Wirtschaft

Kaufland-Streik am 25.06.2026: Mehr als 100 Filialen von Warnstreik betroffen - das müssen Kunden wissen

Am 25. Juni sind bundesweit unter anderem die Beschäftigten von mehr als 100 Kaufland-Filialen zum Warnstreik aufgerufen, teilte Verdi mit. Bild: Bernd Weißbrod/dpa/dpa

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  • Kaufland-Streik für den 25.06.2026 angekündigt
  • Gewerkschaft Verdi ruft Mitarbeitende in mehr als 100 Filialen zum Warnstreik auf
  • Bundesweiter Kaufland-Streik - das müssen Kundinnen und Kunden wissen

Sie möchten an diesem Donnerstag, den 25. Juni 2026, ihre Einkäufe bei Kaufland erledigen? Dann könnte ihnen eine unliebsame Überraschung ins Haus stehen: Die Gewerkschaft Verdi hat Mitarbeitende von mehr als 100 Filialen der Supermarktkette zu einem bundesweiten Warnstreik aufgerufen. Insgesamt betreibt Kaufland deutschlandweit über 790 Standorte mit mehr als 92.000 Beschäftigten.

Kaufland-Streik am 25. Juni: Verdi ruft bundesweit zu Arbeitsniederlegung auf

Welche Märkte konkret betroffen sein werden, war zunächst nicht bekannt. Auch das Ausmaß der Einschränkungen für bei Kaufland Einkaufende blieb offen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte bei vergangenen Streikaktionen im Einzelhandel allerdings erklärt, dass Kunden in der Regel keine größeren Auswirkungen spüren würden.

Warnstreik bei Kaufland: Alle Filialen sollen regulär öffnen

Trotz des Streikaufrufs sollen nach Angaben von Kaufland alle Filialen regulär geöffnet haben. "Unsere Kundinnen und Kunden können wie gewohnt bei uns einkaufen. Auch die Warenversorgung unserer Filialen ist sichergestellt", teilte eine Unternehmenssprecherin mit. Man respektiere selbstverständlich das verfassungsrechtlich verankerte Streikrecht der Mitarbeiter. "Die Durchführung von Streikmaßnahmen ist eine legitime Möglichkeit seitens der Arbeitnehmer, ihre Forderung zum Ausdruck zu bringen".

Die für den 25.06.2026 angekündigten Arbeitsniederlegungen bei Kaufland sind Teil der laufenden Tarifrunde im Einzelhandel. Bereits Mitte Mai und Anfang Juni hatte Verdi zu Warnstreiks aufgerufen, zuletzt traf es die Möbelhauskette Ikea.

Tarifstreit im Einzelhandel: Sieben Prozent mehr Gehalt gefordert

Im Zentrum des Tarifstreits steht eine deutliche Kluft zwischen den Positionen. Verdi verlangt eine Lohnerhöhung von sieben Prozent, mindestens jedoch 225 Euro monatlich. Die Gewerkschaft besteht dabei auf einer Vertragslaufzeit von nur einem Jahr.

Die Arbeitgeberseite hat in mehreren Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Hamburg ein deutlich niedrigeres Angebot vorgelegt: Ab November sollen die Gehälter um zwei Prozent steigen, ab August 2027 um weitere 1,5 Prozent. Allerdings soll der Tarifvertrag zwei Jahre gelten. Verdi wies diesen Vorschlag zurück.

Wie stark Kunden die Arbeitsniederlegung bei Kaufland zu spüren bekommen werden, war zunächst offen. Bild: Bernd Weißbrod/dpa/dpa

"Nullmonate und Reallohnverluste sind für die Kolleginnen und Kollegen nicht akzeptabel", erklärte Henrike Eickholt, Landesfachbereichsleiterin Handel bei Verdi NRW. Die gestiegenen Lebenshaltungskosten bei Mieten, Lebensmitteln und Energie müssten ausgeglichen werden.

Kaufland-Konzern im Visier der Gewerkschaft

Die Supermarktkette Kaufland gehört zur Neckarsulmer Schwarz-Gruppe, zu der auch der Discounter Lidl zählt. Verdi-Vorstandsmitglied Silke Zimmer betonte: "Dieter Schwarz ist mit Abstand der reichste Mensch in Deutschland." Die Beschäftigten hätten sein Milliardenvermögen durch ihre Arbeit miterwirtschaftet, doch ihr eigenes Gehalt reiche häufig nicht bis zum Monatsende. Nach Gewerkschaftsangaben sitzen Kaufland-Vertreter bei den regionalen Tarifgesprächen mit am Tisch. Das Unternehmen verfüge dadurch über erheblichen Einfluss in den Arbeitgeberkommissionen. Aus Sicht von Verdi trägt der Konzern deshalb Mitverantwortung dafür, dass bisher kein Angebot vorliegt, welches die Preissteigerungen der vergangenen Jahre kompensiert und weitere Kaufkraftverluste verhindert.

Tarifverhandlungen im Einzelhandel gehen Ende Juni in neue Runde

Am 30. Juni treffen sich Gewerkschaft und Arbeitgeber zur nächsten Gesprächsrunde. Die Tarifverhandlungen für den Einzel- sowie den Groß- und Außenhandel hatten im April begonnen. Bereits am 26. Juni stehen weitere Termine an: für den Einzelhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie für den Groß- und Außenhandel in Baden-Württemberg.

Die Verhandlungen betreffen Millionen Arbeitnehmer. Nach Gewerkschaftsangaben sind im deutschen Handel rund 5,2 Millionen Menschen tätig, davon etwa 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die vorherige Tarifrunde zog sich über mehr als zwölf Monate hin. Am Ende einigten sich die Parteien auf ein Gehaltsplus von insgesamt etwa 14 Prozent für den Zeitraum 2023 bis 2025.

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/news.de/dpa/stg

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