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Machtkampf beim AfD-Parteitag: Hinter den Kulissen fliegen offenbar die Fetzen

Beim AfD-Parteitag zeigen Tino Chrupalla und Alice Weidel Einigkeit. Bild: picture alliance/dpa | Sebastian Kahnert

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  • Alice Weidel und Tino Chrupalla bleiben Parteivorsitzende der AfD
  • Weidel verbessert ihr Ergebnis, Chrupalla fällt deutlich zurück
  • Im Bundesvorstand entbrennt ein harter Machtkampf zwischen den Lagern

Beim AfD-Parteitag in Erfurt präsentieren sich die beiden Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla nach außen als eingespieltes Team. Doch hinter den Kulissen brodelt ein erbitterter Machtkampf. Im Zentrum des Konflikts steht die Besetzung des Bundesvorstands. Sowohl Weidel als auch Chrupalla versuchen, ihre jeweiligen Verbündeten in wichtige Positionen zu bringen. Die Wahl könnte das interne Machtgefüge der Partei grundlegend verändern.

Alice Weidel triumphiert, Tino Chrupalla kassiert Dämpfer

Beim Bundesparteitag in Erfurt bestätigten die Delegierten Alice Weidel und Tino Chrupalla für weitere zwei Jahre an der Parteispitze. Gegenkandidaten traten nicht an – beide hatten sich gegenseitig für das Amt vorgeschlagen. Während Weidel mit 81,3 Prozent Zustimmung ihr Ergebnis vom Parteitag 2024 in Essen leicht verbessern konnte, musste Chrupalla einen spürbaren Rückschlag hinnehmen. Der Co-Vorsitzende kam nur noch auf 70 Prozent – ein deutlicher Absturz gegenüber seinen damaligen knapp 83 Prozent. Vor der Wahl hatten sich die Delegierten mit klarer Mehrheit für die Beibehaltung der Doppelspitze ausgesprochen. Die Parteisatzung hätte auch eine Einzelführung ermöglicht.

AfD-Parteitag in Erfurt: Brodelnder Machtkampf im Vorstand

Der Konflikt zwischen den Lagern manifestierte sich in mehreren direkten Duellen. Im internen Machtkampf um die stellvertretenden Vorsitze konnte sich Sven Tritschler aus Nordrhein-Westfalen durchsetzen. Der 44-Jährige, den Parteichefin Weidel persönlich für den Posten vorgeschlagen hatte, erreichte mit 50,7 Prozent nur knapp die erforderliche Mehrheit. Sein Konkurrent Kay Gottschalk, der dem bisherigen Vorstand bereits als Stellvertreter angehörte, scheiterte deutlich mit lediglich 36 Prozent. Der finanzpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion hatte in seiner Bewerbungsrede unter anderem mit dem Slogan "Remigration löst viele Probleme" geworben – ohne Erfolg bei den Delegierten. Tritschler ging seinen Gegenkandidaten in seiner Rede hart an, ohne dessen Namen zu nennen. Er wetterte gegen Opportunisten und "Umfaller". "Gerade jetzt an der Schwelle zur Macht" dürfe die Partei sich nicht verbiegen lassen, betonte er.

Gnauck löst Hütter als AfD-Schatzmeister ab

Auch beim Amt des Bundesschatzmeisters kam es zum Wechsel. Hannes Gnauck, ehemaliger Vorsitzender der mittlerweile aufgelösten Jungen Alternative, forderte den bisherigen Amtsinhaber Carsten Hütter heraus. Die Entscheidung fiel erst im dritten Wahlgang: Gnauck gewann mit 51 Prozent, Hütter erhielt 44,8 Prozent. "Ich bin gelernter Kaufmann, ich kann und ich will führen", hatte Gnauck in seiner Bewerbung erklärt. Hütter verwies auf seine Erfahrung und den aktuellen Kontostand der Partei von rund 14 Millionen Euro. Der Bundestagsabgeordnete Gnauck ist verteidigungspolitischer Sprecher seiner Fraktion und diente von 2014 bis 2021 als Zeitsoldat. Ein Disziplinarverfahren aus seiner Bundeswehrzeit sorgte in der Vergangenheit für Aufmerksamkeit – ihm wurde vorgeworfen, Dienstpflichten verletzt zu haben.

Zudem könnte Schriftführer Dennis Hohloch Konkurrenz von Mike Moncsek bekommen, der dem Chrupalla-Lager zugerechnet wird.

Höcke-Vertrauter zieht mit starkem Ergebnis in Vorstand ein

Stefan Möller, Co-Vorsitzender der Thüringer AfD, wurde mit deutlich mehr Rückhalt zum stellvertretenden Bundessprecher gewählt. Der Jurist und Bundestagsabgeordnete erhielt 76,54 Prozent der Stimmen. Björn Höcke hatte bereits vor Wochen angekündigt, dass Möller die Thüringer Positionen in die Bundesführung einbringen solle. In seiner Bewerbungsrede wies Möller Vorwürfe zurück, er werde vom Thüringer Landeschef gesteuert. "Björn Höcke ist mein Weggefährte, er ist mein Freund", erklärte er. Den Erfolg seiner Partei in Thüringen führte er nicht auf Radikalisierung zurück, sondern auf eine Verbreiterung der Wählerbasis. Möller präsentierte sich als Stratege: "Ich kann Strategie – rechtliche wie politische, ich kann Organisation", warb er um Unterstützung.

AfD-Parteijugend steht hinter Alice Weidel

Auch Jean-Pascal Hohm, der 28-jährige Vorsitzende der Jugendorganisation "Generation Deutschland", bewirbt sich um einen Platz im Bundesvorstand. Die Nachwuchsorganisation gilt als eng mit Weidel verbunden. Ebenfalls erneut antreten will Martin Reichardt aus Sachsen-Anhalt, obwohl ihm vorgeworfen wird, den Hitlergruß gezeigt zu haben.

Weitere Kandidaten für den Bundesvorstand sind Peter Boehringer, Hauke Finger, Marc Jongen, Heiko Frank Scholz sowie der Bundestagsabgeordnete Maximilian Kneller. Dagegen verzichten die bisherigen Vorstandsmitglieder Roman Reusch und Dirk Brandes auf eine erneute Kandidatur.

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