Bizarres Phänomen in Russland: Lukratives Geschäft mit dem Tod – tote Putin-Soldaten werden digital wiederbelebt
Russische Familien lassen ihre im Ukraine-Krieg gefallenen Söhne digital auferstehen. Bild: picture alliance:dpa:Pool Sputnik Kremlin:AP | Vladimir Smirnov
Erstellt von Franziska Kais
16.06.2026 11.50
- Bizarres KI-Phänomen um tote Putin-Soldaten
- Russische Familien lassen getötete Söhne digital auferstehen
- KI-Erstellerin verdient damit das Doppelte des russischen Durchschnittsgehalts
Es ist ein äußerst bizarres Phänomen, das sich aktuell in Russland seinen Weg bahnt. Wie der britische "Daily Star" berichtet, bezahlen die Hinterbliebenen von im Ukraine-Krieg getöteten Soldaten viel Geld für künstlich erzeugte Bilder und Videos ihrer verstorbenen Angehörigen. Die digitalen Darstellungen zeigen die toten Putin-Soldaten lächelnd und winkend. Manche werden sogar mit Taubenflügeln wie biblische Engel abgebildet.
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Bizarres KI-Phänomen um tote Putin-Soldaten
Für diese sogenannten "digitalen Nachlebens"-Kreationen zahlen trauernde Familien umgerechnet bis zu 115 Euro aus. Der Zugang zu generativen KI-Werkzeugen ist von Russland aus stark eingeschränkt, was die Nachfrage nach solchen Auftragsarbeiten befeuert. Der von Wladimir Putin entfesselte Ukraine-Krieg hat damit eine völlig neue KI-Wirtschaft hervorgebracht.
KI-Erstellerin berichtet von lukrativem Nebengeschäft mit dem Tod
Eine KI-Erstellerin namens Ulyana Lebed hat gegenüber der "BBC" offengelegt, dass sie mit dieser Tätigkeit monatlich zwischen 1.700 und 2.300 Euro verdient. Das entspricht etwa dem Doppelten des durchschnittlichen russischen Monatsgehalts. Die Qualität der Ergebnisse lässt allerdings oft zu wünschen übrig. Sowohl die Gesichter der Soldaten als auch die ihrer Familienangehörigen erscheinen auf den generierten Bildern häufig verzerrt oder entstellt. Typische Fehler sind fehlende Gliedmaßen oder zusätzliche Finger. Neben Porträts der Gefallenen werden auch idealisierte Darstellungen der Frontlinie erstellt, die den brutalen Krieg romantisieren sollen.
Digitales Nachleben als neuer globaler Trend?
Katarzyna Nowaczyk-Basińska vom Leverhulme Centre for the Future of Intelligence an der Universität Cambridge betrachtet das Phänomen als Teil eines weltweiten Trends zum "digitalen Nachleben". Eine eindeutige moralische Bewertung fällt der Wissenschaftlerin jedoch schwer. "Die Erschaffung von 'Deadbots' russischer Soldaten oder Deepfakes gefallener russischer Soldaten, die aus der Ukraine zurückkehren, ist extrem komplex und ethisch schwer eindeutig zu bewerten", erklärte sie gegenüber dem "Daily Star".
Ukraine kritisiert KI-Bilder gefallener Putin-Soldaten scharf und spricht von Heldenverehrung
Eine russische Mutter, die KI-generierte Bilder und Videos ihres gefallenen Sohnes erworben hat, äußerte sich ernüchtert über deren Wirkung. "Kann mir Technologie helfen zu akzeptieren, dass ich meinen Sohn nie wieder umarmen werde? Nein. Es ist eine Illusion", sagte sie gegenüber der "BBC". Auf ukrainischer Seite stoßen die digitalen Darstellungen auf scharfe Kritik. Dort werden die Bilder als Heldenverehrung für jene Männer verurteilt, die Wladimir Putins brutale Invasion ausführen. Ein Ukrainer kommentierte: "Ihr solltet euch schämen, eure 'Helden' zu zeigen, die losgezogen sind, um Blutgeld zu verdienen, indem sie unsere Kinder töten."
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