 Metern

Mit der Kaltfront kommt nicht nur Regen, sondern in höheren Lagen auch Schnee. Die Schneefallgrenze sinkt im Tagesverlauf deutlich:

  • im Westen auf etwa 600 Meter
  • im Osten und Süden zunächst auf rund 900 Meter
  • in der Nacht teils sogar auf 400 Meter

Damit kann es in vielen Mittelgebirgslagen und in Alpennähe noch einmal weiß werden. Besonders betroffen sind laut DWD die Alpen, der Schwarzwald und höhere Lagen der südlichen Mittelgebirge. Dort werden bis Donnerstag 10 bis 20 Zentimeter Neuschnee erwartet. In besonders exponierten Staulagen kann sogar noch mehr zusammenkommen.

Frost in der Nacht: Autofahrern droht Glätte am Donnerstagmorgen

Nach dem Sturm folgt die nächste Gefahr: Frost und glatte Straßen. In der Nacht zum Donnerstag sinken die Temperaturen vielerorts deutlich ab. Möglich sind laut DWD:

  • Tiefstwerte zwischen plus 4 und minus 3 Grad
  • lokal sogar bis zu minus 4 Grad

Betroffen ist nicht nur das Bergland. Auch in tieferen Lagen kann es bei längerem Aufklaren frostig werden. Für Autofahrer bedeutet das: Vorsicht in den frühen Morgenstunden! Vor allem auf Brücken, in Senken und in höheren Lagen drohen gefrierende Nässe, rutschige Fahrbahnen und örtlich Glätte durch Neuschnee. An den Alpen sinkt die Schneefallgrenze sogar bis in die Täler. Dort sind in der Nacht und am Donnerstagmorgen winterliche Straßenverhältnisse möglich. "Es ist davon auszugehen, dass es in den Abend- und Nachtstunden Schneefall oberhalb von 400 bis 600 Metern gibt", warnt DWD-Meteorologin Kernn.

Frühlingscomeback an Ostern? Meteorologen wagen Prognose

Wer auf eine schnelle Rückkehr des Frühlingswetters hofft, braucht Geduld. Das kühle und wechselhafte Wetter bleibt laut DWD mindestens bis Freitag bestehen. Vor allem an den Alpen fällt weiter immer wieder Schnee, aber auch in anderen Regionen sind vereinzelte Schauer möglich. Dazu bleiben die Nächte frostig. Heißt konkret: Der Frühlings-Dämpfer ist nicht nach einem Tag vorbei. Ganz abgeschrieben ist der Frühling aber noch nicht. Ab der kommenden Woche zeichnet sich laut den aktuellen Aussichten eine langsame Wetterberuhigung ab. Die Temperaturen sollen schrittweise wieder steigen, auch der Frost könnte dann deutlich an Schärfe verlieren. Mit Blick auf Ostern 2026 gibt es sogar vorsichtig positive Signale: Über Westeuropa könnte sich eine Warmluftblase aufbauen, die wieder mildere Luft nach Deutschland lenkt.

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/gom/news.de/dpa

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