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Polizei-News Frankfurt, 04.03.26: Frankfurt: Aktionstag gegen organisierte Kriminalität, Haftbefehl gegen 20-jährigen Niederländer vollstreckt

Mord für das Presseportal Bild: Adobe Stock / Andreas Gruhl

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Gemeinsame Pressemeldung der

Staatsanwaltschaft und des PolizeipräsidiumsFrankfurt am Main

Nach umfangreichen und intensiven Ermittlungen mit internationalem Bezug unter Federführung des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main wurden gestern (03.03.2026) im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ein Haftbefehl in den Niederlanden vollstreckt und dort zeitgleich mehrere Wohnungen durchsucht.

Einer Frau und vier Männern im Alter von 18 bis 24 Jahren wird vorgeworfen, an Explosionen von Sprengsätzen in Frankfurt am Main und im Rheingau-Taunus-Kreis beteiligt gewesen zu sein. Die Taten sind dem Phänomen "Violence-as-a-Service" zuzuordnen. Der jüngste Tatbeteiligte, der wegen seines Alters nicht als Beschuldigter im Gesamtkomplex geführt wird, war zur Tatzeit gerade einmal 13 Jahre alt.

In Folge zweier vollendeter und einer versuchten Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion am 29.07., 01.08. und 05.08.2025 in Taunusstein sowie zweier vollendeter und einer im Vorbereitungsstadium unterbundenen Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion am 29.07., 01.08. und 05.08.2025 in Frankfurt am Main, im letztgenannten vollendeten Fall tateinheitlich mit besonders schwerer Brandstiftung und versuchten Mordes, wurden durch das Polizeipräsidium Frankfurt am Main und die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main unter Beteiligung des Hessischen Landeskriminalamtes und mit Unterstützung des Bundeskriminalamtes und Europol (OTF Grimm) Ermittlungen zu weiteren Tatbeteiligten geführt.

So ergaben sich Hinweise auf Täterstrukturen in den Niederlanden. Gegen den Hauptverdächtigen - einen marokkanisch-stämmigen 20-jährigen Niederländer aus Amsterdam - konnte ein Europäischer Haftbefehl erwirkt werden. Für seine Wohnanschrift sowie die Wohnanschriften und Fahrzeuge vier weiterer Tatverdächtiger wurden Durchsuchungsbeschlüsse erlassen.

Diese konnten nunmehr nach intensiver Vorbereitung in enger Zusammenarbeit mit den Staatsanwaltschaften Amsterdam, Noord-Holland und Midden-Nederland durch Kräfte der niederländischen Polizei gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der ermittelnden deutschen Dienststellen vollstreckt werden.

Im Zuge der Maßnahmen wurden bei dem Hauptverdächtigen zwei Schusswaffen und Munition, darüber hinaus bei ihm und den übrigen Verdächtigen mehrere Datenträger und rauschgiftverdächtige Substanzen sichergestellt.

Der 20-jährige ist nach derzeitigem Ermittlungsstand diejenige Person, welche die unmittelbar Ausführenden der Taten vom 01.08. und 05.08.2025 in Taunusstein und Frankfurt am Main, darunter die 15- und 18-jährigen inzwischen angeklagten Täter vom 05.08.2025, in den Niederlanden rekrutiert, beim Bombenbau angeleitet, nach Deutschland gefahren und bei der Tatausführung hier vor Ort überwacht und geführt haben soll. Zur Anklageerhebung hinsichtlich der Tat vom 05.08.2025 (Detonation eines Sprengsatzes in einem Café in Frankfurt-Bockenheim) wird auf die Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main vom 08.01.2026 verwiesen. Die diesbezügliche Hauptverhandlung vor dem Landgericht Frankfurt am Main beginnt am 06.03.2026.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat um die Auslieferung des 20-Jährigen nach Deutschland ersucht, damit er sich hier für die ihm vorgeworfenen Taten verantworten kann.

Hintergrundinformation:

Dieses neue Kriminalitätsphänomen, das sich seit einigen Jahren in Europa abzeichnet, betrifft nun auch Deutschland und Hessen. Es stellt eine neue Dimension der Schweren und Organisierten Kriminalität dar, bei dem schwere Gewaltstraftaten beauftragt und verübt werden.Charakteristisch für dieses Phänomen ist das gezielte Anwerben leicht beeinflussbarer und häufig Minderjähriger oder junger Erwachsener im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Oft stammen diese aus dem Ausland, wo sie polizeilich schon in Erscheinung getreten sind und reisen nur für die Begehung von Straftaten nach Deutschland ein.

Das Spektrum der Straftaten bei diesem Phänomen ist breit gefächert. Es reicht von nächtlichen Angriffen mit eigens hergestellten Sprengsätzen über gezielte Schusswaffenattacken auf Fahrzeuge, Wohngebäude und Gastronomiebetriebe bis hin zu überfallartigen Gewalttaten gegenüber Personen.

Die hessische Polizei hat das Phänomen frühzeitig erkannt, betrachtet es ganzheitlich und begegnet ihm mit einer Task Force VaaS, die im Hessischen Landeskriminalamt koordiniert wird. Diese arbeitet eng mit den regionalen Dienststellen der hessischen Polizeipräsidien zusammen.

+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Polizeipräsidium Frankfurt vom 04.03.2026 gegen 10:00 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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