Parlamentarischer Abend: Wohlfahrtsverbände warnen vor Kürzungen beim EU-Sozialfonds
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Erstellt von Sarah Knauth
28.05.2026 18.17
Schleswig-Holsteins Wohlfahrtsverbände fürchtet Kürzungen beim Europäischen Sozialfonds. Europa und auch das nördlichste Bundesland ließen sich nur dann zukunftssicher gestalten, wenn Soziale Arbeit verbindlich abgesichert ist, sagte der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände (LAG), Heiko Naß, beim Parlamentarischen Abend in Kiel. Hintergrund seien die laufenden Verhandlungen über den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union.
"In den politischen Debatten auch auf europäischer Ebene erleben wir, dass in den Haushalten die Prioritäten massiv verschoben werden sollen", erklärte Naß. Ziel sei, die Wettbewerbsfähigkeit auf Kosten des Sozialen zu stärken. Eine Kürzung des Sozialfonds hätte Konsequenzen für zahlreichen soziale Projekte im Land, die etwa Menschen auf dem Arbeitsmarkt vermittelten, die Integration stärkten oder Obdachlose bei der Suche nach einer Wohnung unterstützten.
"Wenn hier gespart wird, betrifft das zuallererst die betroffenen Menschen, letztlich aber auch den Zusammenhalt und unsere Demokratie", betonte der LAG-Vorsitzende. Daher forderten die Wohlfahrtsverbände die schleswig-holsteinischen Abgeordneten im Europaparlament auf, sich für eine Stärkung des Europäischen Sozialfonds einzusetzen.
Großer Teil der Mittel von sozialen Projekten kommt aus Fonds
Unter dem Dach der Wohlfahrtsverbände arbeiten in Schleswig-Holstein elf Projekte, die dieser Sozialfonds fördert. Nach Angaben der LAG haben sie ein Finanzvolumen von insgesamt gut 10 Millionen Euro. Ein großer Teil der Mittel stammt aus dem Fonds.
Um den Bestand zu sichern, sei eine Finanzierung der Projekte durch den Fonds in Höhe von 90 Prozent nötig, hieß es. Sonst sei die Arbeit für besonders vulnerable Gruppen gefährdet.
"Gerade in Zeiten multipler Krisen darf sich die EU nicht aus ihrer Verantwortung zurückziehen, sondern muss den sozialen und territorialen Zusammenhalt stärken", sagte die Vizepräsidentin des schleswig-holsteinischen Landtages Eka von Kalben (Grüne). Dabei bräuchten die Regionen eine starke Mitsprache bei der Verteilung der Mittel.
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kns/roj/news.de