Wladimir Putin: Kritiker offenbart Strategie - will Putin mit Kriegen sein Überleben sichern?
Ein Oppositioneller sieht hinter Putins Feindbildern den Versuch, politisch zu überleben. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Vyacheslav Prokofyev
Von news.de Redakteurin Sabrina Böhme
27.08.2026 15.06
- Putin-Kritiker behauptet, Putin schüre Feindbilder, damit sein Regime überlebt
- Der Kremlchef soll von seiner "inkompetenten" Führung ablenken
Russlands Propagandamaschinerie läuft auf Hochtouren und stilisiert immer neue Feindbilder. Als neuer vermeintlicher Gegner wurde im russischen Staatsfernsehen Großbritannien auserkoren. Das britische Königreich steht hierbeilaut dem Oppositionellen Michail Chodorkowski stellvertretend für eine vermeintliche Strategie von Russlands Präsidenten Wladimir Putin, das politische Überleben seines "mafiösen Regimes" zu sichern.
Weitere News rund um Wladimir Putin und den Ukraine-Krieg finden Sie am Ende des Artikels.
Putin-Kritiker offenbart Wladimir Putins Strategie: Feindbilder für den Machterhalt
Die Logik dahinter habe sich während Putins 25-jähriger Amtszeit "klar" abgezeichnet, schreibt er auf der Plattform X. Obwohl Russland als Land keiner "existenziellen Bedrohung von außen" ausgesetzt sei, schaffe Putin diese aktiv, "um ganz konkrete, existenzielle innenpolitische Probleme zu lösen – um sein eigenes Überleben zu sichern". Dafür ersetze er die Unzufriedenheit über die soziale Situation in seinem Land "durch staatlich geförderte Hassgefühle". Als Beispiel nennt Chodorkowski unter anderem die Rentenerhöhung. Der Staat präge den Leuten dann aber ein, dass es kein internes Problem, sondern eines vom Westen, der Nato oder der Ukraine gemachtes sei: "Indem er die Russen davon überzeugt, dass ihre Nöte durch ausländische Blockaden und Verschwörungen und nicht durch Diebstähle im Kreml verursacht werden, lenkt er alle negativen Emotionen von seiner eigenen inkompetenten Führung ab."
Krieg statt Problemlösung - so soll Putin sein Überleben sichern
Laut Chodorkowski beruhe Putins Macht "stark auf der Illusion seiner überwältigenden Popularität und Legitimität". Wenn seine Beleibtheit schwankt, greife er zu "Militarismus und Krieg". Als Beispiele nannte er neben dem im Februar 2022 begonnenen russischen Angriffskrieg in der Ukraine den zweiten Tschetschenienkrieg, den er als neuer Präsident gestartet haben soll, um seine Umfragewerte zu steigern.
Why does Putin keep inventing enemies?
Because it is a fundamental mechanism of survival for his mafia-style regime. I spent 10 years in prison for opposing him and know what I am talking about.
(Read on????) pic.twitter.com/KvWthudwQ5— Mikhail Khodorkovsky (@khodorkovsky_en) August 26, 2026
Krieg ist für Putin ein Mittel, oder wie es Putins Kritiker nennt: "eine politische Ware". Diese setzt er immer dann ein, wenn er seine Macht sichern will. Deshalb könnte es auch sein, dass bislang kein Frieden in der Ukraine eingetroffen ist, weil er in der Bevölkerung Fragen aufwirft, warum zum Beispiel Geld für "Superjachten" ausgegeben wird, aber nicht für die Menschen im Land. Ob Putin wirklich Kriege als Machtinstrument missbraucht, ist unklar.
Diese News rund um Wladimir Putin sind ebenfalls einen Blick wert:
- Analyst warnt, Kampf um Donbass bleibt nicht Putins einziges Ziel
- Satellitenbilder zeigen Schäden - Putins Schiffe sind nicht mehr angriffsfähig