Donald Trump: 3 Jahre nach Missbrauchsurteil – Trump zahlt US-Autorin Millionen-Entschädigung
Donald Trump wurde wegen Missbrauch verurteilt. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
Erstellt von Anika Bube
15.07.2026 09.39
- Gericht verurteilt Donald Trump nach sexuellem Missbrauch und Verleumdung zu Geldstrafe
- Trump zahlt der Autorin E. Jean Carroll eine Entschädigung von 5,6 Millionen US-Dollar
- Weitere Verfahren zwischen Trump und Carroll sind weiterhin anhängig
Mehr als drei Jahre nach dem Schuldspruch einer New Yorker Jury hat US-Präsident Donald Trump der Autorin E. Jean Carroll eine Entschädigungssumme von rund 5,6 Millionen Dollar überwiesen. Das entspricht etwa 4,9 Millionen Euro. Die Zahlung wurde am Dienstag sowohl durch Gerichtsunterlagen als auch durch Carrolls Anwältin Roberta Kaplan bestätigt.
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Das Geld befand sich seit dem Urteil auf einem gerichtlich kontrollierten Treuhandkonto und wurde nun freigegeben. Die ursprünglich festgesetzte Entschädigung lag bei fünf Millionen Dollar – die Differenz ergibt sich aus den zwischenzeitlich aufgelaufenen Zinsen. Ein Anwalt aus Trumps Rechtsteam wollte sich gegenüber "BBC News" nicht zu der Zahlung äußern.
Geschworenenjury sah sexuellen Missbrauch als erwiesen an
Der Fall geht auf das Jahr 2023 zurück, als ein Geschworenengericht in New York zu dem Schluss kam, dass Trump die damalige Magazinkolumnistin im Jahr 1996 in der Umkleidekabine des Luxuskaufhauses Bergdorf Goodman in Manhattan angegriffen und sexuell missbraucht hatte. Zudem befanden die Geschworenen ihn der Verleumdung für schuldig, nachdem er Carrolls Vorwürfe öffentlich bestritten hatte.
Die Jury setzte damals eine Entschädigung von fünf Millionen Dollar fest. Trump bestritt die Anschuldigungen von Beginn an und behauptete, Carroll nicht einmal zu kennen. Obwohl die strafrechtliche Verfolgung bereits verjährt war, blieb der zivilrechtliche Weg offen.
Autorin E. Jean Carroll hat eine Entschädigung von Donald Trump erhalten, nachdem dieser wegen Missbrauch verurteilt wurde. Bild: Eduardo Munoz Alvarez/AP/dpa/dpa
Trumps Berufungsversuche scheiterten reihenweise
Der amtierende Präsident unternahm mehrere Anläufe, das Urteil anzufechten und die Auszahlung zu verhindern – ohne Erfolg. Im vergangenen Monat wies der Supreme Court seinen Antrag ab, den Fall erneut zu prüfen. Trumps Anwälte haben daraufhin das höchste Gericht gebeten, diese Entscheidung noch einmal zu überdenken.
Vergangene Woche ordnete der zuständige Bundesrichter Lewis A. Kaplan in New York schließlich an, dass Carroll das Geld erhalten müsse. Trumps Rechtsteam bezeichnete den Fall laut "BBC News" als "Schwindel" und "Hexenjagd", die angeblich von Demokraten finanziert worden sei. Einen Tag nach der richterlichen Anordnung wurde die Summe freigegeben.
Carroll legt Millionensumme vorerst nur an
Trotz der erfolgten Auszahlung will die 82-jährige Autorin das Geld zunächst nicht ausgeben, sondern anlegen. Der Grund: Eine endgültige Entscheidung des Obersten Gerichtshofs steht noch aus, wie ihre Anwältin erklärte. Trumps Rechtsteam hat den Supreme Court gebeten, die Ablehnung des Falls noch einmal zu überdenken.
Darüber hinaus läuft ein weiteres Verfahren zwischen Carroll und Trump. In einem zweiten Prozess, der 2024 stattfand, sprachen Geschworene der Autorin sogar 83 Millionen Dollar wegen Verleumdung zu. Auch in diesem Fall planen Trumps Anwälte, den Supreme Court anzurufen.
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