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Kim Jong-un: Panik nach Chamenei-Tod - Atomschlag-Pflicht bei Tötung des Machthabers

Kim Jong-un machte einen Atomschlag zur Pflicht, sollte er getötet werden. Bild: picture alliance/dpa/KCNA/KNS | Uncredited

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  • Kim Jong-un in Panik nach Chamenei-Tod?
  • Besorgniserregende Verfassungsänderung in Nordkorea
  • Atomschlag verpflichtend, falls Kim Jong-un getötet wird

Nordkorea verschärft seine nukleare Abschreckungsstrategie drastisch. Wie die "Bild" aktuell berichtet, ist das nordkoreanische Militär nach einer Verfassungsänderung künftig verpflichtet, einen atomaren Gegenschlag auszuführen, sollte Machthaber Kim Jong-un durch einen feindlichen Angriff ums Leben kommen oder handlungsunfähig werden.

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Kim Jong-un lässt Verfassung ändern - Atomschlag verpflichtend, falls er getötet wird

Die Abstimmung über das geänderte Grundgesetz fand Berichten zufolge bereits im März in Pjöngjang statt. Mit der neuen Regelung baut der 42-jährige Diktator das Drohpotenzial seines Landes weiter aus. Der überarbeitete Artikel 3 der nordkoreanischen Verfassung enthält nun eine eindeutige Formulierung. Demnach wird "automatisch und unverzüglich ein Nuklearschlag eingeleitet", sobald "das Führungs- und Kontrollsystem über die Nuklearstreitkräfte des Staates durch Angriffe feindlicher Streitkräfte gefährdet ist".

Panik in Nordkorea nach Chamenei-Tod? "Iran war der Weckruf"

Diese Bestimmung zielt darauf ab, potenzielle Angreifer abzuschrecken, die einen gezielten Schlag gegen Kim Jong-un erwägen könnten. Experten vermuten hinter der Verfassungsänderung einen konkreten Anlass. Andrei Lankov, Professor für Geschichte und Internationale Beziehungen an der Kookmin-Universität in Seoul, verweist auf die Tötung des iranischen Obersten Führers Ali Chamenei sowie zahlreicher seiner engsten Berater. "Der Iran war der Weckruf", erklärte Lankov. "Nordkorea hat die bemerkenswerte Effizienz der US-israelischen Enthauptungsangriffe gesehen, die den größten Teil der iranischen Führung umgehend eliminierten, und sie müssen jetzt entsetzt sein."

Besorgniserregende Verfassungsänderung in Nordkorea - Wiedervereinigung mit Südkorea ausgeschlossen

Zwar könnte eine solche Vergeltungsdoktrin bereits zuvor gängige Praxis gewesen sein. Durch die Verankerung in der Verfassung habe sie jedoch deutlich an Bedeutung gewonnen, so der Experte. Neben der nuklearen Vergeltungspflicht enthält das überarbeitete Grundgesetz weitere bedeutsame Änderungen. Sämtliche Passagen, die eine mögliche Wiedervereinigung mit Südkorea thematisierten, wurden aus dem Dokument entfernt.

Kim Jong-un erteilt sich "alleinige Befehlsgewalt über die Atomstreitkräfte"

Gleichzeitig stärkte Kim Jong-un seine persönliche Machtposition erheblich. In seiner Rolle als Vorsitzender der Kommission für Staatsangelegenheiten wird er nun offiziell als Staatsoberhaupt geführt. Zudem besitzt er laut der neuen Verfassung die alleinige Befehlsgewalt über die Atomstreitkräfte des Landes. Bisher war dieses Amt lediglich als oberster Führer umschrieben worden, der den Staat repräsentiert.

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/ife/news.de/stg

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