Politik

Donald Trump: Dieses "vergiftete Lob" bleibt ihm im Hals stecken

Donald Trump (Foto) muss sich neuen Spott von Jimmy Kimmel anhören. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin

  • Artikel teilen:
  • Donald Trump wollte Jimmy Kimmel loswerden
  • Donald Trump: Dieses "vergiftete Lob" bleibt ihm im Hals stecken
  • Kimmel kostete Disney angeblich Milliarden - auch wegen Trump

Bei der jährlichen Disney-Präsentation vor Werbekunden in New York nutzte Jimmy Kimmel die Chance, um seine Auseinandersetzung mit US-Präsident Donald Trump zum Thema zu machen. Der 58-jährige Late-Night-Moderator ("Jimmy Kimmel Live!" auf ABC) präsentierte dabei die stark gestiegenen Zuschauerzahlen der Show.

Weitere Artikel über Donald Trump finden Sie unter diesem Artikel.

Donald Trump wollte Jimmy Kimmel loswerden

Laut "Variety" spielte Kimmel bei den sogenannten Disney Upfronts direkt auf die anhaltenden Konflikte mit Donald Trump an.

  • "Ja, der Präsident hat in den letzten sechs Monaten zweimal versucht, mich loszuwerden. So kann man es betrachten", sagte Kimmel vor dem Publikum aus Werbetreibenden und Medienvertretern.

Die Veranstaltung dient Disney traditionell dazu, kommende Inhalte für ABC und Streaming-Plattformen wie Hulu und ESPN zu präsentieren. Kimmel verwandelte seinen Auftritt jedoch in eine Demonstration, wie die Trump-Kontroversen seiner Show zu ungekannter Reichweite verholfen haben.

Donald Trump: Dieses "vergiftete Lob" bleibt ihm im Hals stecken

Der Talkshow-Host präsentierte beeindruckende Zahlen: Die Einschaltquoten stiegen um 25 Prozent.

  • "Man kann auch sagen, dass ich beispielloses Engagement auf einer Vielzahl von Plattformen generiert habe", erklärte Kimmel mit einem Augenzwinkern und verwies auf Aufrufe in sozialen Medien, beim Streaming und im traditionellen Fernsehen.

Die Zunahme führte er direkt auf die Kontroversen zurück:

  • "Größtenteils dank unserer Partner in Washington sind wir um 25 Prozent gewachsen. Es ist ein gutes Geschäft, wenn die Zahlen heutzutage steigen", sagte er mit einem "vergifteten Lob" für Donald Trump.

Besonders auf YouTube dominiert Kimmel: Sein Kanal verzeichnete im vergangenen Jahr über 281 Millionen Aufrufe, Kimmels Monologe erreichen durchschnittlich mehr als vier Millionen Zuschauer. Videos mit Trump-Bezug sind dabei die erfolgreichsten Inhalte auf seinem Kanal. Der Erfolg zeigt sich auch in den Abonnentenzahlen: Kimmels YouTube-Kanal hat über 22 Millionen Abonnenten - mehr als das Siebenfache des Kanals des Weißen Hauses.

Kimmel kostete Disney angeblich Milliarden - auch wegen Trump

Bei aller Selbstinszenierung verschwieg Kimmel die Kehrseite der Medaille nicht: Die Auseinandersetzung mit Trump habe Disney "viel Geld, Milliarden" gekostet, räumte er vor den anwesenden Werbepartnern ein.

  • "Es ist sehr gut möglich, dass kein Angestellter in der Geschichte irgendeines Unternehmens seinem Arbeitgeber mehr gekostet hat als meine Einstellung vor 24 Jahren", mutmaßte Kimmel.
  • "Rein mathematisch betrachtet war das die schlechteste Personalentscheidung der Disney Corporation. Nicht einmal der Kapitän der Exxon Valdez hat mehr Schaden angerichtet", scherzte der 58-Jährige mit Verweis auf die verheerende Ölkatastrophe von 1989.

Donald Trump fordert TV-Aus von Jimmy Kimmel - auch Melania wettert

Die Eskalation zwischen Kimmel und Trump erreichte im September vergangenen Jahres ihren bisherigen Höhepunkt, als die Show nach Druck der Trump-Administration vorübergehend eingestellt wurde.

  • Auslöser war eine Kontroverse um einen Witz über den getöteten Aktivisten Charlie Kirk, der bei MAGA-Anhängern (Abkürzung für den Trump-Slogan "Make America Great Again") für Empörung sorgte.

Trump selbst attackierte Kimmel wiederholt über soziale Medien. Nach einem Witz über First Lady Melania im April forderte Trump die sofortige Entlassung des Moderators durch Disney und ABC.Melania Trump selbst schaltete sich ein und kritisierte die Late-Night-Show als "hasserfüllt und gewalttätig".

  • Kimmel hatte in einem Monolog gesagt, die First Lady habe "das Strahlen einer baldigen Witwe" gehabt - wenige Tage vor einem versuchten Sturm auf das Dinner der White House Correspondents' Association, bei dem offenbar ein Attentat auf Trump geplant war.

Lesen Sie außerdem noch diese Artikel:

/news.de/stg

Themen

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.