Dr. Matthias Riedl warnt: Diese Lebensmittel treiben den Blutdruck hoch
Ernährungsdoc Dr. Matthias Riedl warnt vor falscher Ernährung, die zu Bluthochdruck führen können. Bild: AdobeStock / Andrei Tsalko
Von news.de-Redakteurin Anika Bube
21.04.2026 14.48
- Ernährung ist laut Dr. Matthias Riedl einer der Hauptgründe für Bluthochdruck
- Verstecktes Salz und Bauchfett treiben den Druck auf die Gefäße
- Kaliumreiche Lebensmittel und frisches Kochen können gegensteuern
Rund ein Drittel aller Erwachsenen in Deutschland kämpft mit erhöhtem Blutdruck. Eine Volkskrankheit, die oft unterschätzt wird. Dabei lässt sich der Druck auf die Gefäße maßgeblich durch das beeinflussen, was täglich auf dem Teller landet. "Die Ernährung ist wahrscheinlich einer der wichtigsten Gründe, Bluthochdruck zu entwickeln", erklärt Dr. Matthias Riedl in der neuesten Folge des Podcasts "Die Ernährungs-Docs - Essen als Medizin". Wer ursächlich denke, finde hier auch den größten Hebel zur Heilung. Das Tückische: Viele Betroffene ahnen nicht, welche Rolle ihr Essverhalten spielt.
Zu viel Salz, zu wenig Gemüse, dazu überschüssiges Bauchfett – diese Kombination treibt den Blutdruck in die Höhe und lässt die Gefäße vorzeitig altern. Die gute Nachricht: Durch gezielte Ernährungsumstellung lässt sich gegensteuern, bevor schwerwiegende Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall drohen.
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Dr. Matthias Riedl warnt: Die versteckte Salzfalle in Fertigprodukten
Salz bindet Wasser im Körper und erhöht dadurch das Blutvolumen – der Druck auf die empfindlichen Gefäßwände steigt schleichend an. Bei dauerhaft hoher Zufuhr entstehen winzige Verletzungen an den Gefäßinnenwänden, an denen sich Ablagerungen bilden können. Das Problem: Die größten Salzlieferanten sind oft nicht der Streuer auf dem Tisch, sondern industriell verarbeitete Lebensmittel. Chips enthalten bis zu 4 Gramm Salz pro 100 Gramm, auch Wurst und Schinken liegen in diesem Bereich. Selbst Brot zählt zu den unterschätzten Salzquellen.
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Als Orientierung empfiehlt Dr. Riedl eine einfache Faustregel: Produkte mit mehr als einem Gramm Salz pro 100 Gramm gelten als salzreich und sollten nur in Maßen verzehrt werden. Wer mittags Pizza isst, abends Chips knabbert und morgens zwei Brötchen frühstückt, kommt schnell auf 20 Gramm – das Vierfache der empfohlenen Tagesmenge.
Bauchfett – der unterschätzte Blutdrucktreiber
Nicht nur die Ernährung selbst, auch überschüssiges Fett im Bauchraum wirkt sich negativ auf den Blutdruck aus. Das sogenannte viszerale Fett umgibt die inneren Organe und setzt Botenstoffe frei, die den Blutdruck, den Blutzucker und die Cholesterinwerte in die Höhe treiben. Entscheidend ist dabei die Verteilung: Fettpolster an Hüften, Beinen oder Armen sind medizinisch weitgehend unbedenklich. Das Fett im Bauchraum hingegen stellt ein echtes Gesundheitsrisiko dar. Es begünstigt nicht nur Bluthochdruck, sondern erhöht auch die Wahrscheinlichkeit für Diabetes und entzündliche Erkrankungen. Die genetische Veranlagung bestimmt, wo der Körper Fett bevorzugt einlagert. Wer zu viszeraler Fettspeicherung neigt, muss besonders aufpassen. Die positive Nachricht: Durch Bewegung und Ernährungsumstellung lässt sich dieses gefährliche Bauchfett gezielt reduzieren und damit auch der Blutdruck senken.
Kalium – die natürliche Waffe gegen zu viel Salz
Während Natrium den Blutdruck nach oben treibt, wirkt Kalium als dessen Gegenspieler. Der Mineralstoff findet sich vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln und kann helfen, die negativen Effekte einer salzreichen Ernährung auszugleichen. "Bananen, Paprika, Möhren, Walnüsse – das sind quasi blutdrucksenkende kaliumreiche Medikamente", beschreibt Dr. Riedl die Wirkung dieser Nahrungsmittel. Selbst hochprozentige Bitterschokolade mit 90 Prozent Kakaoanteil zählt zu den guten Kaliumlieferanten.
Der Unterschied zwischen pflanzlicher und tierischer Kost ist dabei erheblich: Obst, Gemüse, Getreide und Nüsse enthalten deutlich mehr Kalium als Fleisch oder Wurst. Wer seinen Speiseplan entsprechend umstellt, profitiert von der blutdruckregulierenden Wirkung. Einen Kaliummangel müssen die meisten Menschen nicht befürchten – der Körper reguliert den Haushalt zuverlässig. Doch wer gezielt kaliumreiche Lebensmittel isst, nutzt deren schützende Wirkung auf das Gefäßsystem aktiv.
Selbst kochen als Schlüssel zur Blutdruckkontrolle
Der wichtigste Schritt weg von der Salzfalle führt laut Riedl zurück an den eigenen Herd. Wer mit frischen Zutaten kocht, hat die Kontrolle über den Salzgehalt – anders als bei Fertiggerichten, die oft mit billigem Salz statt echten Gewürzen arbeiten. Für den stressigen Alltag empfiehlt sich ein pragmatischer Ansatz: Gemüse vorschneiden und in Dosen griffbereit halten – sozusagen gesundes Convenience Food. Eine Paprika oder Möhre als Snack zwischendurch, morgens eine Tomate zum Frühstück, mittags Gemüsespieße auf dem Grill. "Gesunde Ernährung sollte individuell angepasst werden", betont Dr. Riedl. Sie müsse so einfach wie möglich sein und ins Leben passen. Vollkornreis statt weißem Reis, Gemüsenudeln als Alternative, Hülsenfrüchte in bestehende Gerichte integrieren – kleine Veränderungen, die sich summieren. Entscheidend ist nicht Perfektion, sondern Beständigkeit. Rückschläge gehören dazu, wichtig bleibt das Dranbleiben.
Dieser Artikel wurde nach umfassender Recherche erstellt und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Im Notfall sollten Sie immer einen Mediziner oder den Rettungsdienst um Hilfe bitten.
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