Donald Trump: "Lebt in einem anderen Jahrhundert" - Insider zerlegt US-Präsident
Donald Trump (Foto) sieht sich mit der Attacke eines früheren US-Botschafters konfrontiert. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin
Von news.de-Redakteur Tobias Rüster
08.07.2026 13.45
- Donald Trump lebt "in irgendeinem anderen Jahrhundert"
- Donald Trump entsetzt mit Äußerungen über Nato-Verbündete
- Donald Trump übersieht massive Aufrüstung der Europäer
- Knallhartes Trump-Urteil: "Noch nie hat ein US-Präsident so gehandelt"
Der frühere US-Botschafter Nicholas Burns (2022 bis 2025 in China) hat Donald Trump, der jüngst mit einem "Festessen" über den Wolken für Schlagzeilen sorgte, scharf für dessen Haltung beim Nato-Gipfel kritisiert. In einem TV-Interview beim Sender CNN warf Burns dem US-Präsidenten vor, die zentrale Sorge der Verbündeten zu missachten: die Gefahr, die von Russland ausgeht. Videos des Auftritts sind unter anderem beim Social-Media-Dienst X zu sehen.
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Donald Trump lebt "in irgendeinem anderen Jahrhundert"
Die Nordatlantische Allianz sei für die Vereinigten Staaten von großer Bedeutung, betonte der Ex-Diplomat. Die derzeitige Bedrohung gehe von Putin und Russland aus. Wenn Trump glaube, der Atlantische Ozean würde die USA im 21. Jahrhundert vor Russland schützen, liege er "einfach völlig falsch", so Burns. Der Präsident lebe "in irgendeinem anderen Jahrhundert", nur nicht in dem, in dem wir uns befinden.
Donald Trump entsetzt mit Äußerungen über Nato-Verbündete
Trumps Äußerungen bezogen sich auf seine Einschätzung der russischen Bedrohung. Der US-Präsident hatte erklärt, ihn beunruhige diese nicht, da es "so etwas wie einen Ozean zwischen uns" gebe. Burns reagierte darauf mit Unverständnis über diese veraltete Sichtweise auf moderne Sicherheitsrisiken.
Es sei heute ein Leichtes, Drohnen vor der Küste einzusetzen, wurde in der Sendung angemerkt. Die Welt habe sich dramatisch verändert, ebenso die Art der militärischen Auseinandersetzungen, die in den vergangenen Monaten zu beobachten waren. Geografische Distanzen böten in einer Zeit technologischer Bedrohungen keinen verlässlichen Schutz mehr.
Donald Trump übersieht massive Aufrüstung der Europäer
Burns bemängelte außerdem, dass Trump die erheblich gestiegenen Verteidigungsausgaben der europäischen Nato-Mitglieder schlichtweg übergehe. Der Präsident erwähne mit keinem Wort, wie stark die Bündnispartner ihre militärische Infrastruktur in den letzten Jahren ausgebaut hätten.
Im Umgang mit der Allianz verhalte sich Trump so, als spreche er über ein Europa von vor drei, vier oder fünf Jahren, erklärte der Ex-Botschafter. Nicht jedoch über das Europa von heute, das seine Verteidigungsbereitschaft massiv erhöht habe. Die Realität der aktuellen Verteidigungsbudgets finde in Trumps Rhetorik keine Beachtung.
Knallhartes Trump-Urteil: "Noch nie hat ein US-Präsident so gehandelt"
Besonders kritisierte Burns Trumps persönliche Angriffe auf führende Nato-Politiker. Der frühere Diplomat verwies auf die beleidigenden, sarkastischen und persönlich herabsetzenden Kommentare, die Trump über verschiedene Bündnisführer gemacht habe. Ein amerikanischer Präsident habe so etwas noch nie getan, stellte Burns klar.
Der Ex-Botschafter forderte Trump auf, sich an früheren Amtsinhabern ein Beispiel zu nehmen. Er fragte rhetorisch: "Können Sie sich vorstellen, dass Truman oder Eisenhower oder John F. Kennedy oder Ronald Reagan den italienischen Premierminister, den französischen Präsidenten, den deutschen Kanzler oder den britischen Premierminister in persönlichen Worten kritisiert hätten?" Die Antwort darauf schien für Burns offensichtlich: Keiner dieser Präsidenten hätte Verbündete derart öffentlich bloßgestellt.
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