Donald Trump: Er steckt in seiner "eigener Dummheit" fest - Biograf rechnet mit Trump ab
Donald Trump taumelt in einer selbstgemachten Falle, ist sich Biograf Michael Wolff sicher. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
Von news.de Redakteurin Anika Bube
25.04.2026 16.34
- Biograf Michael Wolff rechnet ab: Donald Trump stecke in einer selbstverschuldeten Dauerkrise
- Iran-Konflikt als "Schachmatt" – strategische Fehler bringen S-Präsidenten in Bedrängnis
- MAGA bröckelt: Selbst Unterstützer wie Tucker Carlson wenden sich ab
Donald Trump steckt fest. Und zwar in einer Krise, die er sich selbst geschaffen hat. Das ist die zentrale These seines Biografen Michael Wolff im Podcast "Inside Trump's Head". In der Folge "How Trump Is Trapped By His Own Idiocy" (auf Deutsch: "Wie Trump in seiner eigenen Dummheit gefangen ist") zeichnet der Autor ein düsteres Bild der aktuellen Präsidentschaft: "Trump kommt da nicht mehr raus. Nicht aus dem Krieg. Nicht aus der Anti-Impf-Sache. Nicht aus der Tatsache, dass er sich mit Narren umgeben hat und das Ganze zur Komödie geworden ist." Ein vernichtendes Urteil über einen US-Präsidenten, der einst ein "Goldenes Zeitalter" versprach.
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Iran-Konflikt eskaliert: "Schachmatt-Situation" für Donald Trump
Im Zentrum der Kritik steht der Iran-Konflikt, den Wolff als "Hormuz-Krieg" bezeichnet. Seine Analyse ist eindeutig: "Er hat offensichtlich nicht einkalkuliert, dass die Straße von Hormuz und die Fähigkeit der Iraner, sie zu kontrollieren, der zentrale Faktor in diesem Krieg sein würde." Für Trump eine ausweglose Lage. "Wenn ich in ihrer Position wäre, würde ich mir jetzt die Hände ringen. Es ist eine Art Schachmatt-Situation." Besonders brisant: Der US-Präsident drohe immer wieder und verlängere dann Fristen. Wolff geht davon aus, dass der 79-Jährige erneut auf Zeit spielt.
Schwerer Schlag für Donald Trump: Tucker Carlson sagt sich los
Doch damit nicht genug: Durch die MAGA-Bewegung zieht sich ein gewaltiger Riss. Medienstar Tucker Carlson, lange einer der wichtigsten Trump-Unterstützer, hat sich öffentlich von ihm distanziert und sogar entschuldigt. Der ehemalige Fox-News-Star erklärte, er bereue seine Unterstützung. Trump habe alles verraten, wofür er angeblich gestanden habe. Wolff zieht einen historischen Vergleich zur Vietnam-Ära und warnt: "Wenn Donald Trump Tucker Carlson auf diese Weise verloren hat, dann gibt es wirklich Fragen zur Loyalität der MAGA-Nation gegenüber Donald Trump." Trump reagierte prompt und beleidigte Carlson als "Verlierer" mit niedrigem IQ.
Gesundheitsminister RFK Jr.: Das größte Problem im Trump-Kabinett?
Für Wolff ist RFK Jr. das personifizierte Problem der Trump-Administration. Der 72-jährige Gesundheitsminister musste sich diese Woche gleich sieben Kongressanhörungen stellen und verkörperte dabei ausgerechnet die unpopulärste Position der MAGA-Bewegung. "Die eine Person, die man nicht da draußen haben will, um die Trump-Administration zu repräsentieren, ist RFK Jr.", erklärte Wolff. "Er ist das Aushängeschild für das einzige Thema, das am wenigsten Unterstützung hat: Impfungen." Das Absurde daran: Impfungen gelten in den USA als eine der größten medizinischen Errungenschaften und sind überwältigend populär. Doch die Administration habe sich von der medialen Aufmerksamkeit für die Anti-Impf-Bewegung täuschen lassen. Nun sei Trump mit einem Mann gefangen, den jeder nur noch als "den Anti-Impf-Typen" wahrnehme und nicht mehr als Kennedy.
Chaos im Trump-Team: Das "Aufgebot von Narren" bröckelt
Die Personalprobleme der Administration beschränken sich nicht auf Kennedy. Bereits drei Kabinettsmitglieder mussten gehen – allesamt Frauen, darunter zuletzt Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer. Deren Ehemann und Vater wurden wegen Belästigungsvorwürfen vom Ministerium verbannt. FBI-Direktor Cash Patel sorgt derweil für neue Schlagzeilen: Er verklagt "The Atlantic" auf 250 Millionen Dollar wegen Berichten über angebliche Trunkenheit im Dienst. Wolff kritisiert diese Klagewelle als beispiellos in der amerikanischen Politik – hochrangige Regierungsbeamte verklagten traditionell keine Medien. "Er kann dem nicht entkommen", fasste Wolff zusammen. "Nicht dem Krieg, nicht der Anti-Impf-Sache, nicht der Tatsache, dass er sich mit Narren umgeben hat." Jeder wusste bei der Bestätigung dieser Personen, dass es ein Desaster werden würde. Nun sei es eingetreten.
Trump-Prahlerei prallt an der Realität ab
Die zentrale These von Wolff im Podcast: Die übliche Trump-Strategie funktioniert nicht mehr. Jahrelang konnte der US-Präsident mit Getöse und Drama durchkommen. Irgendwie schien sein Publikum das zu schätzen. Doch diese Zeiten seien vorbei. "Das ist jetzt gepaart mit diesem anderen Zeug, dem er nicht entkommen kann", erklärte der Biograf. "Jeder sieht den Krieg. Jeder weiß, dass das reine Inkompetenz ist. Jeder will seine Impfungen. Und jeder sieht diese Leute um Trump herum." Das Entscheidende: All diese Krisen sind hausgemacht. Trump wählte den Krieg gegen den Iran. Trump ernannte Kennedy zum Gesundheitsminister. Trump umgab sich mit Personal, das nun einer nach dem anderen scheitert. "Und man versteht: Das sind seine Leute. Das ist es, was Donald Trump bedeutet – ein Aufgebot von Narren."
Weiße Haus schlägt zurück
Die Reaktion aus dem Weißen Haus ließ nicht lange auf sich warten und fiel erwartungsgemäß harsch aus. Kommunikationsdirektor Steven Cheung bezeichnete Wolff in einer Stellungnahme gegenüber dem "Daily Beast" als "lügenden Drecksack" und "erwiesenen Betrüger", der unter einem "schweren und lähmenden Fall von Trump-Derangement-Syndrom" leide.
Wolff selbst sieht die Kombination aus wirtschaftlicher Stagnation, außenpolitischem Versagen und personellem Chaos als möglichen Wendepunkt. "Wir sind am Anfang – eigentlich wahrscheinlich schon weiter als nur am Anfang – vom Ende von Trump in Amerika", sagte er im Podcast. Ob diese Einschätzung zutrifft, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Der US-Präsident, der ein goldenes Zeitalter versprach, kämpft an allen Fronten und hat sich die Gegner größtenteils selbst geschaffen.
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