Polizei-News Remagen, 18.03.26: Polizeiinspektion Remagen - Bericht zur Kriminalstatistik
Die Polizei informiert über einen aktuellen Unfall (Symbolbild). Bild: picture alliance / dpa / dpa-Zentralbild / Soeren Stache
Erstellt von Team Datenjournalismus
18.03.2026 10.55
Allgemeines und Grunddaten:
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist eine Zusammenstellung aller der Polizei in einem bestimmten geografischen Raum bekannt gewordenen strafrechtlichen Sachverhalte.Im Fall der PI Remagen umfasst dieser Raum die Städte Remagen und Sinzig, Stadt und Verbandsgemeinde Bad Breisig sowie große Teile der VG Brohltal - ein Gebiet von rund 200 qkm mit insgesamt etwa 61000 Einwohnern.
Straftatenaufkommen rückläufig:
Im Vergleich zum Jahr 2024 ist das Straftatenaufkommen bei der PI Remagen im Jahr 2024 gesunken. So wurden im Jahr 2025 insgesamt 3162 Straftaten erfasst, was einer Reduzierung der Straftaten um 13,06 % (- 475 Fälle) darstellt.
Von den im Jahr 2025 erfassten 3162 Straftaten konnten 1867 Fälle aufgeklärt werden. Dies entspricht einer AQ von 59,0 %, (2024 60,2 %). Es wurden 1374 Personen als Tatverdächtige erfasst (Vorjahr 1.736), darunter 39 Kinder (bis unter 14 Jahre), 74 Jugendliche (14-17 Jahre) und 65 Heranwachsende (18 - unter 21 Jahre). Damit wurden insgesamt 178 Tatverdächtige unter 21 Jahren festgestellt, was einem Anteil an der Gesamtzahl der ermittelten Tatverdächtigen von ca. 12,95 % entspricht.Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen (TV) lag bei 30,7% und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 3,0 % gestiegen.
Von den bereits erwähnten 3162 registrierten Straftaten wurden 1738 Fälle bei der PI Remagen abschließend bearbeitet. Das entspricht einem Anteil von ca. 55 %. Die nicht abschließend bearbeiteten Strafanzeigen wurden dabei jedoch in aller Regel von der Remagener Polizei im sogenannten -Ersten Angriff- aufgenommen, in der Folge aber bei anderen Dienststellen, in deren eigentlicher Zuständigkeit die Sachbearbeitung liegt, endbearbeitet. Andere Dienststellen in diesem Zusammenhang sind hier zum Beispiel die Kriminalinspektion Mayen, die Bundespolizei (insbesondere bei Delikten im und um den Bahnverkehr), sowie in besonderen Einzelfällen auch die kriminalpolizeilichen Dienststellen in Koblenz.Dabei liegt der Schwerpunkt in der Zusammenarbeit sicherlich bei der KI Mayen. Die enge Zusammenarbeit mit der KI Mayen wurde seit Juli 2024 durch die Landesreform und Umstrukturierung der Kriminalpolizei zusätzlich intensiviert.Der erste Angriff findet oftmals durch die Kolleginnen und Kollegen des Wechselschichtdienstes der PI Remagen statt, die Endsachbearbeitung liegt häufig bei der KI Mayen, seit Juli 2024 in vielen Deliktsbereichen beim Regionalkommissariat Remagen.Hier werden dann in enger Zusammenarbeit zwischen Schutz- und Kriminalpolizei die Taten der einzelnen Täter zusammengeführt, Muster erkannt und die Beweislage verdichtet, um eine spätere Verurteilung erreichen zu können.
Zahl der Einbrüche steigt an, bleibt aber insgesamt auf einem niedrigen Niveau:Die Anzahl der erfassten Fälle von Wohnungseinbruchsdiebstahl (WED) sowie Tageswohnungseinbruch (TWE) sank in den Vorjahren deutlich ab.Dieser Trend setzt sich seit dem Jahr 2022 nicht fort, denn die Fallzahlen steigen in diesem Bereich, wenn auch nur leicht, an.So wurden im Jahr 2025 im Bereich WED 62 Fälle erfasst, was gegenüber dem Vorjahr einer Veränderung von +12 Fällen entspricht. Allerdings blieb es in 37 Fällen nur beim Versuch des WED. Hier spielen mit hoher Wahrscheinlichkeit die Beratungsangebote zum Einbruchschutz sowie sie Sensibilisierung der Nachbarschaft (Stichwort: Wachsamer Nachbar) eine wichtige Rolle.Im Rahmen der Einbruchsberatungen vor Ort werden mögliche Schwachstellen, die die Täter zum Einbruch nutzen können, erkannt, analysiert und in der Folge gesichert, so dass es für die Täter beim Versuch bleibt.
Rohheitsdelikte gefallen:
Rohheitsdelikte wie Raub und Körperverletzungsdelikte werden oft in sozialen Medien thematisiert und beeinflussen das subjektive Sicherheitsgefühl.Insgesamt wurden 644 Rohheitsdelikte registriert. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Reduzierung um 64 Fälle. Die AQ lag bei erfreulichen 91,1 %.Bei den registrierten Raubdelikten kam es im Vergleich zum Vorjahr zu einer Reduzierung um 3 Fälle. Es wurden 11 Raubdelikte registriert (Vorjahr 14).
Körperverletzungen spielen eine große Rolle innerhalb der Rohheitsdelikte. So wurden im Jahr 2025 352 Körperverletzungen registriert (Vorjahr 408 Fälle, -56 Fälle, -13,7%). Die AQ betrug bei den KV-Delikten 92,9 %, was gegenüber dem Vorjahr (92,6%) eine leichte Steigerung um 0,3 % bedeutet. Über Jahre betrachtet liegt hier die Aufklärungsquote jedoch auf sehr hohem Niveau. Oftmals kennen sich bei Körperverletzungen Opfer und Täter, oder es gibt sonstige konkrete Ermittlungsansätze wie gute Täterbeschreibungen oder Zeugen, was die Aufklärung erleichtert. Im Deliktsfeld der gefährlichen Körperverletzung in der Öffentlichkeit, also auf Straßen, Wegen und Plätzen, wurden 28 Fälle erfasst.
Sachbeschädigungen auf öffentlichen Wegen und Plätzen gestiegen:Die Strafverfahren wegen Sachbeschädigungen sind insgesamt konstant bei 301 Delikten im Jahr 2024 auf aktuell 297 Delikte geblieben.Von den angezeigten Sachbeschädigungen entfielen 88 auf Sachbeschädigungen an KFZ (Vorjahr 111 Fälle).Insgesamt wurden 120 Fälle von Sachbeschädigungen auf öffentlichen Wegen und Plätzen (Vorjahr 98 Fälle) registriert, was einer Steigerung von 22 Fällen und damit +22,45% entspricht.
Betrug stark rückläufig - Tatmittel Internet spielt eine zentrale Rolle:Auf den ersten Blick wird es viele Betrachter erstaunen, dass die Betrugsdelikte bei der PI Remagen seit Jahren rückläufig sind. Waren es in 2015 noch über 900 Fälle, sank deren Zahl kontinuierlich auf unter 500 Fälle, aktuell 494 Delikte in 2025.Wie kommt es dann, dass fast jeder in seinem Familien- oder Bekanntenkreis jemanden kennt, der in den letzten 12 Monaten tatsächlich oder beinahe Opfer einer betrügerischen Attacke wurde?Ein wesentlicher wie einleuchtender Erklärungsansatz liegt im Tatort- bzw. Territorialprinzip der Kriminalstatistik begründet. Die große Masse der (Serien-) Betrugsdelikte wie etwa Anrufe falscher Polizeibeamter oder anderer Amtsträger, Microsoft-Support-Anrufer, falsche Gewinnbenachrichtigungen, Bitcoin-Erpressungen, betrügerische Inkassoschreiben oder ausgespähte Kreditkartendaten, um nur einige der gängigsten Vorgehensweisen zu nennen, wird inzwischen über das Telefon und/oder das Internet abgewickelt.Die Täter befinden sich in diesen Fällen also gar nicht körperlich innerhalb des Dienstgebietes der PI Remagen und in vielen Fällen nicht einmal innerhalb Deutschlands. Diese Delikte werden daher in der PKS überhaupt nicht erfasst. Sie werden zwar gezählt, aber eben nur vom BKA auf Bundesebene, da sie in der Regel keinem bestimmten Ort oder Region als Tatort zugerechnet werden können.Allerdings wohnen im Bereich der PI Remagen natürlich viele Opfer bzw. Geschädigte dieser überregionalen Betrugsmaschen, so dass die Aufnahme, Erstbearbeitung und Steuerung dieser Delikte auch bei der PI Remagen sehr viel Zeit und Personalressourcen bindet - und für viel Verärgerung bei den Betroffenen sorgt.
Rauschgiftdelikte deutlich gesunken:
Im Bereich der Rauschgiftdelikte wurden im Jahr 2025 insgesamt 179 Fälle registriert. Das bedeutet, dass damit 92 Fälle weniger als im Jahr 2024 bekannt wurden (271 Fälle im Vorjahr, -33 %). Die AQ liegt im Jahr 2025 bei 91,1 %.Verstöße in Zusammenhang mit dem Konsumcannabisgesetz (KCanG) wurden in 17 Fällen erfasst (Vorjahr 75 Fälle - Verstöße gegen das BtmG im Zusammenhang mit Cannabis sowie Einführung KCanG zum 01.04.2024, in 2023 164 Fälle). Die Legalisierung von Cannabis zum 01.04.2024 spiegelt sich dementsprechend in diesem Bereich wieder.Rauschgiftdelikte zählen zum Bereich der sogenannten Kontrollkriminalität, das heißt, dass Lageerkenntnisse stark von Ausmaß und Intensität der Bemühungen der Strafverfolgungsbehörden abhängig sind. Dem wird im Bereich der PI Remagen durch entsprechende Kontrollmaßnahmen Rechnung getragen, um das Etablieren einer "Szene", mit all den negativen Begleiterscheinungen, zu verhindern.
Neben der Bekämpfung der Szene vor Ort kommt der Ermittlungsarbeit eine bedeutende Rolle zu. Hier sei nochmals auf die Zusammenarbeit mit der KI Mayen hingewiesen. Die Feststellungen vor Ort werden der in der Regel für die Endsachbearbeitung zuständigen KI Mayen mitgeteilt. Hier werden die Erkenntnisse gesammelt, bewertet und ggf. größere Ermittlungsverfahren gegen erkannte Strukturen eingeleitet. Oftmals ergeben sich dann innerhalb dieser Verfahren weitere Verfahren, z. B. gegen identifizierte Dealer, Kuriere etc.
Fazit
Abschließend ist festzustellen, dass das Straftatenaufkommen im Dienstbezirk der PI Remagen in der Gesamtheit im Jahr 2025 gefallen ist. Die Anzahl der erfassten Straftaten bewegt sich in der Gesamtbetrachtung über die vergangenen 10 Jahre hinweg weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Polizeidirektion Mayen vom 18.03.2026 gegen 10:20 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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