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Donald Trump: "The Don" verplappert sich - dann rutscht ihm dieses Geständnis raus

Donald Trump überrascht mit einer besonderen Behauptung. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

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  • Donald Trump inszeniert seine eigene Lobeshymne
  • Donald Trump macht unbedachtes Eingeständnis
  • Donald Trump blendet die Realität einfach aus
  • Politische Risiken für Donald Trump

Bei einer Veranstaltung im Weißen Haus lieferte Donald Trump eine bemerkenswerte Mischung aus Lobeshymne (auf sich selbst) und unfreiwilligem Geständnis. Während des traditionellen Picknicks der Kongressabgeordneten pries der US-Präsident minutenlang die amerikanische Wirtschaft und verkündete Höchstwerte an den Börsen sowie nie dagewesene Beschäftigungszahlen.

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Donald Trump inszeniert seine eigene Lobeshymne

Trump präsentierte sich bei der Veranstaltung zunächst als Architekt eines wirtschaftlichen Comebacks. Seine Regierung, so verkündete er, habe einen Aufschwung orchestriert und sowohl Inflation als auch Preise in den Griff bekommen. Unzählige Videos beim Social-Media-Dienst X dokumentieren die Trump-Rede.

  • Der Präsident inszenierte seine Ausführungen als ausgiebige Ehrenrunde über den Zustand der US-Ökonomie. Er erklärte, die Preise auf ein Niveau gebracht zu haben, "das die Menschen in manchen Fällen noch nie zuvor gesehen haben".
  • Trump ließ keine Gelegenheit aus, die vermeintlichen Erfolge aufzuzählen. Der Aktienmarkt befinde sich auf Rekordhoch, die Arbeitsmarktzahlen seien historisch. "Jobs, die besten. Alles war das Beste. Aktienmarkt, der höchste", fasste der Präsident zusammen.

Seine zentrale These: Amerika sei stärker denn je und befinde sich in einer beispiellosen Phase wirtschaftlicher Dominanz.

Donald Trump macht unbedachtes Eingeständnis

Doch mitten in seiner Lobeshymne rutschte Trump ein aufschlussreicher Satz raus, dessen Wirkung er zuvor offenbar nicht richtig eingeschätzt hatte:

  • "Wir haben eine Wirtschaft, die Menschen sehen es noch nicht", erklärte er unbedacht.

Das Eingeständnis wirkte wie ein Bruch in der ansonsten triumphalen Erzählung eines Staatschefs, der gerade noch beteuert hatte, Amerika befinde sich im "Sieger-Modus". Mit diesem unfreiwilligen Eingeständnis hatte wohl keiner gerechnet.

Donald Trump blendet die Realität einfach aus

Während Donald Trump von Erfolgen sprach, erzählen die tatsächlichen Wirtschaftsdaten eine andere Geschichte. Zwar hält sich der Aktienmarkt in der Nähe seiner Rekordwerte und die Arbeitslosigkeit bleibt relativ niedrig. Doch die von Trump beschworenen "besten Zahlen aller Zeiten" passen nur schwer zu einer Realität, in der die wirtschaftlichen Turbulenzen bereits messbar in den offiziellen Statistiken auftauchen.

  • Die US-Inflation kletterte im vergangenen Monat auf 3,8 Prozent - der höchste Stand seit drei Jahren. Verantwortlich dafür sind vor allem stark gestiegene Treibstoffkosten.
  • Die Renditen für 30-jährige Staatsanleihen haben den höchsten Wert seit 2007 erreicht.
  • Investoren zeigen sich zunehmend nervös angesichts steigender Ölpreise und anhaltender Unruhen im Nahen Osten, die eine weitere Inflationswelle auslösen könnten.
  • Auch das Verbrauchervertrauen bröckelt. Die Amerikaner kämpfen weiterhin mit dem Druck steigender Lebenshaltungskosten und der Unsicherheit über die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs.

Politische Risiken für Donald Trump

Für einen Präsidenten, dessen politische Anziehungskraft seit jeher eng mit Versprechen wirtschaftlicher Stärke verknüpft ist, gehen die Einsätze mittlerweile weit über Börsenhöchststände hinaus. Die Kluft zwischen Trumps optimistischer Darstellung und den messbaren ökonomischen Problemen könnte zum politischen Eigentor werden.

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