Donald Trump : "Korrupter Politiker" - Gerichtsverfahren sorgt für Eskalation im Netz
Er kann seinen Unmut gegenüber Joe Biden nicht verbergen. US-Präsident Donald Trump bezeichnet ihn bei "Truth Social" abermals als "korrupt". Bild: dpa/AP/Jacquelyn Martin
Erstellt von Ines Fedder
27.05.2026 11.22
- Donald Trump bezeichnet Joe Biden bei Truth Social als "korrupt"
- Audio-Dateien seines Amtsvorgängers Biden sollen veröffentlicht werden
- Anwälte wehren sich - mutmaßliche Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte
Der frühere US-Präsident Joe Biden hat das Justizministerium verklagt, um die Herausgabe von Audioaufnahmen aus einer Sonderermittlung zu verhindern - sehr zum Unmut Donald Trumps. Die Aufzeichnungen entstanden während Interviews im Zusammenhang mit der Entstehung seiner Memoiren "Promise Me, Dad" aus dem Jahr 2017 und sollen ein besonders sensibles Thema behandeln. Doch genau dieser Schritt lässt US-Präsident Donald Trump zunehmend aus der Haut fahren. Aber was genau war eigentlich passiert?
Joe Biden zieht vor Gericht - Persönlichkeitsrechte beschnitten?
Mit der Klage will Biden verhindern, dass die Materialien, die unter anderem Audiodateien beinhalten, in denen er über den Tod seines Sohnes spricht, am 15. Juni an das "House Judiciary Committee" sowie die konservative "Heritage Foundation" übergeben werden. Die "Heritage Foundation" kämpft bereits seit über einem Jahr um Zugang zu diesen Unterlagen. Auslöser war der Bericht von Sonderermittler Robert Hur, der Fragen zu Bidens geistiger Verfassung aufgeworfen hatte.
Privatsphäre als zentrales Argument
Bidens Rechtsvertreter begründen die Klage mit einem schwerwiegenden Eingriff in die Privatsphäre des ehemaligen Präsidenten. Die fraglichen Gespräche wurden in seinem eigenen Zuhause geführt, während er über zutiefst persönliche Erlebnisse sprach – darunter die Erkrankung und der Tod seines ältesten Sohnes Beau, berichtet unter anderem der "Daily Beast".
"Jeder Amerikaner, einschließlich eines amtierenden oder ehemaligen Vizepräsidenten, hat ein Recht auf Privatsphäre bei persönlichen Gesprächen in seinem eigenen Zuhause", erklärten Bidens Anwälte in der Klageschrift. Die Veröffentlichung würde einen "ungerechtfertigten Eingriff in Präsident Bidens Privatsphäre" darstellen. Zudem werfen sie Trumps Justizministerium vor, die bisherige Rechtsposition der Regierung abrupt geändert zu haben.
Warum sind die Audio-Dateien des Ex-Präsidenten überhaupt relevant?
Die Audioaufnahmen gewannen politische Brisanz, nachdem Sonderermittler Robert Hur sie in seinem Bericht von 2024 mehrfach zitierte. Hur untersuchte Bidens Umgang mit Verschlusssachen und beschrieb ihn dabei als "sympathischen, wohlmeinenden älteren Mann mit schlechtem Gedächtnis". Er verwies auf "nachlassende Fähigkeiten und fehlerhafte Erinnerung" während der Befragungen.
Biden und seine Verbündeten wiesen diese Darstellung entschieden zurück. Sie argumentierten, der Bericht gehe über rechtliche Feststellungen hinaus und verstärke unfaire Bedenken über Bidens Alter vor der Wahl 2024. Letztlich erhob Hur keine Anklage – es fehlten ausreichende Beweise für eine vorsätzliche Aufbewahrung oder Weitergabe von Geheiminformationen.
US-Präsident eskaliert im Netz - Donald Trump attackiert Biden auf Truth Social
Der amtierende Präsident Donald Trump reagierte umgehend auf Bidens Klage. Auf seiner Plattform Truth Social teilte er einen Artikel über den Fall und kommentierte knapp: "Ein korrupter Politiker!!!"
Trump sieht in der unterschiedlichen Behandlung der Verschlusssachen-Fälle einen politischen Doppelstandard. Bereits 2024, als er selbst wegen ähnlicher Vorwürfe angeklagt war, kritisierte er Hurs Entscheidung, Biden nicht anzuklagen. "Wenn er nicht angeklagt wird, liegt das bei ihnen. Aber dann sollte ich auch nicht angeklagt werden", sagte Trump damals. Er bezeichnete die Ermittlungen gegen ihn als "selektive Verfolgung" seines politischen Gegners. Dass Donald Trump durchaus Erfahrung in Sachen Gerichtsprozesse mit sich bringt, lässt sich schwer leugnen. Der US-Präsident wurde bereits mehrfach angeklagt. Zudem laufen zahlreiche Zivilprozesse gegen den 79-Jährigen.
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