Politik

Donald Trump: US-Präsident verspricht Börsenboom – Experten warnen vor bösem Erwachen

Donald Trump verspricht Börsenboom: Experten warnen vor gefährlicher Euphorie Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon

  • Artikel teilen:
  • Trump sagt der Wall Street einen weiteren Höhenflug voraus
  • Experten warnen vor hohen Bewertungen und überzogenen Erwartungen
  • Historische Börsendaten mahnen Anleger trotz Rekordständen zur Vorsicht

Mehr News rund um US-Präsident Donald Trump finden Sie am Ende des Artikels.

Donald Trump und das Thema Geld sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass der US-Präsident mehrere Klagen gegen US-Behörden überraschend zurückziehen könnte. Im Gegenzug soll offenbar ein milliardenschwerer Fonds für Menschen entstehen, die nach seiner Darstellung benachteiligt wurden. Nun rückt erneut das Thema Finanzen in den Fokus und Trump zeigt sich einmal mehr äußerst optimistisch.

Bei einem Auftritt an der Wall Street stellte der US-Präsident einen weiteren Höhenflug der Börsen in Aussicht. Genau diese selbstbewussten Aussagen stoßen jedoch auf Kritik. Marktbeobachter warnen Anleger davor, Trumps Prognosen blind zu vertrauen.

Trump sieht den Aktienmarkt vor dem nächsten Höhenflug

Anlässlich der Einführung steuerlich begünstigter Anlagekonten erklärte Donald Trump, dass die Börsen seiner Ansicht nach vor einer weiteren Rally stünden. Seine Prognose fiel dabei "Focus" zufolge ungewöhnlich eindeutig aus: "Es wird nach oben gehen. Ich glaube, der Aktienmarkt wird durch die Decke gehen."

Mit solchen Aussagen könne der Eindruck entstehen, steigende Kurse seien nahezu garantiert. Gerade unerfahrene Anleger könnten dies als Signal verstehen, jetzt noch einzusteigen, obwohl sich die US-Börsen bereits auf einem historisch hohen Bewertungsniveau bewegen.

Kritik an Trumps Darstellung der Börsenentwicklung

Donald Trump stellt die Entwicklung der Aktienmärkte regelmäßig als Erfolg seiner Politik dar. Erst kürzlich schrieb er sich zudem Rabattaktionen der Supermarktkette Walmart auf die eigene Fahne. Das Unternehmen widersprach dieser Darstellung jedoch. Auch mit Blick auf die Börsenentwicklung äußern Kritiker Zweifel an Trumps Einschätzung. Sie weisen darauf hin, dass der Aufwärtstrend bereits vor seiner zweiten Amtszeit begonnen habe und von zahlreichen Faktoren getragen werde. Neben starken Unternehmensgewinnen spielten vor allem die Erwartungen rund um Künstliche Intelligenz, Halbleiter und Rechenzentren eine entscheidende Rolle.

Experten betonen deshalb, dass weder steigende noch fallende Kurse allein einem Präsidenten zugeschrieben werden könnten. Börsen würden von Unternehmensdaten, Zinsen, Bewertungen und den Erwartungen der Investoren bestimmt und nicht von politischen Aussagen.

Historische Bewertungen sorgen für Warnsignale

Besonders kritisch sehen Analysten die aktuelle Bewertung des US-Marktes. Das sogenannte Shiller-KGV liegt deutlich über seinem langfristigen Durchschnitt und nähert sich Werten, die zuletzt auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase Ende der 1990er Jahre erreicht wurden. Zwar bedeute das nicht automatisch einen bevorstehenden Börsencrash. Historisch seien jedoch hohe Bewertungen häufig mit geringeren langfristigen Renditen verbunden gewesen.

Wenige Tech-Konzerne dominieren den Markt

Ein weiteres Risiko sehen Experten in der starken Konzentration des US-Aktienmarktes. Ein großer Teil der Entwicklung des S&P 500 hängt inzwischen von wenigen Technologieunternehmen ab. Sollten diese die hohen Erwartungen nicht erfüllen, könnte der gesamte Index unter Druck geraten. Zusätzlich beobachten Marktkenner den starken Anstieg kreditfinanzierter Aktienkäufe mit Sorge. Fielen die Kurse deutlich, könnten Zwangsverkäufe den Abwärtstrend zusätzlich beschleunigen.

Experten warnen vor blinder Euphorie

Langfristiges Investieren bleibe grundsätzlich sinnvoll, betonen Fachleute. Problematisch werde es jedoch, wenn politische Aussagen den Eindruck vermittelten, steigende Kurse seien sicher. "Ein Präsident kann die Eröffnungsglocke läuten. Die Gesetze von Bewertung, Risiko und Rendite kann er jedoch nicht außer Kraft setzen." Genau darin sehen Kritiker die größte Gefahr: Wer sich von vollmundigen Versprechen leiten lasse und die Risiken ausblende, könne an der Börse am Ende teuer dafür bezahlen.

Mehr News rund um US-Präsident Donald Trump finden Sie hier:

/sfx/news.de

Themen

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.