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Vermisstenfall Rebecca Reusch: Berlinerin seit sieben Jahren spurlos verschwunden - Polizei erhält 3.500 Hinweise

Auch sieben Jahre nach ihrem Verschwinden fehlt von Rebecca Reusch jede Spur. Bild: picture alliance/dpa | ---

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  • Rebecca Reusch am 18. Februar 2026 seit genau sieben Jahren verschwunden
  • Polizei erhielt bislang 3.500 Hinweise zu dem Vermisstenfall
  • Bei einem Polizei-Großeinsatz im vergangenen Herbst wurden weder eine Leiche noch neue Beweismittel gefunden
  • Schwager der damals 15-jährigen Schülerin steht weiterhin unter Mordverdacht
  • Laut Profiler Lösung des Falls schwierig, aber weiterhin möglich

Genau sieben Jahre ist es her, dass die damals 15-jährige Rebecca Reusch spurlos verschwand. Am 18. Februar 2019 verlor sich im Berliner Stadtteil Britz (Bezirk Neukölln) jede Spur von der Jugendlichen – bis heute wurde sie weder lebend noch tot aufgefunden. Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren.

Rebecca Reusch seit sieben Jahren vermisst: Polizei geht 3.500 Hinweisen nach

Rund 3.500 Hinweise aus der Bevölkerung sind mittlerweile bei der Polizei eingegangen. Allein seit einer erneuten Großsuche im vergangenen Herbst kamen 150 weitere Meldungen hinzu. "Es gehen regelmäßig weitere Hinweise ein", erklärte Staatsanwaltschaftssprecher Alan Bauer. Diesen werde nachgegangen.

Schwager von Rebecca Reusch unter Mordverdacht

Der Schwager der Vermissten, heute 34 Jahre alt, steht nach wie vor unter Mordverdacht. Er bestreitet jedoch jede Beteiligung an Rebeccas Verschwinden.Rebecca übernachtete in jener Nacht bei ihrer Schwester und deren Mann. Der Schwager kehrte nach eigenen Angaben erst gegen 5.45 Uhr morgens von einer Feier zurück. Seine Frau verließ das Haus um 7 Uhr, um die gemeinsame Tochter in die Kita zu bringen.

Als Rebeccas Mutter versuchte, ihre Tochter telefonisch für die Schule zu wecken, erreichte sie niemanden. Der Schwager drückte einen Anruf zunächst weg, meldete sich dann aber zurück – mit der Behauptung, Rebecca sei bereits gegangen. Zum Unterrichtsbeginn um 9.50 Uhr erschien sie jedoch nicht.

Wenige Stunden wurde der Familienwagen auf der A12 in Richtung Polen erfasst – am Folgetag erneut. Nur der Schwager hatte Zugriff auf das Fahrzeug. Eine plausible Erklärung für diese Fahrten lieferte er bis heute nicht.

Keine Leiche bei Ermittlungen auf Grundstücken in Brandenburg entdeckt

Im Oktober 2025 startete die Polizei einen erneuten Großeinsatz in Brandenburg südöstlich von Berlin. Durchsucht wurden zwei Grundstücke – eines gehörte der Großmutter des verdächtigen Schwagers, auf dem anderen hatten seine Großeltern bis 2005 gelebt. Der Schwager soll sich an beiden Orten gut ausgekannt haben.

Die Ermittler setzten Bagger, Drohnen und Bodenradar ein. Es gebe Anhaltspunkte, dass der Verdächtige Rebeccas Leiche sowie persönliche Gegenstände vorübergehend dorthin gebracht haben könnte, begründete die Polizei die Maßnahme. "Auch die kriminaltechnischen Untersuchungen von gesicherten Spuren dauern noch an", teilte Staatsanwaltschaftssprecher Bauer mit. Eine Leiche oder eindeutige Beweise wurden bislang nicht gefunden.

Profiler hält Lösung des Vermisstenfalls Rebecca Reusch für möglich

Der ehemalige Bremer Mordkommissar und Fallanalytiker Axel Petermann hält eine Lösung des Falls nach wie vor für möglich. "In manchen Fällen melden sich Zeugen erst Jahre später, weil sie zuvor in einer engen Beziehung zum Täter standen oder aus Angst geschwiegen haben", erklärte er gegenüber der"Bild". Auch Täter selbst könnten sich stellen, wenn sie die Schuld nicht mehr ertragen.

Die Beweisführung gestalte sich laut dem Profiler allerdings schwierig: Rebecca verschwand in einem Umfeld, in dem ihre Spuren ohnehin alltäglich waren. Haare oder Hautpartikel lassen sich zeitlich kaum zuordnen.

Eine vorschnelle Anklage birgt Risiken – ein Freispruch würde nach dem Grundsatz "ne bis in idem" eine erneute strafrechtliche Verfolgung wegen derselben Tat ausschließen, so Petermann. Immerhin: Mord verjährt in Deutschland nicht.

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/news.de/dpa/stg

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