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Sean Duffy: Trump-Minister plötzlich Reality-TV-Star - Kritiker sind fassungslos

Sean Duffy ist plötzlich wieder Reality-TV-Show. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson

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  • Donald Trumps Verkehrsminister Sean Duffy plötzlich wieder Reality-TV-Star
  • Sean Duffy: Wirbel um Reality-Show-Pläne von Trump-Minister
  • Sponsoren-Wirbel für Duffys Reality-Show: Woher kommt das Geld?
  • Hat der Trump-Minister sein Amt vernachlässigt?

US-Verkehrsminister Sean Duffy kehrt zu seinen Wurzeln zurück: Der ehemalige MTV-Star präsentiert eine fünfteilige Reality-Serie auf YouTube, die seine Reise quer durch die Vereinigten Staaten anlässlich des 250. Geburtstags der Nation dokumentiert. An seiner Seite: Ehefrau Rachel Campos-Duffy, bekannt als Fox-News-Moderatorin, sowie das gemeinsame Familienensemble von neun Kindern.

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Donald Trumps Verkehrsminister Sean Duffy plötzlich wieder Reality-TV-Star

Das Paar kennt das Reality-Format bestens: 1997 war Sean Duffy Teilnehmer bei "The Real World: Boston", später bei "Road Rules: All Stars" - dort lernte er seine künftige Gattin kennen. Der Trailer zeigt die Familie sogar bei einem Treffen mit Präsident Donald Trump. Duffys Aufruf: Alle Amerikaner sollten zum Jubiläum selbst eine Reise unternehmen.

  • "Amerika zu lieben bedeutet, Amerika zu sehen", verkündet Duffy im Trailer zur Show. Es handle sich um mehr als einen simplen Roadtrip - vielmehr um eine "staatsbürgerliche Erfahrung" und eine der wirkungsvollsten Methoden, die Weite, Schönheit und Komplexität der Heimat zu begreifen.

Sean Duffy: Wirbel um Reality-Show-Pläne von Trump-Minister

Die Show trifft auf heftigen Gegenwind. Der Zeitpunkt könnte wirklich kaum ungünstiger sein: Seit den militärischen Schlägen der USA gegen den Iran Ende Februar sind die Kraftstoffkosten um rund 50 Prozent in die Höhe geschnellt und liegen mittlerweile bei über 4,50 Dollar pro Gallone. Eine Roadtrip-Werbung wirkt da für viele wie blanker Hohn.

Die Reaktionen auf YouTube fallen entsprechend bissig aus.

  • Ein Kommentator zieht einen Vergleich zur "Foodie-Tour während der Großen Depression". Ein anderer nennt die beiden Reality-Stars, die mit kostenlosen Reisen, Promi-Besuchen und Kreuzfahrten beschenkt werden, während Amerikaner sich Benzin und Lebensmittel kaum leisten können - "Mark und Marie Antoinette".
  • Der frühere Verkehrsminister Pete Buttigieg gehört zu den prominentesten Kritikern. Er bezeichnet das Projekt als "brutal weltfremd": Ein Trump-Kabinettsmitglied drehe eine Dokumentation über sich selbst, während normale Familien sich Roadtrips nicht mehr leisten könnten.

Sponsoren-Wirbel für Duffys Reality-Show: Woher kommt das Geld?

Besonders heikel: Die Liste der Geldgeber. Eine gemeinnützige Organisation namens "The Great American Road Trip Inc." trägt sämtliche Produktionskosten - darunter Kraftstoff, Mietwagen, Unterkünfte und Aktivitäten. Doch wer finanziert die Organisation? Ausgerechnet Konzerne, die unter Duffys ministerieller Aufsicht stehen: Boeing, Toyota, Shell, United Airlines und Royal Caribbean Group, schreibt "NBC News".

  • Das Duffy-Ministerium weist mögliche Interessenkonflikt-Vorwürfe zurück. Die Organisation sei unabhängig, heißt es. Welche Spenden sie für ihren Auftrag annehme, sei deren eigene Entscheidung.
  • Bezüglich der Finanzierung betont Duffy in Social-Media-Beiträgen, sämtliche Produktionskosten seien von der gemeinnützigen Organisation getragen worden - nicht vom Steuerzahler. Weder er noch seine Familie hätten Gehalt oder Tantiemen erhalten.
  • Ministeriumssprecher Sizemore bestätigte: Steuergelder flossen ausschließlich in offizielle Regierungsreisen, während Benzin, Mietwagen, Unterkünfte und Aktivitäten über die gemeinnützige Organisation abgerechnet wurden.

Hat der Trump-Minister sein Amt vernachlässigt?

Auch die zeitliche Komponente sorgt für Wirbel. Gegenüber Fox News gab Duffy an, sieben Monate lang gedreht zu haben - eine Aussage, die umgehend Fragen nach seiner Amtspflicht-Erfüllung aufwarf. Seine Ehefrau widersprach dieser Darstellung im Netz prompt und betonte, die Dreharbeiten hätten lediglich in "kleinen Ein- und Zweitages-Stopps" stattgefunden.

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