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Fulda: Tosende Stürme, große Gefühle: Fulda feiert "Schimmelreiter"

Täglich bestens informiert mit den aktuellen Nachrichten auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / Tryfonov

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Wind heult durch das Theater, Wellen türmen sich meterhoch auf einer gigantischen LED-Leinwand, Nebelschwaden ziehen über die Bühne: Mit einer spektakulären Uraufführung hat Spotlight Musicals in Fulda das neue Stück "Der Schimmelreiter" auf die Bühne gebracht – und das Publikum begeistert.

Minutenlanger Applaus, stehende Ovationen und sichtbar begeisterte Zuschauerinnen und Zuschauer nach dem Schlussbild machten deutlich: Die Musical-Uraufführung der Erfolgsproduzenten ("Bonifatius", "Die Päpstin", "Medicus", "Robin Hood") am Freitagabend im Schlosstheater ist geglückt.

Zwischen Spuk und Realität

Komponist und Autor Dennis Martin verwandelte den Literaturklassiker in ein emotionales Musical mit Elementen einer Gothic Novel. Zwischen Spuk und Realität, Liebe und Tragödie entwickelt sich auf der Bühne eine atmosphärisch dichte Geschichte, die das Publikum von Beginn an in ihren Bann zieht.

Großen Anteil daran hat die aufwendige Inszenierung von Regisseur Simon Eichenberger. Mit modernem Tanz, präzise choreografierten Ensembleszenen und einer Vielzahl technischer Effekte verwandelte sich das Schlosstheater immer wieder in eine von Wind und Wasser geprägte Küstenlandschaft.

Erstmals setzte Spotlight dabei auf eine riesige LED-Leinwand, auf der sich Wolkenberge auftürmen, Deiche brechen und Sturmfluten heranrollen. Gemeinsam mit Windmaschinen, Lichteffekten und der Drehbühne entsteht ein Sog, der die Zuschauer mitten in die raue Welt der nordfriesischen Küste hineinzieht.

Panne - aber nach bangen Minuten geht es richtig los

Doch die moderne Technik hat auch ihre Tücken: Ausgerechnet bei der Premiere versagen gleich zu Beginn die visuellen Effekte. Die Aufführung wird unterbrochen, bevor sie richtig begonnen hat. "Wir hatten noch nie eine abgebrochene Premiere", sagt Produktionsleiter Peter Scholz, der angesichts der Panne echte Entertainer-Qualitäten zeigt und das Publikum humorvoll unterhält. Nach bangen Minuten läuft dann alles, wie es soll.

Geheimnisvolle Pferdepuppe

Zu den Höhepunkten des Abends gehört der titelgebende Schimmel – eine erstaunlich lebendig wirkende Pferdepuppe, die eigens in einer Spezialwerkstatt in Südafrika gefertigt wurde. Von zwei Darstellern bewegt, verleiht das geheimnisvolle Tier der Inszenierung ihren mystischen Charakter.

In den Hauptrollen überzeugten Sascha Kurth als Deichgraf Hauke Haien und Pamina Lenn als Elke Volkerts. Kurth verleiht dem zwischen Rationalität und inneren Konflikten schwankenden Außenseiter große emotionale Tiefe.

"Das Spannende an dieser Rolle ist es, die Zuschauer spüren zu lassen, dass Hauke nicht nur ein an Logik und Zahlen orientierter Mann ist, sondern auch viele Emotionen hat und den Wunsch, etwas zu verändern", hatte der Schauspieler über die herausfordernde Rolle berichtet. Lenn setzt als starke, selbstbewusste und zugleich einfühlsame Elke den Gegenpol und überzeugt ebenso wie der Rest des spielfreudigen Ensembles.

Bereits 46.000 Tickets verkauft

Dabei ist die Wahl des Stoffes durchaus mutig. Während frühere Spotlight-Produktionen auf bekannten Erzählungen oder Legenden beruhen, gilt Storms Novelle vielen als eher ferne Erinnerung an die Schulzeit. Spotlight ist mit dem "Schimmelreiter" bewusst ein Risiko eingegangen. Doch für Komponist Martin und Produzent Scholz ist die Übertragung des deutschen Literaturklassikers auf die Musicalbühne eine Herzensangelegenheit, die sie schon viele Jahre mit sich herumgetragen haben und an deren Erfolg sie fest glauben.

"Es hätte auch sein können, dass es das Ende von Spotlight ist", beschreibt Scholz dem Premierenpublikum das Risiko, den anspruchsvollen Stoff auf die Bühne zu bringen und daraus ein ungewöhnliches Musical zu machen. "Es muss nicht jedes Musical gleich sein."

Dass die Geschichte um den legendären Deichgrafen auch heute noch Menschen bewegt, zeigte sich bereits vor der Premiere. Nach Angaben des Unternehmens wurden bereits 46.000 Tickets für über 90 Vorstellungen verkauft. Das Stück werde wegen der hohen Ticketnachfrage bis zum 6. September verlängert. Weitere Karten seien voraussichtlich ab dem 17. Juni erhältlich.

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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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