Donald Trump: Er ignorierte verwundete Soldaten bei Krankenhausbesuch - Weißes Haus schweigt
Donald Trump ignorierte bei seinem Besuch im Krankenhaus angeblich verwundete US-Soldaten. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
Erstellt von Anika Bube
28.05.2026 11.19
- Trump besucht Soldaten im Walter-Reed-Krankenhaus, aber offenbar keine Schwerverletzten
- Verwundete aus dem Iran-Krieg bleiben laut Bericht von "CBS News" unbeachtet
- Kritik entzündet sich an früheren Aussagen und Umgang mit Kriegsverletzten
Beim Besuch im Walter-Reed-Militärkrankenhaus nahm sich US-Präsident Donald Trump am Dienstag (26.05.2026) auch Zeit für Gespräche mit Soldaten und medizinischem Personal. Doch genau dieser Termin sorgt nun für Diskussionen. Denn wie "CBS News" berichtet, soll er die 14 verwundeten Soldaten des Iran-Krieges, die ebenfalls in der Einrichtung behandelt werden, laut Familienangehörigen und Militärvertretern nicht aufgesucht haben.
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Das Weiße Haus bestätigte lediglich, dass Trump während seines halbjährlichen Gesundheitschecks Soldaten und medizinisches Personal getroffen habe. Auf wiederholte Nachfragen, ob der Präsident auch Verletzte der Operation Epic Fury besucht habe, verweigerten die Sprecher jede Auskunft. Eine Erklärung für das Fernbleiben des Präsidenten von den Kriegsverwundeten gab die Regierung nicht ab.
Schwer verletzt und vom US-Präsidenten ignoriert
Unter den Verwundeten in Walter Reed befindet sich Sergeant Cory Hicks. Der Soldat war auf einem Armeeposten in Kuwait stationiert, als dieser im März während der ersten 24 Stunden des Konflikts von einer iranischen Drohne getroffen wurde. Bei dem Angriff starben sechs amerikanische Soldaten, mehr als 20 wurden verletzt. Hicks erlitt eine Nierenverletzung, verlor seine Milz und trägt ein Schädel-Hirn-Trauma davon. "Ich habe einen weiten Weg hinter mir", sagte er vergangenen Monat gegenüber "CBS Minnesota". Nach 19 Jahren beim Militär sei die Genesung ein völlig anderer Kampf. Besonders schwer wiegen die psychischen Folgen. "Ich habe sechs meiner Kampfgefährten verloren, die ganz nah bei mir saßen", berichtete Hicks. "Die unsichtbaren Wunden sind schwer zu heilen."
Donald Trump: Würdigung für die Toten, Schweigen für die Lebenden
Nur einen Tag vor seinem Krankenhausbesuch hatte Trump bei einer Gedenkzeremonie auf dem Nationalfriedhof Arlington 13 im Iran-Krieg gefallene Soldaten geehrt. Er bezeichnete sie als "wunderbare Seelen", die ihr Leben geopfert hätten, um zu verhindern, dass der Iran jemals Atomwaffen besitze. Bei einer Kabinettssitzung am Mittwoch sprach der Präsident erneut von den Getöteten als "großartige Menschen". Ihr Verlust sei "eine schreckliche Sache", sagte Trump. "Wir wollen sehr wenige verlieren, wir wollen sehr wenige Verletzte. Wir sind sehr vorsichtig, aber Krieg ist Krieg. Krieg ist gefährlich."
Im März hatte Trump bereits an der würdevollen Überführung von zwölf gefallenen Soldaten teilgenommen – sechs starben beim Angriff in Kuwait, sechs weitere bei einem Betankungsunfall über dem Irak.
Kopfschmerzen statt Hirnverletzungen
Es ist nicht das erste Mal, dass Trump wegen seines Umgangs mit verwundeten Soldaten in die Kritik gerät. Während seiner ersten Amtszeit bezeichnete er die Verletzungen von Soldaten nach einem iranischen Raketenangriff 2020 auf eine US-Basis im Irak als bloße "Kopfschmerzen" – "nicht sehr ernst", wie er sagte.
Eine Untersuchung von "CBS News" deckte später auf, dass Dutzenden Soldaten mit Hirnverletzungen der Purple Heart verweigert wurde. Dies geschah offenbar, um die Schwere ihrer Verwundungen herunterzuspielen und Trump nicht zu widersprechen. Einer der Betroffenen nahm sich später das Leben.
Zudem wies Trump Berichte zurück, er habe im Ersten Weltkrieg gefallene US-Marines als "Verlierer" und "Trottel" bezeichnet, nachdem er 2018 einen Besuch auf einem französischen Soldatenfriedhof abgesagt hatte.
409 Verletzte seit Beginn des Iran-Kriegs
Laut dem Verteidigungsministerium wurden seit Beginn des Iran-Krieges 409 US-Soldaten verwundet. Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte vergangenen Monat vor dem Kongress, dass etwa 90 Prozent von ihnen wieder zum Dienst zurückgekehrt seien.
Die Verletzten des Kuwait-Angriffs litten unter schweren Splitterwunden und Kopfverletzungen. Sechs von ihnen befinden sich weiterhin in einer Genesungseinheit in Walter Reed – darunter Sergeant Hicks.
Es gehört zur Tradition amerikanischer Präsidenten, verwundete Soldaten zu besuchen. George W. Bush sagte 2004 nach einem Besuch in Walter Reed, es sei eine Ehre, "die Verwundeten zu treffen, die sich entschieden haben, für die Sicherheit dieser Nation zu opfern". Trump selbst verlieh 2017 während seiner ersten Amtszeit einem in Afghanistan verwundeten Soldaten persönlich das Purple Heart.
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