Donald Trump: US-Präsident verliert sich in wilder Verschwörungstheorie
Donald Trump verbreitet im Netz wilde Verschwörungstheorien. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin
Erstellt von Anika Bube
26.06.2026 12.09
- Donald Trump warnt vor einer angeblichen kommunistischen Gefahr
- Der US-Präsident greift Zohran Mamdani und seine Unterstützer scharf an
- Innerhalb der Demokraten entbrennt ein Streit über den Einfluss linker Kräfte
Donald Trump ist auf seiner Plattform Truth Social regelrecht explodiert. Seit Tagen verbreitet der US-Präsident dort wilde Verschwörungstheorien über eine angeblich bevorstehende kommunistische Machtübernahme in den USA. Auslöser für den Ausraster: Mehrere von New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani unterstützte Kandidaten gewannen wichtige Vorwahlen für das Repräsentantenhaus.
Weitere aktuelle Meldungen aus dem Politik-Ressort finden Sie am Ende dieses Artikels.
In einem regelrechten Posting-Marathon warnte Trump seine Follower vor dem Aufstieg der "Kommunisten". "Amerika, das Schöne, wird NIEMALS ein kommunistisches Land sein!!!", schrieb er am Mittwochmorgen. Mamdani habe "drei solide Kommunisten durchgebracht" und dafür "lauten und universellen Applaus von den Fake-News-Medien" erhalten, ätzte der US-Präsident. Am Donnerstagabend steigerte sich Trump weiter in seine Verschwörungserzählung hinein: Die "Kommunisten" würden nun "endlich ihren Zug machen".
Trump verwechselt demokratischen Sozialismus mit Kommunismus
Mamdani gehört den Democratic Socialists of America an. Einer Bewegung, die Trump konsequent mit Kommunismus gleichsetzt. Dabei unterscheiden sich beide Ideologien grundlegend: Während beide den Kapitalismus zugunsten der Arbeiterklasse ablehnen, setzte der Kommunismus historisch auf Revolution, der Sozialismus hingegen auf schrittweise Veränderungen.
Trump erklärte auf Truth Social, er habe sich "lange auf diesen Moment vorbereitet". Es sei "einfach", Kommunist zu sein, behauptete der Präsident – man müsse nur versprechen, allen alles zu geben. "Aber das bedeutet, dass man es anderen wegnimmt, die es verdient haben", fügte er hinzu. Diese Ideologie habe "über Tausende von Jahren nicht ein einziges Mal funktioniert". Seinen Beitrag beendete Trump mit den Worten: "Das Spiel ist eröffnet. Viel Spaß beim Zuschauen!"
Kalter Krieg lässt grüßen: Trump teilt JFK-Videos aus den 1960ern
Der US-Präsident griff für seine Warnungen tief in die historische Mottenkiste. Trump teilte ein Interview mit dem früheren US-Präsidenten John F. Kennedy aus dem Jahr 1960 – als Trump selbst 14 Jahre alt war. In dem Clip sprach Kennedy über die kommunistische Bedrohung jener Ära. "Wir sollten die Gesetze unterstützen, die die Vereinigten Staaten verabschiedet haben, um uns vor denen zu schützen, die uns von innen heraus zerstören würden", sagte Kennedy damals. Trump verbreitete zudem einen Beitrag eines MAGA-Accounts, der das Video mit der Behauptung versehen hatte, Kennedy erkläre, wie der Kommunismus das Land "von innen heraus zerstören" werde – und dies sei nun "ihr Plan".
Demokraten in Aufruhr: Carville fordert Parteispaltung
Die Vorwahlergebnisse haben auch innerhalb der Demokratischen Partei für Erschütterungen gesorgt. Der frühere Obama-Berater und CNN-Moderator Van Jones kommentierte die Ereignisse am Dienstagabend mit deutlichen Worten: "Das Dach stürzt über dem Establishment der Demokratischen Partei ein." Es handle sich um einen direkten Kampf zwischen Establishment und Aufständischen – und das Establishment bekomme "heute Abend in New York City den Hintern versohlt". Der demokratische Stratege James Carville ging am Donnerstag noch weiter und brachte das Wort "Spaltung" ins Spiel. "Es gibt einfach manchen Mist, mit dem ich nicht im selben Zelt sein kann", erklärte er. Senator Bernie Sanders hingegen feierte die "erdrutschartigen Siege" auf X und schrieb: "Gemeinsam schaffen wir eine progressive Graswurzelbewegung, die die Oligarchen besiegen wird."
Weitere Meldungen rund um die Trump-Regierung finden Sie hier:
- "Ordentlich vermöbelt!" Trump erzürnt mit Iran-Rede
- Erneut Schlaganfall-Anzeichen – Händedruck sorgt für Spekulationen
- Stöhnen vor Fabrikarbeitern – Trump-Auftritt sorgt für Kopfschütteln
- "Die letzten Tage eines Diktators!" Gerüchte über vorzeitigen Trump-Abgang
- Ein Wort genügt – Ex-First-Lady Michelle Obama demütigt Trump