Donald Trump: "Die Iraner fühlen sich verraten" – Exil-Prinz nennt Trump-Abkommen "abscheulich"
Scharfe Kritik am Iran-Deal von Donald Trump Bild: picture alliance/dpa/AP | Manuel Balce Ceneta
Erstellt von Anika Bube
19.06.2026 08.19
- Irans Exil-Kronprinz Reza Pahlavi verurteilt das neue Trump-Abkommen mit Teheran scharf
- Der Sohn des letzten Schahs spricht von "Verrat" am iranischen Volk und nennt die Vereinbarung "abscheulich"
- Pahlavi warnt, dass die Milliardenhilfen nicht bei den Bürgern, sondern beim Regime und seinen Verbündeten landen könnten
Während Donald Trump versucht, das Abkommen mit dem Iran als diplomatischen Durchbruch zu verkaufen, wächst die internationale Kritik. Sicherheitsexperten sprechen von einer Niederlage der USA. Nun schlägt der iranische Kronprinz im Exil, Reza Pahlavi, in die selbe Kerbe und verurteilt den Deal scharf. In einem Interview mit der "Daily Mail" erklärte der 65-Jährige, die Iraner fühlten sich "verraten" von der Vereinbarung.
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"Die Iraner fühlen sich verraten!" Exil-Kronprinz attackiert Donald Trump
Pahlavi kritisierte, dass die zehntausenden Menschen, die im Januar bei Protesten gegen das Regime ums Leben kamen, "nicht für ein Atomabkommen oder die Straße von Hormus gestorben" seien. Schätzungen zufolge könnten bis zu 40.000 Menschen bei der Niederschlagung der Demonstrationen getötet worden sein. Der Sohn des letzten Schahs von Iran bezeichnete es als "abscheulich", dass das iranische Volk in den Verhandlungen keinerlei Berücksichtigung gefunden habe. Die Frage, ob das Versprechen eines Regimewechsels eingelöst werde, liege nun "auf dem Gewissen dieses Präsidenten und dieser Regierung".
Der iranische Exil-Prinz Reza Pahlavi verurteilt das Iran-Abkommen von Trump scharf. Bild: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Das umstrittene Abkommen wurde am Mittwoch in Versailles unterzeichnet. Die Vereinbarung sieht vor, dass der Iran Reparationszahlungen in Höhe von 300 Milliarden Dollar sowie Sanktionserleichterungen erhält. Im Gegenzug muss Teheran die Straße von Hormus wieder öffnen, sein angereichertes Uran beseitigen und sich verpflichten, keine Atomwaffen zu entwickeln. Der neue Oberste Führer Mojtaba Khamenei erklärte, er habe "die Erlaubnis erteilt", das Abkommen zu unterzeichnen. Gleichzeitig betonte er, künftige Verhandlungen würden nicht bedeuten, "den Standpunkt des Feindes zu akzeptieren". Trump habe den Deal "aus Verzweiflung" geschlossen. Irans Präsident Masoud Pezeshkian bezeichnete das Dokument als "Ausdruck der Stimme einer Nation, die ihre Würde und Unabhängigkeit nicht gegen Drohungen oder Druck eingetauscht hat".
"Abscheulich!" Iranisches Volk in Verhandlungen ignoriert
Pahlavi machte deutlich, dass die iranische Bevölkerung Freiheit, ein Ende der Menschenrechtsverletzungen, politischer Inhaftierungen und Hinrichtungen fordere. Stattdessen habe Washington nun den Sieg erklärt, obwohl das Regime an der Macht bleibe und bereichert werde – während unzählige verhaftete Demonstranten in Todeszellen säßen. Der Exil-Kronprinz warnte eindringlich, dass die Milliarden nicht "zum Volk durchsickern" würden. Vielmehr werde Teheran die Gelder nutzen, um seine Stellvertreter wie Hisbollah, Hamas und die Huthi-Rebellen zu stärken. Auch Trumps Aussage, der Iran dürfe "einige ballistische Raketen" besitzen, weil andere Länder diese ebenfalls hätten, wies Pahlavi zurück. "Die Natur der Bestie ist, dass sie von Natur aus gefährlich sind", erklärte er. Man habe es mit einer "Bestie" zu tun, nicht mit rationalen Menschen.
Iran-Deal "nicht haltbar" – Exil-Prinz äußert scharfe Kritik
Pahlavi äußerte erhebliche Zweifel an der Beständigkeit der Vereinbarung. "Ich glaube nicht, dass es Bestand haben wird", sagte er. "Es ist nicht haltbar, es ist nicht legitim in den Augen des Volkes." Scharfe Kritik richtete der Kronprinz auch an den britischen Premierminister Keir Starmer. Dieser habe durch sein Angebot, britische Sanktionen gegen die theokratische Diktatur aufzuheben, "Erpressung bestätigt und belohnt". Pahlavi erinnerte westliche Regierungschefs daran, dass im Iran täglich Hinrichtungen stattfänden. Das Schicksal der Bürger müsse mit jeglichen Verhandlungen verknüpft werden. An Großbritannien appellierte er: "Haltet zu uns, helft uns, das zu überwinden."
Trotz seiner scharfen Kritik sieht Pahlavi noch Möglichkeiten für ein Umdenken in Washington. Er habe das Gefühl, dass "die Tür noch offen" sei für weitere Schritte Trumps gegen das Regime. Die Iraner blieben "widerstandsfähig in ihrem Kampf für die Freiheit". Das US-Militär bestätigte inzwischen die Aufhebung der Seeblockade iranischer Häfen. Trump hatte den Konflikt im Februar gemeinsam mit Israel begonnen, nachdem er iranischen Demonstranten versprochen hatte, ihnen "zu Hilfe zu kommen". Israel weigert sich allerdings, gemäß den Bedingungen des Abkommens aus dem Libanon abzuziehen. US-Vizepräsident JD Vance kritisierte diese Haltung. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu wurde bei den Verhandlungen an den Rand gedrängt und ist kein Unterzeichner der Vereinbarung.
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