Donald Trump: "Ich habe noch nie so etwas gesehen!" TV-Moderatorin greift Trump frontal an
Eine ehemalige Trump-Unterstützerin rechnet bitterböse mit dem US-Präsidenten ab. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
Von news.de Redakteurin Anika Bube
26.05.2026 10.34
- Megyn Kelly wirft Donald Trump massive Korruption vor
- Die ehemalige Trump-Unterstützerin spricht von einem "massiven Verrat"
- In sozialen Netzwerken schlagen ihre Aussagen hohe Wellen
Die konservative Moderatorin Megyn Kelly hat eine bemerkenswerte Kehrtwende vollzogen. Noch 2024 stand sie bei einer Wahlkampfveranstaltung in Pittsburgh auf der Bühne und bezeichnete Donald Trump als "Beschützer der Frauen". Nun rechnet sie im "Hodgetwins"-Podcast schonungslos mit dem US-Präsidenten ab.
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"Massiver Verrat" an den Wählern: Ehemalige Trump-Unterstützerin rechnet mit US-Präsidenten ab
Besonders hart geht Kelly mit Trumps Außenpolitik ins Gericht. Sie habe fest daran geglaubt, dass er die USA nicht in einen ausländischen Konflikt verwickeln würde – doch genau das sei geschehen. "Das war ein massiver Verrat", stellte die Moderatorin klar. Ihre Kritik erstreckt sich auch auf Trumps Umgang mit seiner eigenen Wählerschaft. Sie habe nicht erwartet, dass Trump "so respektlos gegenüber seiner Basis" auftreten würde. Die Korruption innerhalb seines Umfelds und die Bereicherung der Familie hätten ein Ausmaß erreicht, das selbst sie überrascht habe.
"Ich habe nicht erwartet, dass die Korruption so weitverbreitet sein würde", erklärte die Moderatorin im Podcast. Die Selbstbereicherung und das Füllen der eigenen Taschen durch Trump und seine Familie bezeichnete sie als "schockierend". "Ich habe noch nie eine Familie gesehen, die so reich durch die Präsidentschaft geworden ist." Kelly thematisierte zudem den wachsenden Einfluss wohlhabender Spender und Lobbygruppen, die eine objektive politische Debatte in Washington verhinderten.
Dabei räumt Kelly offen ein, dass sie Trumps vollmundigen Versprechen nie vollständig vertraut habe. "Ich habe nie geglaubt, dass er den Sumpf trockenlegen würde", gestand sie im Podcast. Die meisten Zusagen von Politikern nehme sie nach jahrzehntelanger Erfahrung als Journalistin ohnehin nicht für bare Münze. Dennoch habe sie darauf vertraut, dass Trump die Grenze schließen und gegen die "Trans-Verrücktheit" vorgehen würde – was er auch getan habe. Das Ausmaß der Selbstbereicherung habe sie jedoch unterschätzt. Gleichzeitig sieht sich Kelly in einer Zwickmühle: Die Demokraten kämen für sie nicht infrage, die Republikaner befänden sich im Chaos. "Ich bin nicht hoffnungsvoll in diesen Tagen", fasste sie ihre Stimmung zusammen. Es fühle sich mehr denn je nach einer "Einheitspartei" an, in der großes Geld alles kontrolliere.
"2026 ist es zu spät für solche Ausreden!" Netz zerpflückt Megyn Kelly
Die Reaktionen auf Kellys Aussagen fielen auf der Plattform X überwiegend vernichtend aus. Die Gruppe "Republicans against Trump" teilte einen Ausschnitt aus dem Podcast, der eine Welle kritischer Kommentare auslöste. "Sie hat also Korruption erwartet, nur nicht so viel. Das sagt alles", spottete ein X-Nutzer. Ein anderer schrieb: "Das wäre vielleicht 2018 eine akzeptable Ausrede gewesen. Aber 2026? Sorry, Megyn, das bedeutet nur, dass du ignoriert hast, was du nicht sehen wolltest." Besonders scharf fiel der Vorwurf der Mitschuld aus: "Megyn ist mitschuldig und feige", hieß es in einem Tweet. Andere warfen ihr vor, die Kritik nur aus Kalkül zu äußern, um ihre Reichweite zu erhalten, während die öffentliche Stimmung kippt.
Von der Bühne in Pittsburgh zur fundamentalen Kritik
Der Wandel in Kellys Haltung könnte kaum drastischer sein. 2024 trat sie noch aktiv für Trump in den Wahlkampf ein und warb öffentlich für seine Kandidatur. Nur zwei Jahre später hat sich das Verhältnis grundlegend gewandelt – ihre wiederholte öffentliche Kritik an seinem persönlichen Verhalten, seinen politischen Entscheidungen und seiner internationalen Diplomatie markiert einen vollständigen Bruch. Dieser Kurswechsel steht exemplarisch für eine breitere Entwicklung im politischen Mediengeschäft, wo ehemalige Verbündete ihre Positionen neu justieren, wenn sich die öffentliche Stimmung und die politischen Umstände verändern. Kelly selbst thematisierte im Podcast die Spaltung zwischen der jüngeren konservativen Basis und der älteren Generation, die von traditionellen Medien wie Fox News geprägt wurde.
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