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Sparkassen-Einbruch in Gelsenkirchen-Buer: Erste heiße Spur? Ermittler sichern gefälschte Autokennzeichen nach Schließfach-Plünderung

Nach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen haben Ermittler Autokennzeichen sichergestellt, die womöglich zu einem der Fluchtfahrzeuge gehören. Bild: picture alliance/dpa | Oliver Berg

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  • Aktuelle Entwicklungen nach Einbruch in Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen Buer
  • Ermittler finden Kfz-Schilder in Mülleimer am Dortmunder Hauptbahnhof
  • Spurensicherung im Einsatz - endlich heiße Spur zu Bankräubern?

Im spektakulären Sparkassen-Einbruch von Gelsenkirchen gibt es eine möglicherweise entscheidende Wendung: Am Nachmittag des 4. Januar 2026, wenige Tage nach dem Einbruch am 29. Dezember 2025, entdeckte ein aufmerksamer Zeuge zwei Nummernschilder in einem Abfallbehälter am Dortmunder Hauptbahnhof. Der Fundort befand sich in der Nähe des Taxistandes am U-Bahn-Abgang.

Nach Einbruch in Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen Buer: Polizei findet Nummernschilder von Fluchtfahrzeugen

Die Bundespolizei erkannte sofort die Brisanz: Bei den Kennzeichen handelt es sich offenbar um gefälschte Nummernschilder der Fluchtfahrzeuge, die bei dem Millionen-Coup zum Einsatz kamen. Ermittler der Kriminalpolizei Gelsenkirchen eilten umgehend nach Dortmund und stellten die Beweismittel sicher.

Noch am Fundort führten Spezialisten eine Spurensicherung durch. Auch der Zeuge wurde erkennungsdienstlich behandelt, um seine Fingerabdrücke von möglichen Täterspuren unterscheiden zu können. Die Ermittlungskommission "Kernbohrer" wertet nun Überwachungskameras aus, die den Bereich möglicherweise erfasst haben.

Täter bohrten sich durch die Tresorwand und knackten Tausende Bankschließfächer

Der Einbruch in die Gelsenkirchener Sparkassen-Filiale im Stadtteil Buer zählt zu den aufsehenerregendsten Banküberfällen der jüngeren deutschen Geschichte. Die Täter verschafften sich zunächst über ein angrenzendes Parkhaus Zugang zum Gebäude. Von einem Archivraum aus bohrten sie ein großes Loch direkt in den Tresorraum der Bank.

Dort machten sich die Kriminellen systematisch ans Werk: Nahezu alle 3.250 Kundenschließfächer wurden aufgebrochen. Nach Erkenntnissen der Ermittler erstreckte sich die Beutetour vermutlich über mehrere Tage. Erst am 29. Dezember flog der Coup auf, als die Brandmeldeanlage Alarm schlug und Einsatzkräfte den Einbruch entdeckten.

Sparkassen-Raub in NRW: Verdächtige Millionensummen in den Schließfächern

Nach dem Tresor-Coup in der Filiale der Sparkasse Gelsenkirchen im Stadtteil Buer sucht die Polizei nach den Tätern - bislang aber ohne großen Durchbruch. Bild: picture alliance/dpa | Oliver Berg

Das Ausmaß des Schadens übersteigt alle bisherigen Schätzungen deutlich. Während die Polizei zunächst von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag ausging, könnte die tatsächliche Beute laut Informationen aus Sicherheitskreisen bei über 100 Millionen Euro liegen. Einzelne Geschädigte gaben an, mehr als 500.000 Euro in ihren Fächern aufbewahrt zu haben.

Die Herkunft dieser enormen Bargeldsummen wirft bei den Ermittlern Fragen auf. Laut "Bild" erscheint den Beamten der Ursprung mancher Gelder verdächtig – im Raum stehen Vermutungen über Schwarzgeld oder Vermögen aus dem Clan-Milieu. Offiziell deklarierten viele Betroffene ihre Einlagen als "Hochzeitsgelder", wie die dpa erfuhr. Eine seriöse Bezifferung des Gesamtschadens sei derzeit noch nicht möglich, teilte die Polizei mit.

Polizei in NRW startet Fahndung mit Fotos der maskierten Täter

Die Polizei veröffentlichte am ersten Januar-Wochenende Aufnahmen aus Überwachungskameras, die drei Verdächtige mit schwarzen Sturmhauben zeigen. Auffällig sind die unterschiedlich farbigen Handschuhe – einer der Täter trug rote, ein anderer grüne. Die Bilder entstanden am 29. Dezember im Parkhaus neben der Bank. Zudem fahnden die Ermittler nach zwei Fluchtfahrzeugen: einem schwarzen Audi RS 6 mit gefälschtem Kennzeichen aus Hannover sowie einem weißen Mercedes-Citan mit einem falschen Nummernschild aus Beckum. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise zu den Personen und Fahrzeugen, dieHinweise telefonisch unter den Rufnummern 0209 365 8112 oder 0209 365 8240 entgegengenommen werden.

Die betroffene Sparkassen-Filiale bleibt vorerst geschlossen. Die Beseitigung der Einbruchschäden dauert noch an, wie die Bank mitteilte. Bild: picture alliance/dpa | Oliver Berg

Die betroffene Sparkassen-Filiale bleibt vorerst geschlossen. Die Beseitigung der Einbruchschäden dauert weiter an, wie die Bank mitteilte. Spezialisten haben das Loch im Tresorraum inzwischen verschlossen.

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/news.de/dpa/stg

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