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Schlagabtausch in ARD-Arena: "Das ist für Sie reich?" Söder kontert Klamroth mit Gehaltsspitze

Markus Söder kontert ARD-Moderator Louis Klamroth in einem Wortgefecht. Bild: picture alliance/dpa | Malin Wunderlich

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  • Söder und Klamroth geraten in ARD-Arena heftig aneinander
  • Persönlicher Konter: Söder spielt auf Moderatorengehalt an
  • Streitpunkt: Wer gilt überhaupt als "reich"?

In der ARD-Arena kam es am Montagabend (27.04.2026) zu einem hitzigen Schlagabtausch zwischen CSU-Chef Markus Söder und Moderator Louis Klamroth. Auslöser war eine Umfrage von "Infratest dimap", wonach 81 Prozent der Deutschen den Wohlstand im Land als ungerecht verteilt empfinden. Als Klamroth andeutete, wohlhabende Menschen würden sich gegen Reformen sperren, fuhr ihm Söder in die Parade: "Das finde ich nicht fair und auch nicht korrekt, wie Sie das hier machen." Der bayerische Ministerpräsident wollte wissen, wen der Moderator überhaupt als reich betrachte. Klamroths Antwort sorgte für sichtliche Irritation beim CSU-Vorsitzenden

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"Das ist für Sie schon reich?" Markus Söder kontert Louis Klamroth in ARD-Arena

Der Moderator definiert "Reiche" als Menschen, die den Spitzensteuersatz zahlen. Söder reagierte ungläubig: "Das ist für Sie schon reich?" Für den CSU-Chef ist klar: Diese Definition greift zu kurz – und trifft auch viele aus der Mittelschicht. "Also ein Facharbeiter, ein Mittelständler, ein Handwerksmeister ist für Sie ein reicher Mann?", fragte Söder den Moderator provokant. Dann legte er nach: "Keiner von denen verdient nur annähernd so viel wie Sie. Wetten?" Der Konter saß. Klamroth, der die Sendung gemeinsam mit Jessy Wellmer moderierte, musste kleinlaut einräumen: "Wahrscheinlich haben Sie recht."

Mit dieser Bemerkung spielte der bayerische Ministerpräsident auf die Einkommensverhältnisse des ARD-Moderators an. Ein Seitenhieb, der beim Publikum nicht unbemerkt blieb. Die Diskussion über Wohlstandsverteilung hatte damit eine persönliche Note bekommen.

Eine Million Euro für den ARD-Moderator?

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent wird in Deutschland bereits ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 69.879 Euro fällig – bei Verheirateten ab 139.758 Euro. Der durchschnittliche Jahresverdienst lag im vergangenen Jahr bei 64.441 Euro, also nur knapp unter dieser Schwelle. Zum Vergleich: Laut "Bild" soll Louis Klamroth von der ARD in den Jahren 2026 und 2027 insgesamt eine Million Euro erhalten. Damit würde der Moderator ein Vielfaches dessen verdienen, was er selbst als Grenze zum Reichtum definierte.

Söders Spitze gegen Klamroths Einkommen traf damit einen wunden Punkt – der Moderator bewegt sich finanziell in völlig anderen Sphären als die Facharbeiter und Handwerksmeister, die er pauschal zu den Wohlhabenden zählte.

Die komplette Sendung können Sie in der ARD-Mediathek als Video-on-Demand abrufen.

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