Politik

Donald Trump: "Er weiß, wie er an mich herankommt" – Trump kapituliert vor Staatschef

US-Präsident Donald Trump empfing den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Oval Office des Weißen Hauses. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein

  • Artikel teilen:
  • Trump sorgt mit einem Scherz im Oval Office für heftige Reaktionen
  • Nach einem Kompliment des libanesischen Präsidenten sagt er: "Er kann alles haben"
  • Im Netz entbrennt eine Debatte über Schmeichelei und Trumps Führungsstil

Ein lockerer Wortwechsel im Oval Office sorgt derzeit für hitzige Debatten. Bei einem Treffen zwischen Donald Trump und dem libanesischen Staatschef Joseph Khalil Aoun kam es zu einem Moment, der die Anwesenden zum Lachen brachte und im Netz eine Welle der Empörung auslöste.

Weitere Meldungen aus der US-Politik finden Sie am Ende dieses Artikels.

Treffen mit Libanon-Präsidenten: Donald Trump schwärmt von Joseph Khalil Aoun

Bereits zu Beginn des Treffens schlug der US-Präsident ungewöhnlich warme Töne gegenüber dem Libanon an. Er beschrieb das Land als Heimat herausragender Köpfe – Professoren, Ärzte, Juristen – das jedoch über viele Jahrzehnte hinweg schwer misshandelt worden sei. Besonders betonte er die unerschütterliche Verbundenheit der Libanesen mit ihrer Heimat. "Wir hören ständig Bomben losgehen, aber wir wollen im Libanon leben", gab Trump die Worte von Bekannten wieder, deren Eltern trotz der gefährlichen Lage im Land geblieben seien. Diese Menschen seien klug und erfolgreich, würden ihre Heimat aber unter keinen Umständen verlassen wollen. Trump versprach dem Libanon umfangreiche Hilfe und erklärte, man habe bereits einige Probleme gelöst. Zugleich sprach er offen ein "Hisbollah-Problem" an, bei dem man Maßnahmen ergriffen habe, die weltweit Beachtung finden würden.

"Er kann alles haben!" Trump kapituliert vor Kompliment

Als der libanesische Präsident Aoun das Wort ergriff, hielt er sich zunächst kurz. Er habe sich lange auf diesen Besuch gefreut, sagte er, und fügte hinzu: "Einen so großartigen Präsidenten wie Sie zu treffen." Was folgte, war ein Moment, der im Raum für Gelächter sorgte und anschließend im Internet für Aufruhr. Trump nahm das Kompliment mit offensichtlichem Vergnügen entgegen. "Das ist sehr nett. Sehen Sie, er weiß, wie er an mich herankommt", erwiderte der US-Präsident grinsend. Dann setzte er nach: "Er kann alles haben. Jetzt kann er alles haben." Die Bemerkung lockerte die Atmosphäre im Oval Office spürbar auf. Doch ob sie tatsächlich nur als Scherz gemeint war, darüber gehen die Meinungen weit auseinander.

Nachdem die heitere Stimmung abgeklungen war, wurde der libanesische Präsident deutlich konkreter. Aoun dankte Trump und dessen Team sowohl für den historischen Besuch als auch für das gemeinsam erzielte Ergebnis: die Unterzeichnung eines Rahmenabkommens mit dem erklärten Ziel, den Zustand der Feindseligkeit zwischen dem Libanon und Israel endgültig zu beenden. "Ich glaube, Herr Präsident, das wird Ihr Vermächtnis sein", sagte Aoun und appellierte an Trumps Ehrgeiz. Gemeinsam könne man dieses Ziel verwirklichen. Es sei an der Zeit, dass der Libanon und die gesamte Region Stabilität und Sicherheit erfahren. Aoun betonte, Trumps Vision sei Frieden und Stabilität – und seine eigene Vision werde dort ansetzen. Trump stimmte dem zu und verwies auf den "großartigen Geist" der libanesischen Bevölkerung: "Wir werden es zum Funktionieren bringen."

Narzissmus-Vorwürfe: Netz rechnet mit Trump ab

Auf der Plattform X fielen die Reaktionen auf den Wortwechsel überwiegend vernichtend aus. Zahlreiche Nutzer warfen Trump vor, keineswegs gescherzt zu haben. "Es gibt Leute unter uns, die so unglaublich dumm sind, dass sie sagen: 'Er macht nur Spaß.' Aber das tut er nicht. Er meint es todernst. Und alle Staatschefs der Welt wissen das. Schmeichelei bringt einen bei Trump überallhin", schrieb ein Nutzer. Andere nahmen den libanesischen Präsidenten ins Visier: "Aoun spielt ihn wie eine Geige. Das Traurige ist, Trump glaubt, Aoun sei aufrichtig, dabei nimmt er ihn auf den Arm", hieß es in einem Beitrag. Ein weiterer Nutzer kommentierte: "Trump WEISS also, dass er ein Größenwahnsinniger ist, der Gefälligkeiten gegen unterwürfiges Lob eintauscht. Ja, er hat es vielleicht scherzhaft gesagt, aber es zeigt, dass er sich dieser Denkweise bewusst ist."

Weitere Meldungen rund um die Trump-Regierung finden Sie hier:

/mlk/news.de

Themen

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.