Verdi-Streik am 11.02.2026: Neuer Streik im ÖPNV trifft München und Nürnberg
Verdi ruft am 11.02.2026 zu Warnstreiks im ÖPNV in München und Nürnberg auf. Bild: picture alliance/dpa | Bernd Wüstneck
Erstellt von Mia Lada-Klein
10.02.2026 18.37
- Verdi ruft am 11. Februar zu Warnstreiks im ÖPNV in München und Nürnberg auf
- Busse sowie U- und Straßenbahnen betroffen, S-Bahnen fahren regulär
- Gewerkschaft fordert mehr Lohn, kürzere Arbeitszeiten und bessere Bedingungen
Pendler in Bayern müssen sich am Mittwoch, den 11. Februar, erneut auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat laut "Merkur" für diesen Tag zu einem ganztägigen Warnstreik bei den städtischen Verkehrsunternehmen in München und Nürnberg aufgerufen.
Verdi-Warnstreik aktuell: Busse, U- und Straßenbahnen bleiben stehen
Von dem Streik betroffen sind die städtischen Buslinien sowie U- und Straßenbahnen, die nicht privat betrieben werden. Die S-Bahn der Deutschen Bahn ist von der Arbeitsniederlegung nicht betroffen und fährt regulär. Wie bereits beim letzten Streik am 2. Februar drohen zahlreiche Ausfälle und längere Wartezeiten für Fahrgäste.
Staus und Verkehr: ADAC warnt vor Engpässen
Der ADAC Südbayern rechnet durch die Ausfälle mit deutlich höherem Verkehrsaufkommen auf den Straßen, insbesondere während des Berufsverkehrs. Allein die Erfahrungen vom Februar-Streik zeigten, dass sich der Verkehr verdoppeln kann. Zusätzliche Verzögerungen werden auch für den Abend erwartet: Das DFB-Pokal-Spiel zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig sorgt für weitere Belastungen rund um die Allianz-Arena.
Forderungen der Verdi-Gewerkschaft: Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung
Verdi fordert eine Erhöhung der Entgelte um 668,75 Euro, eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden und eine Verlängerung der Mindestruhezeit auf elf Stunden. Ziel ist es, die Belastung der Beschäftigten im Schichtbetrieb zu verringern und bestehende Ungleichheiten bei Einstiegsgehältern und innerhalb der Werkstätten der Stadtwerke auszugleichen.
Verdi kritisiert Blockadehaltung der Arbeitgeber
"Die Probleme im ÖPNV sind überall dieselben, deshalb stimmen sich die Kolleg:innen bundesweit ab", erklärt Katharina Wagner, Branchenkoordinatorin Busse und Bahnen bei Verdi Bayern. "Statt konstruktive Angebote zu machen, suchen die Arbeitgeber immer neue Gründe, um die Tarifverhandlungen zu blockieren. Die Belastung der Beschäftigten wird ignoriert."
Tarifverträge und Finanzierung im Fokus
In Bayern regelt ein einziger Tarifvertrag sowohl Entgelte als auch Arbeitsbedingungen. Verdi strebt bundesweit angeglichene Bedingungen an, um Verbesserungen nicht gegen Lohnerhöhungen auszuspielen. Die Gewerkschaft betont, dass ein verlässlicher ÖPNV nur mit ausreichend Personal und stabiler Finanzierung möglich ist. Knappe Kassen der Kommunen dürften nicht zulasten der Beschäftigten gehen, so Verdi.
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