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Donald Trump: "Sein Frontalkortex ist völlig kaputt!" Trump irritiert mit Impf-Aussage

Donald Trump sorgt mit einer Impf-Aussage für Wirbel. Bild: picture alliance/dpa/AP | Matt Rourke

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  • Trump behauptet, US-Kinder erhielten bis zu 88 Impfungen
  • Experten und Faktenchecker widersprechen den Aussagen deutlich
  • Im Netz wird der Präsident bereits als "Diphtheria Don" verspottet

Mit fragwürdigen Aussagen über Kinderimpfungen hat Donald Trump erneut eine heftige Debatte ausgelöst. In einem Interview mit der Sendung "Full Measure with Sharyl Attkisson" behauptete der US-Präsident, amerikanische Babys würden viel zu viele Impfungen erhalten. "Ich schaue mir diese wunderschönen kleinen Babys an und sie bekommen ein Fass, also wie ein großes Glas voll Zeug in ihre Körper gepumpt", erklärte Trump. Dabei sprach der US-Präsident von angeblich "82 bis 88 Impfungen", die Kinder in den USA bekämen.

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Donald Trump sorgt mit Impf-Aussagen für neuen Eklat

Während des Interviews zog Trump Vergleiche zu europäischen Ländern. Dort gebe es laut dem Präsidenten nur 12 bis 17 Impfungen für Kinder. In den USA seien es dagegen angeblich mehr als 80. Trump sprach sich deshalb dafür aus, Impfungen zu reduzieren und auf mehrere Arzttermine zu verteilen. Besonders brisant: Trump stellte erneut einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus her. "Ich denke, man würde ein viel besseres Ergebnis beim Autismus erzielen", sagte der US-Präsident.

Die wissenschaftliche Gemeinschaft weist diese Behauptung seit Jahren zurück. Zahlreiche Studien fanden keinen Beleg für einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus.

Die Aussagen des Präsidenten wurden kurz nach dem Interview von Faktencheckern scharf kritisiert. CNN-Faktenchecker Daniel Dale stellte klar, dass Kinder in den USA bei weitem keine 82 oder 88 Impfungen erhalten. Auch Trumps Darstellung eines "Fasses" voller Impfstoffe sei irreführend. Tatsächlich entspreche eine Impfdosis nur einem winzigen Bruchteil eines Teelöffels. Auch die Behauptung, Kinder bekämen alle Impfungen auf einmal, sei falsch. Die Impfungen würden bereits jetzt auf mehrere Arztbesuche verteilt.

Donald Trump als "Diphtheria Don" verspottet

In den sozialen Medien verbreitete sich wenig später ein Ausschnitt des Gesprächs und die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Mehrere Nutzer verpassten Trump den Spitznamen "Diphtheria Don" – eine Anspielung auf die durch Impfungen weitgehend verdrängte Krankheit Diphtherie. Weitere Reaktionen:

  • "Ehrlich gesagt bin ich überrascht, dass es so lange gedauert hat, bis 'Diphtheria Don' sein riesiges Glas mit Impfstoffen aus der Kindheit über Sharyl Attkissons Anti-Impf-Podcast ausgeschüttet hat", schreibt Virologin Angel Rasmussen auf X.
  • "Das Ausmaß an Narzissmus und Realitätsferne ist schwindelerregend. Alles muss sich um seine persönlichen Gefühle drehen, ganz gleich, ob er überhaupt eine Ahnung hat, wovon er spricht. Sein Frontalkortex ist völlig kaputt", heißt es in einem Tweet des Podcasters Jim Stewartson.
  • "Dem Typen geht es nicht gut.Er sieht immer mies aus und klingt auch so, aber im Moment geht es ihm wirklich, wirklich schlecht", meint ein anderer X-Nutzer.
  • "Lieber Gott,bitte halte diesen Mann von Kindern fern", ist in einem weiteren Tweet zu lesen.
  • "Hören Sie nicht auf den Rat des orangefarbenen Idioten, der seinen Anhängern geraten hat, zur Bekämpfung von Covid Bleichmittel zu trinken. Wenden Sie sich stattdessen an einen Arzt", schreibt ein X-Nutzer.

Die neuen Aussagen dürften die Diskussion über Trumps Umgang mit wissenschaftlichen Themen weiter verschärfen. Schon in der Vergangenheit war der Präsident wegen fragwürdiger Aussagen zu Impfstoffen und Gesundheitsthemen in die Kritik geraten. Mit seinen aktuellen Kommentaren sorgt er nun erneut für hitzige Debatten in Politik, Medizin und sozialen Netzwerken.

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/fka/news.de

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