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Andrew Mountbatten-Windsor: Festnahme am 66. Geburtstag - Bruder von König Charles von Polizei abgeführt

Die britische Polizei hat den früheren Prinzen Andrew in Zusammenhang mit dessen Verbindung zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein festgenommen. Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Jordan Pettitt

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  • Ex-Prinz Andrew festgenommen bei Polizei-Einsatz in Sandringham
  • Bruder von König Charles III. an seinem 66. Geburtstag in Handschellen abgeführt
  • Früherer Herzog von York wegen Freundschaft zu Jeffrey Epstein in Ungnade gefallen

Auf dem königlichen Landsitz Sandringham kam es am Morgen des 19. Februar 2026 zu einem spektakulären Polizeieinsatz, bei dem die Handschellen klickten. Gegen 08.00 Uhr fuhren Medienberichten zufolge mindestens sechs zivile Fahrzeuge mit Beamten in Alltagskleidung auf das Gelände. Die Wagen parkten in der Nähe von Wood Farm – jenem abgelegenen Cottage, in das Andrew Mountbatten-Windsor vor kurzem verbannt wurde.

Ex-Prinz Andrew festgenommen: Bruder von Briten-Monarch Charles an 66. Geburtstag abgeführt

In seinem neuen Zuhause, das Andrew Mountbatten-Windsor nach seinem Rauswurf aus der Royal Lodge in Windsor bezog, wurde der frühere Herzog von York ausgerechnet an seinem 66. Geburtstag überrascht. Das fünf Schlafzimmer umfassende Anwesen, in dem einst Prinz Philip seine letzten Lebensjahre verbrachte, liegt versteckt am Rand des Norfolk-Anwesens Sandringham. Augenzeugen berichteten laut "Daily Mail", die Personen hätten wie Polizeibeamte gewirkt. Eine offizielle Stellungnahme zum Grund des Einsatzes liegt bislang nicht vor. Dafür wurde berichtet, dass Andrew Mountbatten-Windsor festgenommen und abgeführt wurde. Der BBC zufolge, die sich auf ein Statement der Thames Valley Police beruft, wurde "ein Mann um die 60 Jahre aus Norfolk wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen", zudem wurden "Durchsuchungen an Adressen in Berkshire und Norfolk" durchgeführt, außerdem sei "eine Untersuchung zu diesem Vorwurf des Fehlverhaltens im öffentlichen Amt eingeleitet" worden.

König Charles III. gibt Statement zu Andrew-Verhaftung ab

Inzwischen hat sich auch der britische Monarch zur Festnahme seines Bruders geäußert. In dem offiziellen Statement ließ König Charles III. Folgendes verkünden:

  • "Mit größter Besorgnis habe ich die Nachrichten über Andrew Mountbatten-Windsor und den Verdacht auf Amtsmissbrauch zur Kenntnis genommen. Was nun folgt, ist ein umfassendes, faires und ordnungsgemäßes Verfahren, in dessen Rahmen diese Angelegenheit von den zuständigen Behörden in angemessener Weise untersucht wird."
  • "Wie ich bereits gesagt habe, haben sie dabei unsere uneingeschränkte und vorbehaltlose Unterstützung und Zusammenarbeit. Lassen Sie mich klar sagen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen."
  • "Solange dieser Prozess andauert, wäre es nicht richtig, wenn ich mich weiter zu dieser Angelegenheit äußern würde. In der Zwischenzeit werden meine Familie und ich unsere Pflicht und unseren Dienst für Sie alle weiterhin erfüllen.

Andrew Mountbatten-Windsor tief in Epstein-Skandal verwickelt

Der Polizeieinsatz fällt in eine Zeit intensiver Ermittlungsaktivitäten rund um die Epstein-Akten. Insgesamt neun britische Polizeibehörden bewerten derzeit, ob sie formelle Untersuchungen zu den Vorwürfen gegen Andrew Mountbatten-Windsor einleiten sollen. Die National Crime Agency (NCA) teilte mit, sie unterstütze die Polizeikräfte dabei, "eine vollständige und unabhängige Bewertung der veröffentlichten Informationen zu ermöglichen". Auch König Charles III., Andrews Bruder, hatte den Behörden zuletzt vollumfängliche Unterstützung angekündigt.

Der Druck auf den ehemaligen Prinzen wächst seit der Freigabe von drei Millionen Seiten bisher unveröffentlichter E-Mails, Dokumente und Bilder aus den Epstein-Akten in den USA. Die Vorwürfe reichen von Menschenhandel bis zu sexuellem Missbrauch. Ermittler prüfen unter anderem Hinweise auf Sexhandel und Amtsmissbrauch. Andrew wurde bislang noch nicht von Ermittlern befragt.

Briten-Premier Keir Starmer: "Niemand steht über dem Gesetz"

Der britische Premierminister Keir Starmer bezog am Morgen von Andrews Festnahme in einem BBC-Interview klar Stellung zu den Vorwürfen. "Jeder, der Informationen hat, sollte aussagen", erklärte der Regierungschef. "Ob Andrew oder jemand anderes – wer relevante Informationen besitzt, sollte sich bei der zuständigen Stelle melden." Der Premier betonte die Grundprinzipien des britischen Rechtssystems: "Einer der Kerngedanken unseres Systems ist, dass alle vor dem Gesetz gleich sind und niemand über dem Gesetz steht." Dieses Prinzip müsse ausnahmslos angewandt werden – in diesem Fall genauso wie in jedem anderen. Starmer ging noch weiter: Wer Kenntnisse über Gewalt gegen Frauen und Mädchen habe, trage seiner Ansicht nach die Pflicht, diese preiszugeben – unabhängig davon, wer die Person sei. Einem parlamentarischen Debatte über Andrews Epstein-Verbindungen würde er nicht im Wege stehen.

Brisante Vorwürfe aus den Epstein-Akten gegen Andrew Mountbatten-Windsor

Die veröffentlichten Dokumente belasten Andrew Mountbatten-Windsor schwer. Angebliche E-Mail-Korrespondenz zwischen ihm und dem verurteilten Sexualstraftäter wurde publik. Zudem zeigt ein verstörendes Bild den ehemaligen Herzog auf allen Vieren über einer Frau in Epsteins New Yorker Residenz.

Besonders brisant: E-Mails deuten darauf hin, dass Andrew während seiner Zeit als britischer Handelsgesandter zwischen 2001 und 2011 Berichte über offizielle Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur mit dem Finanzier teilte. Die Thames Valley Police führte bereits Gespräche mit Spezialisten der Staatsanwaltschaft über diese Vorwürfe. Weitere Anschuldigungen betreffen das mögliche Einschleusen einer Frau in den Buckingham-Palast, die mit Epsteins "Lolita Express" nach Großbritannien gebracht worden sein soll. Andrew bestreitet sämtliches Fehlverhalten vehement.

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