König Charles III.: Historische Offenbarung sorgt für Unmut - Monarch legt Steuern offen
König Charles III. legt erstmals seine privaten Steuerzahlungen offen. Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Mike Egerton
Erstellt von Sabrina Böhme
23.06.2026 13.48
- König Charles legt als erster Monarch seine privaten Steuerzahlungen offen
- Prinz William soll hinter der Transparenzoffensive stecken
- Im Palast zeigt sich nicht jeder erfreut über die Steuer-Offenlegung
Wenn es um das liebe Geld geht, hüllt sich die britische Königsfamilie in Schweigen. Doch der britische König Charles III. bricht nun damit: Am Donnerstag (25. Juni) wird der 77-Jährige als erster Monarch in der modernen Geschichte des Vereinigten Königreichs seine persönlichen Steuerzahlungen öffentlich machen. Die Offenlegung erfolgt im Rahmen der jährlichen königlichen Finanzberichte und markiert einen beispiellosen Schritt in Richtung Transparenz.
König Charles legt Steuerzahlungen offen
Laut BBC handelt es sich dabei um eine persönliche Entscheidung des Königs. Der Buckingham-Palast ordnet die Maßnahme in eine umfassende Modernisierungsstrategie ein: "Wir entwickeln uns weiter und modernisieren uns kontinuierlich", erklärte ein Sprecher und fügte hinzu: "Wir modernisieren und entwickeln uns weiter."Ziel sei es, "alle Elemente der königlichen Finanzen so zu erklären, dass Klarheit und Zugänglichkeit weiter verbessert werden".
König Charles erzielt Millionen-Einnahmen
Grundsätzlich ist der britische Monarch von den meisten Abgaben befreit – weder Einkommensteuer noch Kapitalertragsteuer oder Erbschaftsteuer müsste Charles entrichten. Dennoch leistet er diese Zahlungen auf freiwilliger Basis, eine Praxis, die bereits Königin Elizabeth II. im Jahr 1993 einführte.
Konkret werden die Steuerzahlungen für das Finanzjahr 2024-25 offengelegt. Die Einnahmen des Königs speisen sich aus verschiedenen Quellen. Das Herzogtum Lancaster, ein umfangreiches Portfolio aus Grundstücken, Gewerbeimmobilien und Unternehmensbeteiligungen, spülte im vergangenen Jahr allein rund 24 Millionen Pfund in die königliche Kasse. Hinzu kommen Erträge aus den Anwesen Balmoral in Schottland und Sandringham in Norfolk sowie aus persönlichen Investitionen.
Prinz William als treibende Kraft hinter dem Transparenz-Kurs
Hinter der wegweisenden Entscheidung steht maßgeblich Thronfolger Prinz William. Der 44-Jährige gilt laut Palastkreisen als Schlüsselfigur bei der Umsetzung der neuen Offenheitsstrategie. Ein Palast-Mitarbeiter bestätigte gegenüber "Bild", dass William stark in den Entscheidungsprozess eingebunden war. William selbst hatte sich bislang gegen eine vollständige Transparenz seiner eigenen Finanzen gesträubt. Nun plant er jedoch, perspektivisch ebenfalls seine Steuerzahlungen offenzulegen.
Widerstand gegen Köni Charles - Monarch geht eigenen Weg
Die Transparenz-Offensive soll im Buckingham-Palast offenbar gar nicht gut ankommen. Vor allem ältere Royalisten und langjährige Anhänger der verstorbenen Königin lehnen es strikt ab, derart sensible Informationen wie persönliche Finanzen mit der Öffentlichkeit zu teilen. Doch das letzte Wort hat der Monarch. Ein Palastinsider erklärte: "Der König möchte mehr Öffentlichkeit zulassen. Er weiß, das ist heutzutage wichtiger denn je für die Zukunft einer modernen Monarchie."
Auslöser ist Ex-Prinz Andrew - so verbesserte der Skandal-Royal sein Einkommen
Ausgelöst wurde die Debatte um königliche Geldangelegenheiten durch den Andrew-Skandal. Anfang Juni kam ans Licht, dass Andrew Mountbatten-Windsor sein Einkommen jahrelang durch Untervermietungen kleinerer Häuser auf königlichem Grund aufgebessert hatte. Zudem wohnte der 66-Jährige gemeinsam mit seiner Ex-Frau Sarah Ferguson nahezu mietfrei. Ein pikantes Detail aus einem Bericht des National Audit Office verdeutlicht: Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie, die Töchter von Andrew, bewohnen Immobilien im St. James's Palace und Kensington Palace – obwohl sie keine arbeitenden Mitglieder der Königsfamilie sind. Die Miete für ihre Unterkünfte begleicht der König aus seinem Privatvermögen.
Rekordsumme für die Royals – doch Kürzungen drohen
Die Steuerdaten des Königs werden gemeinsam mit den Zahlen zum Sovereign Grant veröffentlicht, der jährlichen staatlichen Finanzierung des königlichen Haushalts. Diese Mittel decken Personalkosten, Gebäudeinstandhaltung und offizielle Reisen ab.
Der Sovereign Grant ist auf einen Rekordwert von 137,9 Millionen Pfund gestiegen. Es handelt sich um einen temporären Anstieg, der vor allem die Renovierung des Buckingham Palace finanziert. Seit Einführung des Grants 2012 gab es nie eine Reduzierung, doch genau das könnte sich bald ändern: Eine Überprüfung durch Finanzministerium, Downing Street und den königlichen Haushalt soll erstmals eine Kürzung bringen. Zusätzliche Kontrolle kommt vom Haushaltsausschuss des Parlaments, der eine Untersuchung zu königlichen Immobilien und Pachtverträgen des Crown Estate angekündigt hat.
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