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Donald Trump: Nach Wett-Verdacht gegen Mitarbeiter hagelt es Vorwürfe gegen Trumps Familie

Ein Mitarbeiter von Donald Trump soll auf Reden des US-Präsidenten gewettet haben. Bild: picture alliance/dpa/Pool AFP | Saul Loeb

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  • Donald Trumps Mitarbeiter soll mit Wetten auf Reden des US-Präsidenten Geld verdient haben
  • Angestellter soll Insiderwissen genutzt und so 100.000 Dollar bekommen haben
  • Vorwürfe gegen Trumps Familie kommen nach Leavitts Pressekonferenz auf: Geschäfte mit Wett-Plattformen

Ein Mitarbeiter des US-Präsidenten, der den Teleprompter von Donald Trump bedient, steht im Verdacht, mit Wetten auf Worte in Reden des US-Präsidenten Geld auf einer Vorhersage-Plattform verdient zu haben. Darüber berichtete zunächst "ABC News".

Mitarbeiter verdiente Geld mit Wette auf Reden - Trump bezeichnet es als eine "Schande"

Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sagte auf einer Pressekonferenz, er sei zunächst ohne Bezahlung beurlaubt worden. Trump sei unterrichtet worden und denke, es sei "zutiefst bedauerlich und ehrlich gesagt eine Schande".

Milliardengeschäft mit Online-Wetten

Der Markt für Prognosewetten hat sich zu einem globalen Phänomen entwickelt. Nutzer setzen mittlerweile wöchentlich mehr als fünf Milliarden Dollar auf diesen Plattformen, wie Daten von Artemis Analytics zeigen. Auf Plattformen wie Kalshi und Polymarket kann man darauf wetten, ob ein Ereignis eintritt. Polymarket ist in den USA nicht zugelassen, Kalshi wird wie eine Börse mit Terminkontrakten von der Handelsaufsicht CFTC reguliert - was wiederum umstritten ist.

Trumps Familie häuft Geld mit Wettgeschäft an?

Der Fall rückte auch wieder Trumps Familie in den Fokus. Ein Nutzer der Plattform X schrieb unter einem Ausschnitt von Leavitts Pressekonferenz: "Warum? Trump und seine Familie verdienen Geld mit Insidergeschäften". Er verweist damit auf die Beteiligung der Familie am Wettgeschäft.

Trump-Clan mit eigener Wettplattform am Markt

Die Grenzen zwischen Familiengeschäft und Regierungshandeln verschwimmen im boomenden Markt für Prognosewetten zusehends. Donald Trump Jr., der älteste Sohn des Präsidenten, fungiert als Berater für die beiden größten Plattformen der Branche – Kalshi und Polymarket – und hält zudem Anteile an letzterer. Gleichzeitig bestimmt die von seinem Vater eingesetzte Commodity Futures Trading Commission (CFTC) die Spielregeln für genau diese Unternehmen.

Trump Media and Technology Group, die bedeutendste Vermögensquelle des Präsidenten seit dem Börsengang 2024, hat darüber hinaus eine eigene kryptobasierte Wettplattform namens Truth Predict auf den Weg gebracht.

Anders als in den 1990er Jahren, als Trump senior in New Jersey vergeblich für legalisierte Sportwetten kämpfte, schreiben nun seine eigenen Regierungsvertreter die Vorschriften für die aufstrebende Industrie – ein Umstand, der Ethik-Wächter alarmiert.

Kritik am Wett-Business von Trump Jr.

"Wir befinden uns im Wilden Westen der Prognosemärkte, und die Tatsache, dass der Sohn des Präsidenten so eng finanziell mit ihnen verbunden ist, wirft Fragen über den Appetit der Regierung auf, sie streng zu regulieren", sagte Donald Sherman von der Watchdog-Organisation Citizens for Responsibility and Ethics in Washington gegenüber "CNN".

Trump-Sprecher weist Vorwürfe über Online-Wetten zurück

Das Weiße Haus weist die Vorwürfe zurück. "Das einzige Sonderinteresse, das die Trump-Administration leitet, ist das Wohl des amerikanischen Volkes", erklärte Sprecher Davis Ingle.

Ein Sprecher von Trump Jr. betonte, dieser handle nicht selbst auf den Plattformen und berate lediglich zu Marketingstrategien. "Die Vorstellung, dass er aufhören sollte, sein Leben zu leben und seinen Lebensunterhalt zu verdienen, nur weil sein Vater Präsident ist, ist offen gesagt ein lächerlicher Standard."

Trumps Angestellter verdiente 100.000 Dollar

Kalshi lässt die Nutzer unter anderem Geschäfte auf die Wahrscheinlichkeit abschließen, dass bei einem Event bestimmte Worte oder Sätze fallen oder ein Thema angesprochen wird. Der Teleprompter-Bediener habe davon bei Trumps Rede zur Lage der Nation im Februar sowie bei anderen Auftritten des Präsidenten Gebrauch gemacht, berichtete der Fernsehsender ABC unter Berufung auf Quellen mit Kenntnis der CFTC-Ermittlungen. Er habe damit mehr als 100.000 Dollar (aktuell rund 87.400 Euro) verdient. Es ist davon auszugehen, dass er vorab Kenntnis vom Text der Rede hatte.

Kalshi-Manager Robert DeNault schrieb auf der Online-Plattform X, dass die Geschäfte dem Dienst aufgefallen seien und man die CFTC selbst eingeschaltet habe. Leavitt sagte, im Weißen Haus gebe es "strikte Ethik-Richtlinien", aufgrund derer solche Geschäfte verboten seien.

Es ist nicht der erste Fall dieser Art. Im April warf das US-Justizministerium einem Soldaten vor, auf der Plattform Polymarket über 400.000 Dollar mit geheimem Wissen über Pläne zur Festnahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro Anfang Januar verdient zu haben.

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/bua/news.de/dpa/stg

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