Polizei-News Dresden, 29.06.26: Anhaltende Hitze sorgt erneut für hohe Belastung von Rettungsdienst, Feuerwehr und Leitstelle
Die Polizei informiert über einen aktuellen Unfall (Symbolbild). Bild: picture alliance / dpa / Friso Gentsch
Erstellt von Team Datenjournalismus
29.06.2026 07.59
Auch am gestrigen Sonntag hat die anhaltende Hitzewelle Feuerwehr, Rettungsdienst und die Integrierte Regionalleitstelle Dresden stark gefordert. Zwar lag die Zahl der Rettungsdiensteinsätze mit 278 Einsätzen unter dem Rekordwert des Vortages, dennoch nahm die Zahl der vermutlich hitzebedingten Notfälle deutlich zu.
In den frühen Morgenstunden des 29. Juni zog zudem ein Gewitter über den Leitstellenbereich der Integrierten Regionalleitstelle Dresden. In der Landeshauptstadt Dresden blieb die Lage weitgehend ruhig. Die Feuerwehr rückte zu drei wetterbedingten Einsätzen aus. Dabei mussten Gefahren durch entwurzelte Bäume sowie eine überflutete Fahrbahn in Dresden-Weißig beseitigt werden. Größere Schäden oder besondere Einsatzlagen waren im Stadtgebiet nicht zu verzeichnen.
Im Einzelnen wurden in den vergangenen 24 Stunden 278 Rettungsdiensteinsätze disponiert. In 87 Fällen kam zusätzlich ein Notarzt zum Einsatz. Der Rettungshubschrauber wurde fünfmal alarmiert. Hinzu kamen zwei Intensivverlegungen sowie 31 qualifizierte Krankentransporte.
Im Bereich der Feuerwehr rückten die Einsatzkräfte zu sieben Brandeinsätzen, 30 technischen Hilfeleistungen sowie sieben Einsätzen aufgrund ausgelöster automatischer Brandmeldeanlagen aus.
Anhand des Meldebildes wurden im gesamten Leitstellenbereich der Integrierten Regionalleitstelle Dresden 63 Rettungsdiensteinsätze als möglicherweise hitzebedingt eingestuft. Davon entfielen 37 Einsätze auf die Landeshauptstadt Dresden. Gegenüber dem Vortag hat sich die Zahl dieser Einsätze in Dresden mehr als verdoppelt. Die Einordnung basiert auf den Angaben der Anrufenden im Rahmen der Notrufabfrage. Ob die hohen Temperaturen tatsächlich ursächlich für den jeweiligen medizinischen Notfall waren, kann auf dieser Grundlage nicht abschließend beurteilt werden.
Besonders gefordert waren erneut die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Integrierten Regionalleitstelle Dresden. Vor allem die zahlreichen Feld- und Vegetationsbrände im Landkreis Meißen führten über Stunden zu einem außergewöhnlich hohen Anrufaufkommen. Bereits gegen 12:00 Uhr gingen innerhalb einer Stunde rund 50 Notrufe ein. Dieses hohe Niveau hielt bis etwa 16:30 Uhr an und erreichte gegen 16:00 Uhr mit 65 Notrufen innerhalb einer Stunde seinen Höchststand.Im Zeitraum von 06:30 Uhr bis 23:00 Uhr bearbeitete die Leitstelle insgesamt 1.881 Anrufe, darunter 634 Notrufe. Zum Vergleich: An einem gewöhnlichen Sonntag gehen im Leitstellenbereich durchschnittlich rund 500 Notrufe ein. Zur Bewältigung der außergewöhnlichen Lage mussten erneut fünf zusätzliche Kolleginnen und Kollegen aus den Feuer- und Rettungswachen der Berufsfeuerwehr zur Unterstützung in die Leitstelle entsandt werden.
Zu den prägenden Einsätzen des Tages gehörte gegen 12:57 Uhr ein Vegetationsbrand in der Dresdner Heide. Auf einer Fläche von etwa 30 × 10 Metern brannte Waldboden entlang eines Weges. Durch den schnellen Löschangriff mit drei Strahlrohren konnte eine weitere Ausbreitung verhindert werden. Die Wasserversorgung wurde im Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen sichergestellt. Gegen 19:30 Uhr erfolgte eine Nachkontrolle der Einsatzstelle.
Bereits um 11:46 Uhr wurden Feuerwehr und Rettungsdienst zu einer Personenrettung aus einem Aufzug im Bereich Moränenende alarmiert. Sechs Personen waren in einer Aufzugskabine eingeschlossen, die sich aufgrund der hohen Außentemperaturen stark aufgeheizt hatte. Eine Person war bereits kollabiert. Nachdem eine zerstörungsfreie Öffnung nicht möglich war, verschafften sich die Einsatzkräfte gewaltsam Zugang zur Kabine und setzten einen Hochleistungslüfter ein, um die Eingeschlossenen mit Frischluft zu versorgen. Alle Personen konnten gerettet und dem Rettungsdienst übergeben werden. Zwei Personen wurden zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus transportiert.
Am Abend unterstützte die Feuerwehr zudem den Rettungsdienst bei einem medizinischen Notfall in einer stark aufgeheizten Dachgeschosswohnung im Stadtteil Striesen. Eine Patientin mit Kreislaufproblemen sowie ihre drei Kleinkinder wurden durch die Einsatzkräfte betreut. Die Wohnung wurde belüftet, die Patientin mit kühlen Tüchern versorgt und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes medizinisch betreut. Die zwischenzeitlich nachgeforderte zusätzliche Rettungswagenbesatzung für die Betreuung der Kinder konnte nach dem Eintreffen einer Angehörigen wieder abbestellt werden.
Feuerwehrsprecher Michael Klahre: "Wir appellieren an die Bevölkerung, die anhaltende Hitze ernst zu nehmen und sich entsprechend zu verhalten. Ausreichendes Trinken, das Meiden körperlicher Anstrengungen während der Mittagshitze sowie besondere Aufmerksamkeit für ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich vorbelastete Personen können helfen, medizinische Notfälle zu vermeiden. Ebenso muss im Wald und auf Freiflächen konsequent auf offenes Feuer sowie andere mögliche Zündquellen verzichtet werden.Die vergangenen Tage haben eindrucksvoll gezeigt, wie stark die anhaltende Hitze nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Einsatzkräfte belastet. Feuerwehr, Rettungsdienst und Leitstelle leisten auch bei hochsommerlichen Temperaturen rund um die Uhr Hilfe. Gleichzeitig unterstützen zahlreiche Einsatzkräfte überörtliche Großschadenslagen - wie derzeit beim Waldbrand in der Gohrischheide -, bei denen sie über viele Stunden unter extremen Witterungsbedingungen arbeiten.
Umsichtiges Verhalten hilft deshalb doppelt: Es schützt Menschen und Umwelt, verhindert vermeidbare Notfälle und Brände und trägt dazu bei, die Einsatzkräfte für die Bewältigung unvermeidbarer Notlagen verfügbar zu
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Feuerwehr Dresden vom 29.06.2026 gegen 07:23 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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