Berlin: Hitzewelle: Wie steht es um die Berliner Wasserversorgung?
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Erstellt von Sarah Knauth
26.06.2026 04.04
Die Hitzewelle in diesen Tagen ist zwar eine große Belastung für Menschen, Tiere und das Stadtgrün - für die Trinkwasserversorgung ist sie aber kein Problem. "Der Wasserverbrauch steigt gerade natürlich kräftig an", sagte Stephan Natz, Sprecher der Berliner Wasserbetriebe. "Aber mit Einschränkungen muss niemand rechnen."
Das liege daran, dass die Berliner Wasserversorgung nahezu ausschließlich aus dem Grundwasser gespeist werde. Dieses sei so tief unter der Erde, dass die Hitze keinen kurzfristigen Einfluss auf den Wasserstand habe, wohingegen es in den oberen Bodenschichten durchaus einen starken Wassermangel vor allem für die Pflanzen gebe.
Grundwasser speist sich aus Havel und Spree
Das Grundwasser wiederum speist sich laut Natz zu einem Drittel aus Niederschlägen, die aber nur im Winter so stark seien, dass sie das Grundwasser erreichten. Zu 70 Prozent kommt das Wasser hingegen aus der sogenannten Uferfiltration - also versickerndes Wasser aus der Spree und der Havel.
"Entscheidend ist, dass im System oben genug drin ist, damit unten ausreichend ankommt", erklärte Natz weiter. Mit Blick auf die Havel und die Spree sei das eine Herausforderung. Diese seien im Prinzip keine richtigen Flüsse, sondern aufgestaute Gewässer, die sich hauptsächlich aus den Abläufen der Klärwerke speisten. Damit die Wasserqualität dabei langfristig gesichert sei, investierten die Stadtwerke viel Geld in den Ausbau und die Weiterentwicklung der Werke.
"Wir gewinnen aus diesen Flüssen unser Trinkwasser", betonte der Sprecher. "Deswegen geben wir gerade mehrere Milliarden Euro für weitergehende Reinigungstechnik in unseren Klärwerken aus."
Weniger Wasser wegen Kohleausstieg in der Lausitz
Der Kohleausstieg in der Lausitz bedeute zudem, dass in der Spree künftig noch weniger Wasser fließen werde. Um den Tagebau trocken zu halten, wurde dafür stets Grundwasser abgepumpt und in die Spree geleitet. Ab 2030, wenn der letzte Brandenburger Tagebau dicht machen soll, falle diese Wasserquelle weg.
Eine weitere Strategie sei deshalb der Umgang mit Regenwasser, betont Natz. Seit 2018 gilt in der Hauptstadt bei Neubauten, dass auf deren Grundstück Regenwasser nicht einfach in die Kanalisation geleitet werden darf, sondern versickern, verdunsten oder anderweitig genutzt werden muss. Auf diese Weise sollen Niederschläge besser das Grundwasser erreichen und der Vegetation auf dem jeweiligen Grundstück zugutekommen.
Trotz all dieser Maßnahmen fordern die Wasserbetriebe auch die Verbraucherinnen und Verbraucher zu einem bewussteren Umgang mit Trinkwasser auf. "Lasst am Tag die Rasensprenger nicht laufen, das kommt ohnehin nicht bei den Pflanzen an", appelliert Natz an Einwohner mit Garten. Auch müsse es nicht immer das Vollbad oder die ausgiebige Dusche sein.
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