Markus Söder: Sicherheit um jeden Preis? Bundeswehr-Plan sorgt für Wut
Markus Söder macht sich für eine Rückkehr zur Wehrpflicht stark. Bild: picture alliance/dpa | Malin Wunderlich
Von news.de Redakteurin Anika Bube
27.04.2026 10.59
- Markus Söder fordert schnelle Rückkehr zur Wehrpflicht
- Heftige Reaktionen: Nutzer attackieren Politiker teils persönlich
- Streitpunkt: Sicherheit vs. Freiheit spaltet die Debatte
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder fordert eine rasche Rückkehr zur Wehrpflicht. Auf Instagram stellte der CSU-Chef klar, dass Deutschland ohne verpflichtenden Militärdienst seine Streitkräfte nicht ausreichend aufstocken könne. "Wenn die Bundeswehr die größte Armee in Europa werden soll, führt an der Wehrpflicht kein Weg vorbei", erklärte Söder.
Freiwillige Rekrutierung allein reiche nicht aus, um die Streitkräfte ausreichend zu stärken. Sicherheit sei die Grundlage von Freiheit. Zusätzlich fordert Söder eine vollständige Ausrüstung für Reservisten.
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Markus Söder fordert Wehrpflicht - Netz wirft ihm "Kriegsgeilheit" vor
Die Reaktionen auf Söders Vorstoß fielen in den sozialen Medien überwiegend harsch aus. Zahlreiche Nutzer forderten in der Kommentarspalte, dass Politiker selbst an vorderster Front kämpfen sollten. "Politiker an die Front", lautete eine der deutlichsten Forderungen. Ein anderer Instagram-Nutzer wurde noch direkter: "Junge, dich will ich dann als Ersten an der Front sehen." In einem anderen Kommentar ist zu lesen: "Stell dich selber in den Schützengraben, Amigo!" Besonders heftig fiel die Kritik an der grundsätzlichen Ausrichtung aus. "Diese Kriegsgeilheit widert mich an", schrieb ein weiterer Instagram-Nutzer. Die Ablehnung der Wehrpflicht-Pläne war eindeutig: "Keiner will hier die Wehrpflicht", brachte es ein Kommentar auf den Punkt.
Einige Kommentatoren griffen auf bekannte Weisheiten zurück, um ihre Ablehnung zu untermauern. "Wer Freiheit für Sicherheit aufgibt, verliert am Ende beides", zitierte ein Nutzer. Andere stellten einen Zusammenhang zur politischen Stimmung im Land her: "Und ihr wundert euch, dass die AfD mittlerweile bei 28 Prozent liegt", merkte ein Kommentator an. Auch die CSU selbst geriet ins Kreuzfeuer der Kritik. Ein langjähriger Wähler rechnete mit der Partei ab: Klientelpolitik für ältere Generationen, Einschnitte bei Familien und nun auch noch die Wehrpflicht. Das sei für ihn nicht mehr tragbar. Die Partei sei für ihn "nicht mehr wählbar".
Vereinzelt fanden sich auch zustimmende Stimmen unter den Kommentaren. Ein Nutzer verteidigte den Wehrdienst als sinnvolle Erfahrung: "Wehrdienst schadet niemandem, im Gegenteil. Endlich würden einige mal wieder was fürs Leben lernen."
Andere Kommentatoren stellten hingegen Söders gesamte Prämisse infrage. "Für uns ist klar, dass wir gar nicht die größte Armee in Europa haben wollen", schrieb ein Nutzer. Ein weiterer Kommentator appellierte an ein grundlegend anderes Weltbild: Kinder würden weder an Krieg glauben noch künstliche Grenzen kennen – vielleicht sollten Politiker von ihnen lernen, anstatt deren Zukunft zu zerstören.
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