Urlaubs-Hammer für Beschäftigte: SPD bringt zusätzlichen Urlaubstag ins Gespräch
Zusätzlicher freier Tag? SPD-Vorstoß könnte Millionen Beschäftigte betreffen Bild: picture alliance/dpa | Thomas Banneyer
Erstellt von Mia Lada-Klein
23.06.2026 08.02
- Die SPD schlägt vor, den gesetzlichen Mindesturlaub von 20 auf 21 Tage anzuheben
- Rund vier Millionen Beschäftigte würden von der Änderung direkt profitieren
- Wirtschaftsvertreter warnen vor zusätzlichen Belastungen für Unternehmen
Für Millionen Beschäftigte in Deutschland könnte sich künftig eine Änderung beim gesetzlichen Urlaubsanspruch ergeben. Im Zuge laufender Gespräche über ein umfangreiches Reformpaket soll die SPD laut "Bild" vorgeschlagen haben, die Zahl der gesetzlich garantierten Urlaubstage anzuheben. Bislang stehen Vollzeitbeschäftigten bei einer Fünf-Tage-Woche mindestens 20 Urlaubstage pro Jahr zu. Nach den Vorstellungen der Sozialdemokraten könnte dieser Anspruch künftig auf 21 Tage steigen.
Millionen Beschäftigte würden von den Reformplänen profitieren
Eine Anhebung des gesetzlichen Mindesturlaubs hätte vor allem Auswirkungen auf Arbeitnehmer, die bislang ausschließlich den gesetzlich vorgeschriebenen Anspruch erhalten. Nach Schätzungen des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) betrifft das rund vier Millionen Menschen. Viele andere Beschäftigte erhalten bereits mehr freie Tage. In zahlreichen Handwerksbetrieben sind beispielsweise 25 Urlaubstage üblich. In Branchen wie Chemie, Metall oder Handel sehen Tarifverträge häufig sogar 30 Urlaubstage im Jahr vor.
Regierung äußert sich bislang nicht zu den Berichten
Offizielle Stellungnahmen zu den Berichten gibt es bislang nicht. Weder das von Arbeitsministerin und SPD-Vorsitzender Bärbel Bas geführte Arbeitsministerium noch Vertreter der Union wollten sich dazu äußern. Aus der Wirtschaft kommen hingegen kritische Stimmen. Dort wird befürchtet, dass ein zusätzlicher Urlaubstag für Millionen Arbeitnehmer zu höheren Belastungen für Unternehmen führen könnte.
Debatte um mehr Urlaub läuft bereits seit Jahren
Die Forderung nach zusätzlichen freien Tagen ist nicht neu. Bereits im Jahr 2025 hatte die Gewerkschaft Verdi im Rahmen der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst drei weitere Urlaubstage gefordert. Zwar wurde dieses Ziel nicht vollständig erreicht, dennoch einigten sich die Tarifparteien auf eine Ausweitung des Urlaubsanspruchs. Ab 2027 steigt die Zahl der Urlaubstage für Beschäftigte im öffentlichen Dienst von derzeit 30 auf 31 Tage.
Noch keine Entscheidung gefallen
Ob der Vorschlag der SPD tatsächlich umgesetzt wird, ist derzeit offen. Die Gespräche über das geplante Reformpaket dauern an. Sollte sich der Vorstoß durchsetzen, könnten Millionen Arbeitnehmer in Deutschland künftig einen zusätzlichen freien Tag pro Jahr erhalten.
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