Spritpreise sollen sinken: 12-Uhr-Regel entpuppt sich als Flop - neues Hilfspaket kommt
Die neue Spritpreis-Regel hat das Tanken sogar noch verteuert - der ADAC hatte bereits vor Monaten davor gewarnt. Bild: picture alliance/dpa | Frank Hammerschmidt
Erstellt von Felix Schneider
28.04.2026 09.31
- Spritpreis-Regel hat laut einer neuen Studie die Preise für Benzin verteuert
- ADAC fordert die Abschaffung der Regel - die Regierung arbeitet an einem neuem Hilfspaket
- Verbraucher sollten nicht zu viel erwarten, da die hohen Preise bestehen bleiben könnten
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Bereits zwei Monate sind seit dem Beginn des Irankriegs am 28. Februar vergangen. Als Folge sind die Preise für Öl und damit auch für Benzin und Diesel so teuer wie seit Jahren nicht mehr. Hilfen der Bundesregierung sind bislang gescheitert - erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass etwa die 12-Uhr-Tankregel die Spritpreise sogar noch verteuert hat. Doch die Bundesregierung soll bereits an weiteren Entlastungsmaßnahmen feilen.
Staat macht mit Spritpreis-Schock Kasse
Auch eine Studie des ZEW in Mannheim kam zu dem Ergebnis, dass die Regierung mit der neuen 12-Uhr-Tankregel (der Preis darf nur ein einziges Mal täglich steigen) die aktuell heikle Lage noch weiter verschärft hat. Durch die Regel haben sich die Gewinnmargen der Mineralölindustrie erheblich erhöht. Schon innerhalb von zwei Wochen nach Einführung der Regel stieg die Marge bei Superbenzin um satte 6 Cent pro Liter.
Doch damit noch nicht genug: Auch der Staat macht sich die Taschen voll. So lagen die Mehrwertsteuer-Einnahmen laut einer Auswertung des BSW im März bei 26,2 Milliarden Euro - über 3 Milliarden Euro höher als im Vorjahr.
ADAC lag richtig mit Prognose zur Spritpreis-Regel
Der ADAC fordert daher eine Abschaffung der 12-Uhr-Regel von der Regierung. Bereits im vergangenen Jahr habe man gewarnt, dass die Regel eher einen gegenteiligen Effekt erzielen und Sprit verteuern würde. Nun sei gewiss, dass die Regel "kontraproduktiv" sei, so ein ADAC-Sprecher gegenüber "Bild".
Hilfspaket soll kommen - doch hohe Preise könnten andauern
Immerhin: nach aktuellen Informationen der "Bild" soll die Regierung bereits an einem weiteren Hilfspaket für Autofahrer arbeiten. Dieses könnte mit dem 1. Juli in Kraft treten - auch Unions-Fraktionsvize Sepp Müller bestätigte: "Hält die Blockade der Straße von Hormus an, sollten wir ein 3. Entlastungspaket auflegen. Im Zentrum stehen dann gezieltere Hilfen für Mittelstand, Logistik und Pendler."
Müller ist Teil des Teams der schwarz-roten Koalition, welches sich derzeit mit Lösungen für die Spritpreise beschäftigt. Gemeinsam berät sich das Team erneut am 8. Mai - man wolle "konkrete Maßnahmen" vorlegen. Dass die Preise wieder sinken, könne seiner Meinung nach allerdings noch dauern. "Eine Preisnormalisierung wird Monate dauern. Dauerhafte Subventionen aus Steuermitteln sind schwer möglich."
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