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Wladimir Putin: Nuklear-Provokation aus dem Kreml – verstörendes Propaganda-Video veröffentlicht

Wladimir Putin provoziert erneut mit Nuklearwaffen. Bild: picture alliance/dpa/Pool Reuters | Maxim Shemetov

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  • Russland zeigt Transport von Atomwaffen im Rahmen eines Großmanövers
  • Nach Angaben aus Moskau sind Sprengköpfe nun in Belarus stationiert
  • Westen und Ukraine könnten mit scharfen Reaktionen auf die Eskalation reagieren

Ein russisches Propaganda-Video sorgt derzeit für Aufruhr: Russland hat im Rahmen laufender Nuklearübungen nach eigenen Angaben Atomsprengköpfe nach Belarus gebracht und dort stationiert. Aufnahmen des Verteidigungsministeriums zeigen den Transport der nuklearen Munition zu Feldstellungen einer Raketenbrigade im Nachbarland. Nach Darstellung des Kremls befinden sich russische Atomwaffen damit nun auf dem Territorium von Belarus. Die veröffentlichten Bilder zeigen Lastwagen in bewaldeten Gebieten sowie Raketen, die auf Abschussrampen montiert werden.

Das Ministerium hatte zuvor eine dreitägige Übung angekündigt, die sich mit der Vorbereitung und dem Einsatz von Nuklearstreitkräften befasst. Der Schritt könnte Gegenreaktionen der Ukraine und europäischer Staaten auslösen.

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Wladimir Putin provoziert mit Transport von Nuklearwaffen

In den sozialen Netzwerken sorgt das veröffentlichte Videomaterial für Kontroversen. "Die Verlegung von Atomwaffen nach Belarus verschiebt das strategische Gleichgewicht an der Ostflanke der Nato weiter", schreibt ein Nutzer auf X. Andere Kommentatoren sprechen von gezielter Einschüchterung. "Diese militärische Eskalation wird für alle wirklich besorgniserregend", heißt es in einem weiteren Beitrag. Kritiker sehen in der Veröffentlichung der Aufnahmen vor allem Propaganda. Das Video solle westliche Politiker unter Druck setzen und zu Forderungen nach einem Ende des Krieges bewegen. Atomwaffen seien die einzige Karte, die Russland noch ausspielen könne, um Europa unter Druck zu setzen.

An den dreitägigen Manövern nehmen mehr als 64.000 Soldaten teil. Russland setzt dabei rund 7.800 Militärfahrzeuge ein, darunter etwa 200 Raketenwerfer. Diese Zahl verdeutlicht das Ausmaß der Übung: Russland verfügt insgesamt über 320 Raketenwerfer. Damit sind mehr als 60 Prozent aller verfügbaren Abschussvorrichtungen an den aktuellen Nuklearübungen beteiligt. Das belarussische Verteidigungsministerium hatte angekündigt, gemeinsam mit Russland Trainingseinheiten durchzuführen. Dabei sollen operative Abläufe überprüft werden – einschließlich des Transports und der Verwendung von Atomsprengköpfen.

Iskander-M-Systeme und Hyperschallraketen im Einsatz

Die belarussische Raketenbrigade lädt nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums "Spezialmunition" auf Abschussfahrzeuge für Iskander-M-Raketensysteme. Diese Kurzstreckenraketen werden anschließend verdeckt in vorgesehene Einsatzgebiete verlegt. Im Rahmen der Nuklearübung wurden mobile strategische Raketensysteme auf Patrouillenrouten gebracht und in Feldstellungen positioniert. Atom-U-Boote mit ballistischen Raketen liefen in Seegebiete aus, um dort Kampfbereitschaft herzustellen. Zudem üben Luftwaffeneinheiten die Bestückung von "Kinschal"-Hyperschallraketen mit speziellen Gefechtsköpfen. Die Flugzeugbesatzungen fliegen dabei zu festgelegten Patrouillengebieten.

Oreschnik-Raketen bereits in Belarus stationiert

Belarus hatte bereits im vergangenen Dezember die Stationierung der russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik auf seinem Territorium bekanntgegeben. Diese Waffe ist nach Angaben von Experten in der Lage, nukleare Sprengköpfe zu transportieren.

Die aktuelle Verlegung von Atomwaffen nach Belarus könnte heftige Reaktionen hervorrufen. Laut "NHK" ist mit Gegenwind sowohl aus der Ukraine als auch aus europäischen Staaten zu rechnen. Die Stationierung russischer Nuklearwaffen im Nachbarland verschärft die ohnehin angespannte Sicherheitslage in der Region weiter.

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/ife/news.de/stg

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