Donald Trump: Eisernes Schweigen offenbart Trumps Angst
Bei den Tony Awards haben sich Promis mit Kritik an Donald Trump zurückgehalten. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin
Erstellt von Sabrina Böhme
29.06.2026 13.00
- Promis schweigen bei den Tony Awards über Donald Trump
- Journalistin deckt Trumps Angst auf
- Während Promis den Mund halten, kehrt Rosie O'Donnell zurück, um sich dem US-Präsidenten zu widersetzen
Prominente wie Musiker Bruce Springsteen geizen nicht mit Kritik an Donald Trump. Bei den Tony Awards in New York vermieden die Gäste aber kritische Töne in Richtung des US-Präsidenten. Es herrschte eine ungewöhnliche Stille – zumindest was politische Statements angeht. Die Journalistin Molly Jong-Fast beschreibt in einem Meinungsbeitrag für die "New York Times" ihre Beobachtungen von der Preisverleihung: Die Angst unter den Prominenten sei förmlich spürbar gewesen.
Sorge vor Donald Trump? Schweigen bei Tony Awards
"Die Prominenten, mit denen ich sprach, machten sich offensichtlich Sorgen, dass die Ansichten, die sie noch vor wenigen Jahren öffentlich vertreten hatten, sie ins Visier eines MAGA-Internet-Mobs bringen könnten", schreibt Jong-Fast. Auch mögliche Konsequenzen durch FCC-Chef Brendan Carr oder Auswirkungen auf lukrative Filmengagements trieben die Stars um. Wenn Politik überhaupt zur Sprache kam, dann nur äußerst vorsichtig und am Rande.
Warum Trump Prominente fürchtet
Die Kritik an politisch aktiven Stars wurde in der Vergangenheit häufig als belanglos abgetan. Doch Jong-Fast stellt eine entscheidende Frage: "Wen interessiert schon, was Schauspieler oder Popstars über Politik denken?" Ihre Antwort: den Präsidenten selbst.
Der Grund liegt in der digitalen Reichweite. Prominente seien die einzigen Menschen, die den Algorithmus mit derselben Durchschlagskraft beherrschen könnten wie Trump, argumentiert die Journalistin. Damit seien sie am besten in der Lage, seine ansonsten überwältigende Kommunikationsstrategie zu untergraben. Dabei setzt er auf psychologische Tricks. Gerade jetzt, wo öffentliche Äußerungen tatsächlich mit Risiken verbunden seien, brauche man kulturelle Vorbilder, die zeigen, wie Widerstand aussehen kann.
Rosie O'Donnell hat keine Angst vor Trump
Inmitten dieser Atmosphäre der Zurückhaltung stach eine Person heraus: Rosie O'Donnell, eine langjährige Widersacherin des Präsidenten. "Dann erschien, mit neuem Gesicht und der gleichen alten fröhlichen Kratzbürstigkeit, Rosie O'Donnell", beschreibt Jong-Fast den Moment.
Nach Trumps Wiederwahl war die Entertainerin nach Irland geflohen. Doch nun kündigte sie gegenüber der Journalistin ihre Rückkehr in die USA an – für eine One-Woman-Show. Von Angst keine Spur, betonte O'Donnell. Sie will sich gegen Trump und seine Administration aussprechen. Ihre Devise machte sie in einer SMS an die Journalistin deutlich: "Meinungsfreiheit – nutze sie oder verliere sie." Die Regierung bezeichnete sie dabei unverblümt als "faschistische kriminelle Administration".
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bos/fka/news.de/stg