Wladimir Putin: Massive Verluste – Militärexperte warnt vor heimlicher Mobilisierung
Wladimir Putins Rekrutierungsproblem ist längst offensichtlich. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin via AP | Mikhail Metzel
Von news.de Redakteurin Sabrina Böhme
19.05.2026 14.32
- Deutscher Militärexperte Joachim Kaschke schätzt, dass Russland monatlich bis zu 35.000 Soldaten verliert
- Putin soll seine Mobilisierung vor den Russen verschleiern
- Kremlchef verliert im Ukraine-Krieg die "Oberhand"
Wladimir Putins Rekrutierungsproblem ist längst kein Geheimnis mehr. Laut einem Bericht ging die Einberufung neuer Soldaten Anfang 2026 im Vergleich zum letzten Jahr um 20 Prozent zurück. So schätzt auch Joachim Kaschke, der deutsche Koordinator für die militärische Unterstützung der Ukraine, im Interview mit der "Deutschen Welle" die Lage ein. Er betont dabei in einem vom ehemaligen ukrainischen Berater des Innenministeriums Anton Geraschenko auf der Plattform X geteilten Ausschnitt die Rolle der Verluste.
Wladimir Putins immense Verluste: Kremlchef verliert täglich bis zu 35.000 Soldaten
Die Kämpfe kosteten bereits zahlreichen russischen Soldaten das Leben. Laut Kaschke verzeichnet Russlands Armee "immense Verluste". Es seien "mehr als tausend tote oder gefallene Soldaten am Tag". Monatlich sollen sich die Verlustzahlen zwischen "30.000 und 35.000 Getöteten". Damit liegen diese Werte "über seiner Regenerations- oder Mobilisierungskapazität". Wie hoch sich die Verluste wirklich belaufen, lässt sich schwer einschätzen. Westliche und ukrainische Seiten liefern verschiedene Angaben. Dabei fehlen nach Angaben des Carnegie Russia Eurasia Centers die Zahlen der Verwundeten. Das ukrainische Verteidigungsministerium stützt Kaschkes Aussage und schreibt am 19. Mai von 1.140 ausgeschalteten Soldaten. Insgesamt sollen sich diese Verluste bereits bei über 1,3 Millionen befinden. Analysen gehen davon aus, dass die Verluste im letzten Jahr zunahmen, aber nicht so stark, wie es die Berichte darstellen. Russland selbst hält sich dazu bedeckt.
Deutscher Militärexperte mobilisiert Soldaten heimlich
Vielmehr versucht Wladimir Putin, weiter Soldaten in das Kriegsgebiet zu schicken. Die Rekrutierung verlaufe schleichend. Kaschke spricht von einer "leisen" und "versteckten" Mobilisierung. Dabei werden Studenten von der Universität an die Front geschickt. Außerdem brechen die Verantwortlichen ihre Versprechen, Soldaten nach der vereinbarten Zeit wieder nach Hause zu schicken. "Ansonsten müsste Putin seinem Volk tatsächlich verkaufen, was hier wirklich läuft, nämlich eine groß angelegte Angriffsoperation auf ein Nachbarland und nicht eine wie auch immer geartete kommunikative kleine Spezialoperation", erklärt er. Das müsse klar benannt werden.
Plant Putin die nächste Mobilisierungswelle?
Möglicherweise könnte Wladimir Putin eine neue Mobilisierungswelle auslösen, mutmaßt Brigadegeneral Pawlo Palisa gegenüber dem ukrainischen Sender "24 Kanal". Das ukrainische Präsidialamt könne nicht ausschließen, dass der russische Staatschef Wladimir Putin nach den bevorstehenden Wahlen zur Staatsduma eine landesweite Mobilmachung ankündigen könnte. Palisa hält dieses Szenario für "möglich". Bislang hat der Kreml keine großangelegten Mobilisierungen angekündigt.
Russlands Militär dominiert längst nicht mehr das Kriegsgeschehen. Das prognostiziert Kaschke. Die letzten Monate und der vergangene Winter hätten gezeigt, "dass Russland in diesem Abnutzungskrieg nicht die Oberhand gewinnt".
Weitere Artikel rund um den Ukraine-Krieg:
- Kritik an der EU - sie will Putin nicht zur Vernunft bringen
- Großes Zerstörungspotenzial – neue Drohnen werden Putins Truppen gefährlich
- Kremlchef ist abhängig und kriegsmüde - diese Ziele verfolgt Xi Jinping