Passau: Machtkampf entschieden: Protschka bleibt AfD-Landeschef
Täglich bestens informiert mit den aktuellen Nachrichten auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / goir
Erstellt von Sarah Knauth
20.06.2026 16.01
Der Bundestagsabgeordnete Stephan Protschka bleibt Vorsitzender der bayerischen AfD. Nach einem erbittert geführten internen Machtkampf wurde der Niederbayer auf einem Landesparteitag in Passau im Amt bestätigt. Und das mit großer Mehrheit, weil es am Ende keinen Gegenkandidaten gab: Protschkas Bundestags-Kollege Reinhard Mixl, der eine Bewerbung Ende Mai öffentlich angekündigt und Protschka damit herausgefordert hatte, trat doch nicht an. Für Protschka stimmten nach Angaben des Wahlleiters dann gut 79 Prozent der anwesenden Mitglieder.
Ende eines erbitterten Machtkampfs
In den vergangenen Wochen hatte hinter den Kulissen ein erbitterter Machtkampf getobt. Dies gipfelte etwa in einem Brief des Teams Protschka an den AfD-Bundesvorstand. Beklagt wurde darin "der gezielte Versuch externer Netzwerke, die freie Willensbildung unseres stärksten Landesverbandes zu kapern". Der Landesvorsitzende sah sich Druck und Drohungen ausgesetzt.
Nun, unmittelbar vor seiner Wahl, als er als alleiniger Kandidat bereits feststand, spielte Protschka die Querelen und Streitigkeiten herunter: "Die Partei ist nicht zerstritten, meine Damen und Herren." Es gebe Meinungsverschiedenheiten und "halt Sachen, wo man sich vielleicht nicht ganz einig ist". Protschka rief dazu auf, nicht miteinander zu streiten, sondern lieber für die "gemeinsame Sache" zu kämpfen. "Es geht um viel mehr als um einzelne Personen", mahnte er - ein Stück weit vergeblich: Bei der Wahl der Vizes, darunter Landtagsfraktionschefin Katrin Ebner-Steiner, schallten vereinzelte Buh-Rufe durch den Saal.
Beispiellos war schon der Beginn des Parteitags gewesen. Nicht wie sonst üblich der Landesvorsitzende, sondern andere Vorstandsmitglieder wollten den Tätigkeitsbericht des Landesvorstands vorstellen, möglicherweise gemeinsam. Der Parteitag stimmte dann aber mit großer Mehrheit für den Antrag eines Mitglieds, dass allein Protschka für den Bericht das Wort erteilt werden sollte.
Spätestens da zeichnete sich ab, dass Protschka mit einer Mehrheit würde rechnen können. Ob und wann Mixl sich entschied, anders als angekündigt doch nicht zur Vorsitzendenwahl anzutreten, bleib zunächst offen. Mixl war anschließend aber einer der ersten, der Protschka zur Wiederwahl gratulierte.
Gegendemonstrationen
Erstmals hatte die bayerische AfD ihre Mitglieder in die Dreiländerhalle nach Passau geladen – bekannt als Heimat der CSU am politischen Aschermittwoch. Zum Zeichen des Protests versammelten sich schon mehrere Stunden vor Veranstaltungsbeginn rund 1.000 AfD-Gegner in der Passauer Innenstadt. Insgesamt sind nach Angaben der Stadt 5.000 Teilnehmer bei verschiedenen Demos und Kundgebungen angemeldet. Die Polizei ist mit Hunderten Einsatzkräften vor Ort.
(Hey! Du interessierst Dich für mehr Nachrichten aus Deiner Region? Dann abonnier unseren regelmäßigen Bayern-Newsletter für die Regionen Franken, Oberbayern und Niederbayern, die Oberpfalz oder Schwaben! Zur Anmeldung)
Weitere aktuelle News aus dem Ressort "Politik":
- Bündnis Sahra Wagenknecht News 2026: Der Nachrichten-Ticker zur neuen Partei BSW
- CDU News 2026: Aktuelles rund um die Christlich Demokratische Union im Ticker
- SPD News 2026: Aktuelle Nachrichten zur Partei im SPD-Ticker
- Israel News 2026: Aktuelle Nahost-Nachrichten im Überblick
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++ kns/roj/news.de