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Fußball-WM: Zwischen Strafgericht und WM-Traum: Hakimis Gratwanderung

Der Spielball und die Maskottchen zur Fußball-WM 2026. Bild: Adobe Stock / Freer

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Achraf Hakimi lies mit einem Satz aufhorchen, der einen etwas verwundert zurücklassen könnte. Marokkos Kapitän sprach davon, er sei "ehrlicherweise in einem sehr guten Moment, auf persönlicher und auf beruflicher Ebene".

Das mit dem Job kann man nach dem Erreichen der K.o.-Phase, in der es in der Nacht zu Dienstag (03.00 Uhr/MagentaTV) in seinem 100. Länderspiel gegen die Niederlande geht, nachvollziehen. Zumal Hakimi bisher zu den herausragenden Spielern dieser WM gehört.

Erst Vorfreude, dann Revision

Das mit dem Privatleben ist eine andere Sache. Mitten in der Vorrunde, am Tag des Spiels gegen Schottland, wurde bekannt, dass sich der 27-Jährige wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs vor Gericht verantworten muss. Hakimi, der bei dem Spiel in Boston bei fast jedem Ballkontakt ausgepfiffen worden war, bezog auf X umgehend Stellung: "Endlich werde ich reden können."

Nun, da hatte der Verteidiger von Paris Saint-Germain wohl noch nicht mit seinen Anwälten gesprochen. Oder er hat es sich anders überlegt. Seine Rechtsvertreter haben nämlich am Freitag Revision gegen die Entscheidung eingelegt, dass Hakimi zu einem noch offenen Termin vor dem Strafgericht des Departements Hauts-de-Seine erscheinen müsse.

Bereits zuvor soll Hakimi Medienberichten zufolge versucht haben, einen Prozess zu verhindern. Im Kern der Strafsache geht es darum, dass eine 24 Jahre alte Frau im Jahr 2023 behauptet hatte, von Hakimi vergewaltigt worden zu sein. Der Fußball-Profi bestreitet dies. Die beiden hatten sich angeblich über Instagram kennengelernt.

Trainer stärkt Hakimi den Rücken

Seine Mitspieler blocken Fragen zu Hakimi konsequent ab. Nur Ersatztorwart Munir El Kajoui sagt in einer Pressekonferenz, man stehe hinter Hakimi. Trainer Mohamed Ouahbi verteidigte seinen Leistungsträger. "Wir haben nicht darüber geredet, müssen wir auch nicht. Wir stehen hinter ihm. Hoffentlich zeigt er bei dieser WM, dass er der beste Rechtsverteidiger der Welt ist", sagte der 49-Jährige.

Und tatsächlich scheint die Unruhe im Privatleben Hakimi beruflich überhaupt nicht zu beeinflussen. Der frühere Dortmunder ist der Kopf des marokkanischen Teams, reißt die Mannschaft in komplizierten Momenten mit. Als Außenseiter Haiti drauf und dran war, den Halbfinalisten von 2022 im letzten Gruppenspiel zu blamieren, schoss Hakimi den ersten Ausgleich selbst und bereitete den zweiten vor. Am Ende siegte Marokko 4:2.

Schutz neben dem Platz

Laut des Datenanbieters Opta war Hakimi im Spiel gegen Haiti der erste Verteidiger, der bei einem WM-Spiel mindestens fünf Torschüsse abgegeben, mindestens fünf erfolgreich Pässe gespielt und mindestens fünf Dribblings gewagt hat. Mit 13 Einsätzen bei einer WM ist Hakimi zudem afrikanischer Rekordhalter. "Das ist der neue afrikanische Maßstab", teilte der Kontinental-Verband CAF nach dem Knacken der Bestmarke mit.

Hakimi liefert auf dem Platz - und wird jenseits geschützt. Vom Trainer, von Mitspielern, von Anwälten. "Ich habe gute Leute um mich herum, die mir dabei helfen, mich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren", sagte der Champions-League-Sieger. "Dies ist einer der wichtigsten Momente in meiner Karriere. Und ich hoffe, dass es noch lange so weitergeht."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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