Polizei-News Göttingen, 03.07.26: 250 Verfahren, neun Aufenthaltsverbote, Langzeitgewahrsam - Polizei stuft Waageplatz als Kontrollort ein
Die Polizei berichtet über einen aktuellen Fall (Symbolbild). Bild: picture alliance / dpa / Bernd Wüstneck
Erstellt von Team Datenjournalismus
03.07.2026 10.18
Der Waageplatz in der Göttinger Innenstadt sowie auch die angrenzenden Straßen, Wege und Plätze stellen seit geraumer Zeit einen polizeilichen Einsatzschwerpunkt im Kontext von Betäubungsmittelkriminalität und Rohheitsdelikten dar.
Das vorliegende polizeiliche Lagebild sowie die öffentlich wahrnehmbare Situation führten dazu, dass die Polizei den Waageplatz bereits im April als "Kontrollörtlichkeit" nach § 13 Niedersächsisches Polizei- und Ordnungsbehördengesetz (kurz NPOG) einstufte.
Die Norm ermächtigt u. a. die Polizei dazu, die Identität einer Person festzustellen, wenn sie an einem Ort angetroffen wird, von dem Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass dort Personen Straftaten von erheblicher Bedeutung verabreden, vorbereiten oder verüben.
Unmittelbar mit der Einstufung ging ein vielschichtiger Katalog an polizeilichen Maßnahmen einher, die seitdem verstärkt auf und um den Waageplatz von unterschiedlichen Einheiten der Polizei kontinuierlich umgesetzt und langfristig verfolgt werden.
Neben allgemeinen Personenkontrollen und -überprüfungen ist die konsequente Durchsetzung repressiver Maßnahmen gegen Teile des dort aufhältigen Klientels zur langfristigen Reduzierung der Einsatzanlässe und damit Entkriminalisierung bzw. Befriedung des beliebten Innenstadtplatzes ein zentraler Punkt des breit aufgestellten Maßnahmenkonzeptes. Hinzu kommen u. a. uniformierte Fußstreifen zur Erhöhung des Sicherheitsempfindens der Göttinger Bürgerinnen und Bürger und gemeinsame Kontrollen mit der Stadt Göttingen.
Maßnahmen führten zu ersten polizeilichen Erfolgen
In den ersten drei Monaten leitete die Polizei im Bereich zwischen Goethe-Allee und Oberer Maschstraße, über Waageplatz und Robert-Gernhardt-Platz bis zur Weender Straße mitsamt dem direkt anliegenden Wall 246 Strafverfahren - u. a. wegen Körperverletzungs-, Rauschgift- und Eigentumsdelikten - und 23 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Hinzu kommen neun ausgesprochene Aufenthaltsverbote, sieben Ingewahrsamnahmen, ein sog. Langzeitgewahrsam für die Dauer von drei Tagen und die Festnahme eines Mannes zur Umsetzung eines Erzwingungshaftbefehls über 25 Tage.
Die bisherigen Maßnahmen und Erfolge stehen hierbei im Lichte der besonderen zusätzlichen Belastungen der Polizeiinspektion Göttingen in den vergangenen Wochen - von den Auseinandersetzungen zwischen Großfamilien, bei denen ein Polizeibeamter schwer verletzt wurde, über vielfältige weitere herausragende Ereignisse, bis hin zu einem umfangreichen Versammlungsgeschehen - und unterstreichen das hohe Engagement zur Erhöhung der Sicherheit im öffentlichen Raum.
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Polizeiinspektion Göttingen vom 03.07.2026 gegen 09:47 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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