Polizei-News Kreis Paderborn, 17.06.26: Schockanruf führt zur Festnahme eines Tatverdächtigen
Aktuelle Polizeimeldung: Blaulichtreport Bild: Adobe Stock / Karl-Heinz H
Erstellt von Team Datenjournalismus
17.06.2026 11.33
Nach einem Schockanruf bei einem 87-Jährigen im Kreis Paderborn hat die Polizei am Montagnachmittag, 15. Juni, einen Tatverdächtigen festgenommen. Der in Kassel wohnhafte 32-jährige Bulgare sitzt in Untersuchungshaft.
Der 87-Jährige erhielt gegen 16.05 Uhr einen Anruf von einer anonymen Nummer. Da dies in letzter Zeit schon mehrmals vorgekommen war, übernahm der ebenfalls anwesende 66-jährige Sohn den Anruf und gab sich als sein Vater aus. Es meldete sich ein falscher Polizeibeamter, der die Geschichte einer Verbrecherbande erzählte, die in der Nähe des Wohnhauses des 87-jährigen bereits mehrere Einbrüche verübt habe. Zwei Täter seien bereits durch die Polizei gefasst worden, ein dritter sei nun aber auf dem Weg zum Haus des Angerufenen. Damit dieser auch gefasst werden könne, solle der 87-Jährige als Lockmittel seine Wertsachen vor der Tür deponieren.Der falsche Polizist und ein angeblicher Staatsanwalt wechselten sich am Telefon ab.
Der 66-Jährige erkannte die Betrugsmasche sofort, hielt den falschen Polizisten aber im Gespräch. Weitere anwesende Angehörige alarmierten parallel die echte Polizei, die zeitnah beim Haus eintraf. Nach 90 Minuten am Telefon, gab der falsche Polizeibeamte den Hinweis, dass die Wertsachen nun vor dem Haus deponiert werden könnten. Der 87-Jährige hatte in der Zeit wertlose Gegenstände verpackt und legte diese vor dem Haus ab.
Gegen 18.20 Uhr erschien dann der 32-jährige Bulgare und nahm die Tasche an sich. Als er sich vom Ort entfernen wollte, stellte ihn die echte Polizei. Der Mann trug einen Schlagstock bei sich. In seinem in einer Nebenstraße abgestellten Auto entdeckten die Beamten zudem eine Schreckschusspistole sowie Überweisungsbelege im mittleren vierstelligen Bereich für Konten in der Türkei und in Bulgarien.
Der Tatverdächtige wurde festgenommen und auf Antrag der Staatsanwaltschaft Paderborn einem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete die Untersuchungshaft an.
Die Polizei warnt durch ihre Kampagne "Geschockt am Telefon? Auflegen!" bereits seit zwei Jahren regelmäßig vor dem Betrug am Telefon oder per Messenger-Dienst. Sie rät dazu, sich nicht auf Gespräche mit falschen Polizeibeamten, Staatsanwälten oder Bankmitarbeitern einzulassen, da diese geschult und somit in der Lage sind, selbst misstrauische Personen auf die falsche Fährte zu locken. Betroffene sollten auflegen, Rücksprache mit ihren Angehörigen nehmen und die echte Polizei über die Notrufnummer 110 anrufen. Gleichzeitig sollten Angehörige gerade mit älteren Familienmitgliedern regelmäßig über den Betrug am Telefon sprechen und für die Gefahren sensibilisieren. Alle Informationen zur Kampagne "Geschockt am Telefon? Auflegen!" gibt es auf der Homepage der Polizei Paderborn: https://paderborn.polizei.nrw/artikel/geschockt-am-telefon-auflegen
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+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Polizei Paderborn vom 17.06.2026 gegen 11:00 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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