Marius Borg Høiby: Staatsanwalt fordert harte Strafe für Mette-Marits Sohn
Eine Gerichtsskizze zeigt Marius Borg Hoiby, den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit. Bild: dpa/NTB/Ane Hem
Erstellt von Ines Fedder
19.03.2026 11.49
- Kurz vor Prozess-Ende: Sohn von Mette-Marit muss mit heftigem Strafmaß rechnen
- Marius Borg Høiby ist in 39 von 40 Anklagepunkten zu verurteilen
- Staatsanwalt fordert mehr als sieben Jahre Haft für Marius
Vergewaltigung, Missbrauch, Drogen: Fast sieben Wochen lang ist in Oslo über Dutzende Vorwürfe gegen den ältesten Sohn der norwegischen Kronprinzessin verhandelt worden. Mit dem Plädoyer der Verteidiger von Marius Borg Høiby geht der Prozess am Donnerstag voraussichtlich zu Ende.
Marius Borg Høiby droht lange Haftstrafe: Staatsanwaltschaft fordert mehr als 7 Jahre Haft
Deren Schlussworte werden mit Spannung erwartet. Denn die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch eine lange Haftstrafe für den 29-jährigen Angeklagten gefordert: Demnach soll Høiby für sieben Jahre und sieben Monate hinter Gitter. Die Zeit, die er bereits in Untersuchungshaft verbracht hat - laut Staatsanwaltschaft bislang 63 Tage - soll von der Strafe abgezogen werden.
40 Anklagepunkte gegen Høiby
Außerdem verlangte die Anklage ein zweijähriges Kontaktverbot gegenüber einer Ex-Freundin, die norwegische Medien nach dem Osloer Stadtteil Frogner "Frogner-Frau" nennen. Ein Vorfall in ihrer Wohnung hatte die Ermittlungen gegen Mette-Marits Sohn im August 2024 ins Rollen gebracht. Auf sie beziehen sich 20 der 40 Anklagepunkte. Die Frau sowie eine weitere Ex-Freundin werfen Høiby unter anderem häusliche Gewalt vor.
Außerdem ist er in vier Fällen wegen Vergewaltigung nach norwegischem Recht angeklagt, in einem Fall mit Penetration mit dem Penis. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass Høiby die Frauen vergewaltigt hat, während sie schliefen. Er soll sie zudem ohne ihr Wissen bei den mutmaßlichen Taten gefilmt haben. Außerdem werden dem Norweger mehrere Drogen- und Verkehrsdelikte zu Last gelegt.
Opfer-Anwälte fordert Millionen-Entschädigung
Staatsanwalt Sturla Henriksbø fordert eine Verurteilung in 39 Anklagepunkten. Lediglich für einen Verstoß gegen ein Kontaktverbot soll Høiby Henriksbø zufolge freigesprochen werden. In diesem Fall soll er die "Frogner-Frau" trotz des Verbots versehentlich angerufen haben. Alle mutmaßlichen Opfer haben im Prozess ausgesagt. Ihre Anwälte forderten am Mittwoch Entschädigungen in Höhe von insgesamt 1,95 Millionen norwegischen Kronen (rund 177.000 Euro).
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