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Karlsruhe/Stuttgart: Digitaler Klingelbeutel: Diesen Effekt stellen Kirchen fest

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Wer die Kollekte digital spendet statt das Geld in bar in einen Klingelbeutel oder Opferstock zu geben, ist nach Erfahrungen der evangelischen Kirchen im Land oft großzügiger. Die einzelnen Beträge seien im Schnitt höher, teilte die Evangelische Landeskirche in Württemberg mit.

Jene in Baden hat bei Spendensäulen festgestellt, dass 5 bis 10 Prozent der Besucher eines Gottesdienstes sie nutzen - diese aber rund 20 Prozent der Kollektenbeiträge geben. "Das heißt, die Einzelgaben fallen bei der bargeldlosen Gabe an den Spendensäulen deutlich höher aus." Wer für seine Gabe eine Spendenbescheinigung haben möchte, könne die direkt am Terminal anfordern, erläuterte ein Sprecher in Bezug auf ein Pilotprojekt in Mannheim.

Spendensäulen seien aber mit deutlich mehr Wartungs- und Unterhaltsaufwand verbunden als der klassische Opferstock aus Eiche. Gemeinden müssten sich etwa um Updates und stabiles Internet kümmern. Die Säulen seien daher eher für Gemeinden mit guter Gottesdienstteilnahme an Regelsonntagen, für offene Kirchen sowie für Kirchen, die touristische Hotspots sind, geeignet, erklärte Pfarrer Sebastian Carp, Fundraising-Manager der Landeskirche in Baden.

Auch die Württemberger hatten laut einem Sprecher testweise Spendensäulen in größeren, touristisch interessanten Gotteshäusern im Einsatz. Jedoch seien die Kosten relativ hoch. Eine Alternative seien Gemeinde-Apps. "Digitale Bezahlwege werden, wie in der Gesellschaft insgesamt, auch im kirchlichen Leben zunehmen", sagte Silke Fehrenbach vom landeskirchlichen Fundraising.

Hunderte Gemeinden sammeln Spenden digital

Deutlich weiter verbreitet sind den Angaben nach QR-Codes, die Gemeinden für die Kollekte oder konkrete Projekte auf Liedblättern, Plakaten oder Einblendungen in Gottesdiensten zur Verfügung stellen. "Über diese gelangen Menschen auf das Spendenformular der Website der entsprechenden Gemeinde bzw. des entsprechenden Kollektenzwecks und können mittels Lastschrifteinzug, Karten- oder Handyzahlung online spenden bzw. zur Kollekte beitragen", erklärte der Sprecher der württembergischen Landeskirche.

Beide Landeskirchen arbeiten hierfür mit Dienstleistern zusammen und bieten ihren Gemeinden Möglichkeiten, Spendenprojekte samt Formular zu erstellen. "Das ist gerade für sehr gut besuchte Gottesdienste wie an Weihnachten und Ostern, bei Hochzeiten, Taufen oder Bestattungen auch am praktikabelsten, weil nahezu jeder Spender die Hardware in Form eines Mobiltelefons selbst in der Tasche hat", sagte Carp. Vor Spendensäulen könnten sich bei solchen Gelegenheiten Schlangen bilden.

In der württembergischen Landeskirche haben den Angaben nach mittlerweile knapp 400 Gemeinden und kirchliche Einrichtungen Online-Spendenformulare auf ihrer Website installiert. In Baden berichtete ein Sprecher, dass etwa 100 Gemeinden Spendenprojekte eingerichtet hätten - ob für Seelsorge, Jugend- und Bildungsarbeit, Kirchenmusik oder Kirchenräume.

Wie sieht es bei anderen Glaubensrichtungen aus?

Bei den Katholiken konnte die Diözese Rottenburg-Stuttgart keine Angaben zur möglichen Nutzung digitaler Kollekten machen. Aus der Erzdiözese Freiburg hieß es: "Zur Ablösung und/oder Ergänzung der Bargeld-Kollekte durch digitale Bezahl-Verfahren gibt es zwar erste Überlegungen, aber noch kein flächendeckendes Konzept." Dabei zählte die katholische Kirche St. Peter und Paul in Lahr (Ortenaukreis) 2007 nach damaligen Angaben zu einer der ersten Kirchen in Deutschland, die den elektronischen Klingelbeutel einführte.

Die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs experimentiert laut einem Sprecher für einzelne Projekte, digital Spenden zu sammeln. "Aber klassische "Kollekte" funktioniert bei uns nicht: Am Schabbat und den (aller)meisten Feiertagen ist nichts mit Handy, ja, noch nicht mal Geld." Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) äußerte sich nicht.

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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++ /roj/news.de

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