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Show-Aus für Beatrice Egli und Co.: Sender setzen bei Schlagershows den Rotstrich an

Die "Beatrice Egli Show" wird überraschend eingestellt.  Bild: dpa/Rolf Vennenbernd

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  • Beatrice-Egli-Show überraschend abgesetzt
  • Nach 30 Jahren ist Schluss für Stefan Mross
  • Schlager-Unterhaltung auf dem Abstellgleis?
  • Neue Wege bei den Senderverantwortlichen - aber wo bleiben die neuen Ideen?

Florian Silbereisen im ZDF-"Traumschiff" und beim "Schlagerboom", dann noch drei bis viermal im Jahr Giovanni Giovanni Zarrella und Helene Fischer an Weihnachten - wenn sie denn überhaupt will.

Beatrice Egli verkündet überraschendes Show-Aus

So könnte man das große Samstagabendprogramm im Öffentlich-Rechtlichen kurz zusammenfassen. Die heitere und allseits beliebte Schlagerwelt dominiert das Gute-Laune-Bild des deutschen Fernsehens - verliert jedoch an Vielfalt. Mit dem Aus der "Beatrice Egli Show" geht eine weitere Show verloren, offiziell, weil die Sängerin sich anderen Projekten widmen wolle. Aber was könnte mehr locken als die große Bühne zur besten Sendezeit? Die Frage lässt die Sängerin offen - es warten "neue Abenteuer" auf die ehemalige Gewinnerin von "Deutschland sucht den Superstar".

Auch mit "Immer wieder sonntags" ist nach 30 Jahren Schluss

Dabei ist das erfolgreiche Schlagerformat nicht das einzige, welches etwas "Neuem" weichen muss. Auch die Sendung "Immer wieder sonntags" mit Stefan Mross wird nach über 30 Jahren eingestellt. Der Sender begründete dies damit, dass man einsparen wolle, um die Entwicklung "neuer digitaler Unterhaltungsformate" umzusetzen.

Schlager-Unterhaltung im deutschen Fernsehen eigentlich immer erfolgreich

Hat der Schlager als Zugpferd der modernen Unterhaltung etwa ausgedient? Keineswegs. Noch im vergangenen Jahr unterschrieb Sänger Giovanni Zarrella einen fetten Drei-Jahres-Vertrag beim ZDF - mit Aussicht auf noch mehr Shows. Offenbar sitzt das Geld bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten doch noch lockerer, als es aktuell den Anschein macht. Und die Einschaltquoten geben den Verantwortlichen recht.

Warum also jetzt die selektive Kehrtwende in Sachen Schlager-Unterhaltung? Generell ist der Wunsch nach Veränderung und auch neuen Shows völlig nachvollziehbar. Es scheint, als habe das Fernsehen schon seit langem den Anschluss an die Moderne verloren. Allerdings: Die Schlager- und Party-Musik-Branche bietet genau die Formate, die Jung und Alt ziemlich gut vereinen - durch die Absetzung diverser Shows jetzt nur eben sehr viel eindimensionaler.

Öffentlich-rechtliche im Umbruch - aber wo bleibt die Innovation?

Aber was genau folgt eigentlich stattdessen? Die versprochene "Innovation" in Sachen Programmvielfalt lässt bisher auf sich warten. Die Rückkehr von "Wetten, ... dass?" mit Tom und Bill Kaulitz wird es wohl nicht sein. Eine alte Show aus der Versenkung zu holen und andere erfolgreiche Formate zu streichen, wirkt planlos. Aber ist es das auch?

Für Beatrice Egli, Stefan Mross und weitere Schlagergrößen ist der Verlust der großen TV-Shows vielleicht noch eher zu verkraften als für die Senderverantwortlichen selbst. Spätestens dann, wenn statt einem neuen Quotenbringer das zehnte Mal die "Giovanni Zarrella Show" läuft - immer noch gut verträglich. Nur irgendwann auch langweilig.

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